Klassenerhalt vor Augen – doch RSV droht auszubluten

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Wohin führt ihr Weg? Kapitän Tim Ebersbach (r.) und Trainer Benjamin Duray haben dem Rotenburger SV bisher keine Zusage gegeben.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Was für eine paradoxe Situation! Sportlich können die Oberliga-Fußballer des Rotenburger SV morgen (14 Uhr) beim 1. SC Göttingen 05 den nächsten großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen – doch personell droht der Wümme-Club im Hinblick auf die nächste Saison auszubluten.

Noch hat keiner der Leistungsträger zugesagt. Im Gegenteil: Es scheint so, als würden dem RSV mehreren Säulen wegbrechen. Dass Axel France und Youngster Marcel Costly nach Höherem streben und so gut wie weg sind, ist längst kein Geheimnis mehr. Auch Drilon Demaku soll seine private Heimat in Süddeutschland sehen. Und Abwehrchef Christoph Drewes, der noch letzten Samstag Gespräche mit dem TB Uphusen dementiert hatte, ließ sich ausgerechnet tags darauf im regen Austausch mit Andre Schmitz, dem Coach des Klassenrivalen auf dem dortigen Sportplatz beobachten. Auch der TSV Ottersberg, ein weiterer Mitbewerber aus der Liga, bemüht sich angeblich um die wertvollen Dienste des Innenverteidigers.

Christoph Drewes, Björn Mickelat und Tim Ebersbach sollen eigentlich die Stützpfeiler des RSV bleiben – doch auch der Kapitän legt sich derzeit nicht fest: „Vom Gefühl her würde ich gerne weitermachen, die Gespräche waren auch super, aber ich kann aus privaten Gründe momentan noch gar nichts sagen. Es kann auch sein, dass ich erstmal ganz aufhöre“, erklärt Ebersbach auf Nachfrage. Mickelat betont ebenfalls, noch nicht zugesagt zu haben.

Eine vertrackte Situation für den Verein, das weiß auch Ebersbach: „Ich hoffen, dass der Rest weitermacht, auch wenn die Älteren nicht bleiben sollten. Aber ich befürchte, dass sich einige in den nächsten Wochen noch schwer tun werden.“ Was womöglich auch mit den Geschehnissen im Winter zusammenhängt, als die Gehälter um 25 Prozent gekürzt wurden. Und der Kader ohnehin schon extrem klein ist. Für Thorsten Bruns, der bisher die Gespräche für den Verein führte und die Unterlagen jetzt an den Vorsitzenden Henri Ohlmann übergab, ist „viel Rumgeeiere“ dabei. „Wenn die Spieler meinen, sie müssten einen anderen Weg gehen, dann ist das so“, klingt er ein wenig desillusioniert.

Auch der Coach wartet weiter ab. Benjamin Duray hat in den letzten Tagen „keine Gespräche mit dem RSV geführt. Ich lasse es auf mich zukommen“, sagt er nur. Der 34-jährige A-Lizenz-Inhaber hat auch nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass für ihn in der Oberliga nicht Endstation sein soll. Da dürfte auch er mit Interesse verfolgt haben, dass vor wenigen Tagen dem Regionalligisten VfB Oldenburg Trainer Alexander Nouri Richtung Werder Bremen abhanden gekommen ist. Neben einigen prominenten Namen – wie der des arbeitssuchenden Torsten Gütschow (ehemals TuS Heeslingen) – fiel auch Durays Name in diesem Zusammenhang schon. Schließlich hat er in dieser Saison bewiesen, dass er mit minimalen Möglichkeiten das nahezu Maximale herausholen kann. Gab es etwa bereits Kontakt? „Nein“, betont Duray.

Eines gilt jedoch sowohl für ihn wie für die Mannschaft: Die sportliche Qualifikation für die Oberliga 2014/2015 soll in jedem Fall gelingen. Und Tim Ebersbach glaubt: „Wenn wir einen Dreier in Göttingen und vielleicht noch einen weiteren Punkt holen, kann es rechnerisch schon zum Klassenerhalt reichen.“

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