Erste Niederlage für Rotenburg beim Wilhelmshavener HV II

Kelm zu oft im Stich gelassen

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Rotenburgs Keeper Yannick Kelm haderte in der Schlussphase auch mit den Unparteiischen.

Wilhelmshaven - Von Matthias Freese. Johann Knodel pulte sich die Harzrückstände von den Handinnenflächen – doch auch der Rechtsaußen des TuS Rotenburg wusste, dass seinem Handball-Verbandsligisten ausgerechnet im Spitzenspiel beim Wilhelmshavener HV II nicht nur die Backe an den Fingern klebte. „Wir müssen bei uns selbst gucken, dass die Anfangseinstellung passt“, gab sich der Routinier im Team des Spitzenreiters selbstkritisch. Auch eine späte Aufholjagd verhinderte da die 23:25-(6:12)-Niederlage beim Tabellenzweiten nicht mehr.

Jetzt hat es den Primus von der Wümme also erwischt – am 14. Spieltag setzte es vor rund 150 Zuschauern die erste Saisonniederlage. Zwar beträgt der Vorsprung vor dem Tabellendritten TvdH Harentor komfortable sieben Punkte, aber Wilhelmshaven rückte bis auf zwei Zähler heran. Da die beiden Erstplatzierten am Ende in die Oberliga aufsteigen, war sich Nils Muche nach dem Abpfiff schnell mit Christoph Groß, dem starken Halblinken der Jadestädter, einig. „Ihr haut jetzt auch die anderen noch alle weg – dann passt das“, meinte Rotenburgs Coach. „Und ihr auch“, entgegnete ihm der achtfache Torschütze.

Eng bewacht wurde Lukas Misere (l.) von Beginn an – hier packt Fabrice Lehmann gegen den Goalgetter zu.

Auch Muche wusste, dass der Sieg des Aufsteigers, der in dieser Saison ähnlich erfolgreich aufspielt wie Rotenburg ein Jahr zuvor als Neuling, völlig in Ordnung ging. Schließlich hatte die Zweitliga-Reserve vor allem mit einer massiv stehenden Abwehr den Grundstein im ersten Durchgang gelegt. Immer wieder ballerten die Rotenburger die Bälle über die Kiste, in den Block oder scheiterten an Keeper Christoph Trinks. Ein Spielfluss kam nicht zustande. Auch die Spitzenkräfte Lukas Misere und Luka Bruns waren weit von ihrem eigentlichen Leistungsvermögen entfernt. Auffällig auch: In den ersten 30 Minuten kamen die Wümmestädter nicht ein einziges Mal dazu, ihre gefürchtete „Waffe“, den Tempogegenstoß, anzuwenden. Die Folge waren klägliche sechs Treffer bis zur Pause. Und hinten wurde der gut parierende Yannick Kelm im Kasten immer wieder im Stich gelassen – oftmals tauchten die Gastgeber in ihren camouflage-ähnlichen Trikots schnell wieder vor ihm auf, nutzten ihre zweiten Chancen und profitierten von der Präsenz des Kreisläufers Thorben Hackstein.

Mit geschlossenen Augen hält Sören Heyber drauf: Der Rückraumspieler des TuS Rotenburg erzielte vier Treffer und wird in dieser Szene von Wilhelmshavens Kreisläufer Thorben Hackstein gestört.

Da die Rotenburger insgesamt auch drei Siebenmeter verwarfen, war es kein Wunder, dass die Mannen von der Küste nach 45 Minuten mit 22:14 vorne lagen. „Es hat wenig im Zusammenspiel geklappt, die Verteidgung hat nicht gut funktioniert und vorne haben wir viele einfache Fehler gemacht“, resümierte Muche. „Aber Respekt und Anerkennung, dass wir es noch so spannend gemacht haben.“ In der 46. Minute ging die Aufholjagd los – sie endete jedoch mit dem 22:23 von Knodel einen Tick zu früh (56.). Groß antwortete per Doppelschlag. Dazwischen, gut zwei Minuten vor dem Abpfiff, handelte sich Christian Hausdorf auch noch eine Zeitstrafe wegen Monierens ein.

Den Hauptgrund sah aber auch Johann Knodel nicht in dieser Szene, sondern woanders. „Wir haben die erste Halbzeit verschlafen. Wenn wir die ganze Zeit so gekämpft hätten wie im zweiten Durchgang, mit Brust raus, wäre es vielleicht anders ausgegangen“, meinte er, merkte aber auch an: „Wilhelmahaven ist ja nicht umsonst seit anderthalb Jahren zu Hause ungeschlagen.“

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