Kelm und Misere als kongeniales Duo

Rotenburg zeigt die hohe Kunst der besonderen Tore

Aus dem Rückraum, von der Linksaußenposition oder per Gegenstoß: Rotenburgs Goalgetter Lukas Misere (beim Wurf) war nie zu stoppen. 15 Treffer markierte er gegen Habenhausen. - Fotos: Freese
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Aus dem Rückraum, von der Linksaußenposition oder per Gegenstoß: Rotenburgs Goalgetter Lukas Misere (beim Wurf) war nie zu stoppen. 15 Treffer markierte er gegen Habenhausen.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Mitunter liegen Sport und Kunst näher beieinander als gemeinhin vermutet – wenn etwa Goalgetter Lukas Misere und Yannick Kelm als kongeniales Duo in Erscheinung treten. So geschehen im Heimspiel der Handball-Oberliga gegen den Drittliga-Absteiger ATSV Habenhausen.

Perfekt abgestimmt verwertete der 15-fache Torschütze des TuS Rotenburg zwei Mal einen langen Ball seines Keepers so spektakulär, akrobatisch und überragend aus spitzem Winkel, dass die Pestalozzihalle zum Tollhaus wurde. Es war die hohe Kunst der besonderen Tore – Prädikat: künstlerisch wertvoll! Und mit dem 29:24 (13:11)-Coup pusteten die Rotenburger den Bremern ganz nebenbei auch noch das Licht im Titelrennen aus.

Das sah auch Habenhausens Trainer Matthias Ruckh angesichts des Fünf-Punkte-Rückstands auf den Ligaprimus OHV Aurich so. „Für uns ist das quasi das Aus“, fand der frühere Zweitligaspieler. Rotenburgs Coach Nils Muche stellte indes nach den vorherigen Niederlagen banal und erleichtert fest: „Gewinnen macht mehr Spaß!“

Michel Misere (l.) und Jens Koch (r.) beglückwünschen sich – und auch „Rotsünder“ Klaas-Marten Badenhop kann wieder lachen.

Klaas-Marten Badenhop sah es ähnlich. „Das war die richtige Antwort auf die letzte Woche“, meinte der Abwehrspezialist und atmete besonders tief durch. Für ihn war der Arbeitstag auf dem Feld bereits kurz vor der Halbzeit beendet gewesen – nachdem er Habenhausens gefährlichsten Angreifer Björn Wähmann weggerammt hatte, gab es Rot (29.). Es war ausgerechnet zum kritischsten Zeitpunkt, als die Bremer sich vom 2:8-Fehlstart (13.) erholt hatten und durch Wähmann bis auf ein Tor herangekommen waren – 11:12 (28.). „Rotenburg hatte eine knüppelharte Abwehr, meine Jungs haben aber auch einfach kacke gespielt“, so Ruckh. Den Hauptgrund für die Niederlage sah er jedoch im Haftmittelverbot in der Pestalozzihalle. „Rotenburg kann da selbst wahrscheinlich nichts für, aber das ist Wettbewerbsverzerrung. Das ist so ein ganz anderer Sport – nichts anderes, als würden wir auf einmal Feldhandball spielen“, grantelte Ruckh frustriert. Er hatte auch bewusst auf Trainingseinheiten ohne Harz verzichtet: „Sonst hätte ich die ganze Woche schlechte Stimmung gehabt.“

Starkes Spiel: Yannick Kelm zeigte viele Paraden.

Die dürfte er nun jedoch auch haben. Im Gegensatz zu den Rotenburgern, die vor allem in der Startphase enorm effektiv waren und von vielen Paraden ihres Keepers Kelm profitierten. Die Gastgeber kamen sogar gestärkt aus der Pause zurück und ließen eine Wende nicht zu. Beim 13:14 per Siebenmeter durch Björn Wähmann waren die Mannen von der linken Weserseite letztmals auf ein Tor dran. Als Jens Koch einen weiteren Kelm-Pass zum 22:17 nutzte, war das die Vorentscheidung (44.). Die dritte Zeitstrafe von Bremens Kai Rudolph spielte da keine Rolle mehr (57.). „Das war das Gesicht des TuS Rotenburg, das ich sehen will – so sind wir in die Verbandsliga und in die Oberliga aufgestiegen, mit Kampf und Selbstvertrauen. Es lief halt alles“, war auch Muche bester Laune.

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