Horstedterin studiert mit Stipendium in Seattle

Golf-Talent Megan Kelly erfüllt sich ihren USA-Traum

Megan Kelly schlägt bei dunklen Wolken auf dem Green ab.
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Kein Wetter hält sie ab: Megan Kelly steht auch bei dunklen Wolken auf dem Green.

Die 18-Jährige Megan Kelly begann beim GC Wümme mit dem Golfsport und konnte sich mit einem Stipendium den Wunsch eines Studiums in den USA erfüllen.

Horstedt – Megan Kelly ist eines der deutschen Talente, dessen Name sich die Golf-Fans für die Zukunft merken sollten. Die Horstedterin spielt für den Hamburger Club Falkenstein in der 1. Damen-Bundesliga und studiert mit einem Stipendium an der Seattle University. Damit sie eines Tages mal erfolgreich als Profi aktiv sein kann, besteht dort jeder Tag von früh morgens bis spät abends aus einem Mix aus Sport und Lernen.

Die 18-Jährige ist also viel beschäftigt – und nicht leicht zu erreichen. Es sei denn, es ist Feiertag in Amerika. Wie etwa der Presidents‘ Day. Da hat Kelly ausnahmsweise mal etwas mehr Zeit zur freien Verfügung. Aber wer denkt, dass sie sich deshalb auf die faule Haut legt, der kennt sie nicht gut genug. Kelly will den ganzen Tag noch etwas für die Uni machen. „Ich muss noch eine Präsentation vorbereiten und lernen“, erzählt sie. Der Ehrgeiz ist groß, die eigenen Ziele immer fest vor Augen!

Kellys noch sehr junge Karriere begann mit neun Jahren. Ihr Vater Jason, selbst ein passionierter Golf-Spieler, nahm Megan und ihren Bruder Ian damals mit auf den Platz des GC Wümme nach Westerholz. Dort übte sie ihre ersten Abschläge, lernte die verschiedenen Techniken. Die Liebe zum Sport nahm ihren Anfang. Gemeinsam mit Heimtrainer Jonathan Grogan trainierte die Horstedterin fünf Jahre lang mehrfach die Woche, ehe der erste Vereinswechsel zum Hamburger Land und GolfClub Hittfeld erfolgte. Der Kontakt zu Grogan ist bis heute nicht abgerissen, erzählt Kelly: „Wir tauschen uns manchmal noch über Videoanrufe über den Sport aus. Ab und zu schicke ich ihm ein paar Videos von meiner Technik und er bewertet sie dann.“

Alles im Blick: Megan Kelly schaut dem Ball nach dem Abschlag hinterher.

Bereits in der ersten Saison nach ihrem Wechsel stieg sie mit der Damen-Mannschaft aus Hittfeld aus der Regionalliga in die 2. Bundesliga auf – und das im zarten Teenager-Alter. Nach zwei Jahren in der Liga sollte der nächste Schritt her. Da lag ein Wechsel innerhalb der Hansestadt nahe. Es ging für Kelly im vergangenen Jahr nach Falkenstein in die 1. Damen-Bundesliga Nord – die höchste Spielklasse im deutschen Golfsport. Zu einem Einsatz kam es aber bislang nicht, da die Saison aufgrund von Corona abgebrochen wurde. „Ich hoffe so sehr, dass es in diesem Jahr dann endlich klappt“, sagt die junge Golferin mit Blick auf den anstehenden Sommer.

Für Kelly war das vergangene Jahr in vielerlei Hinsicht anders. Eigentlich lebt sie für einen Großteil des Jahres in Amerika. Sie studiert dort und spielt für das Universitäts-Team Golf. All dies fiel flach, als die Pandemie im März 2020 die Welt zum Stillstand brachte. „In kürzester Zeit haben wir uns dafür entschieden, dass ich zurück nach Deutschland fliege und bei meiner Familie wieder unterkomme“, erinnert sich die Tochter eines US-Amerikaners und einer deutschen Mutter. Zu Hause angekommen, war es dann erst einmal schwierig zu trainieren, da die Golfplätze in den ersten eineinhalb Monaten gesperrt waren. „Deshalb habe ich versucht, im Garten ein bisschen an meiner Technik zu üben. Das hat alles natürlich nur so bedingt funktioniert“, schaut Kelly etwas frustriert zurück. Neben dem Training auf dem heimischen Rasen blieb zusätzlich noch Zeit für Fitnessübungen und Mentaltraining. Besonders hat die 18-Jährige aber die freigewordene Zeit für die Familie genutzt: „Ich will die Pandemie-Situation echt nicht bewerten, aber für mich persönlich war es schön, weil wir uns als Familie noch mal neu kennenlernen konnten.“

Sportlicher Sprung durch Uni-Wechsel

Im Laufe des Jahres konnte Kelly dann auch wieder zum Trainieren auf den Golfplatz, um sich auf die wenigen Turniere vorzubereiten, die 2020 noch nicht abgesagt worden waren. Eines davon war die Deutsche Jugendmeisterschaft im September – der bislang letzte Wettkampf für die amtierende norddeutsche Meisterin und aktuelle Ranglisten-Sechste ihrer Altersklasse in Deutschland, bei dem sie 16. wurde.

Das sportlich eher magere vergangene Jahr hatte akademisch jedoch einiges zu bieten. So stand im August ein Universitätswechsel an. Nachdem Kelly im Spätsommer 2019 zunächst in West Palm Beach in Florida mit dem Studiengang „International Business“ angefangen hatte, damit aber nicht hundertprozentig glücklich war, führte es sie an die Universität von Seattle. Dort studiert sie nun „Business Analytics“. Ihren Schritt von der Ost- an die Westküste begründet Kelly damit, dass „es ein Studiengang sein sollte, der mir zum einen Spaß macht. Zum anderen sollte ich mit dem Abschluss sowohl in Deutschland als auch in den USA später was anfangen können.“

Durstig nach Erfolg: Megan Kelly trainiert fleißig, um ihre Ziele zu erreichen.

Der Akademie-Wechsel bedeutete gleichzeitig auch einen „sportlichen Sprung“. Denn: Im südöstlichen Bundesstaat der USA hatte Kelly zunächst in einer unterklassigeren Liga angefangen. In Seattle tritt die Deutsche nun in der sogenannten Division One an. „In Amerika ist es für ausländische Sportler anfangs nicht so leicht, direkt in der höchsten Klasse zu starten, da man sich sportlich erst einmal beweisen muss“, erklärt die junge Golferin, die den Sprung mit dem Wechsel aber geschafft hat.

Nachdem Kelly bis Dezember noch die Universitätskurse online aus Deutschland belegt hat, konnte sie Anfang des Jahres in die USA zu ihren Kommilitonen und ihrem Akademie-Team, den „Redhawks“, reisen. Seither hat das Golf-Talent einen durchaus beachtlich durchgetakteten Tagesablauf. „Dreimal die Woche beginnt der Tag um 7 Uhr mit einer Stunde Fitness. Anschließend ist bis zum Mittag Uni. Nach dem Mittag geht es bis zum Sonnenuntergang auf den Golfplatz zum Training. Zum Abschluss des Tages muss ich Präsentationen vorbereiten und für die Prüfungen lernen“, listet Kelly ihren Alltag auf.

Profi? „Der Weg dahin ist ein langer“

All diesen Stress nimmt die junge Erwachsene auf sich, um ihre gesteckten Ziele zu erreichen. Dazu zählt unter anderem der Gewinn der sogenannten „Conference“ – einem Turnier, an dem zahlreiche Universitäten aus derselben Region gegeneinander antreten. Zudem will Kelly in Zukunft individuell mal ein Turnier gewinnen – die Deutschen Meisterschaften gehören auf jeden Fall dazu. Ob es am Ende reicht, um Profi zu werden, da will sie sich aber noch nicht festlegen: „Der Weg dahin ist ein langer. Es ist körperlich und mental sehr anstrengend, von einem Turnier zum nächsten zu reisen. Trotz allem ist es natürlich ein Traum, später davon leben zu können.“ Kelly ist dieser Schritt durchaus zuzutrauen. Schließlich stecke sie ihre Ziele immer nur so hoch, dass sie diese auch erreichen könne. So war es schon früh ihr Wunsch, ein Golf-Stipendium zu bekommen und in die USA zu ziehen. Dieses hat sie erreicht. Unterstützung auf ihrem Weg nach oben erfährt sie zum einen durch den Zusammenhalt ihres Teams und ihren Universitäts-Trainer, zum anderen durch ihre Eltern. „Wir telefonieren regelmäßig. Auf den europäischen Turnieren ist meine Mama zudem meist dabei“, weiß Kelly ihr Umfeld zu schätzen.

Dass auch trotz Hilfe nicht immer alles glatt läuft, zeigt eine Anekdote aus ihrer Jugend. „Mit 14 war ich auf dem Weg zu den Norddeutschen Meisterschaften. Erst vor Ort merkte ich, dass ich einen Teil meiner Schläger zu Hause vergessen hatte. Zum Glück hat Papa mir die noch rechtzeitig hinterher gebracht“, erzählt Megan Kelly lachend über ihre „leicht schusselige Art“. Doch die hat ihrer Karriere ja keinen Abbruch getan.

Zur Person: Megan Kelly

Alter: 18 Jahre.

Eltern: Jason und Susanne Kelly.

Golferin seit: 2011.

Bisherige Vereine: GC Wümme, Hamburger Land- und Golf-Club Hittfeld, GC Falkenstein.

Bisherige Universitäten: Keiser University West Palm Beach (Florida), Seattle University (Washington).

Universitäts-Team: „Redhawks“ Seattle.

Erfolge: Norddeutsche Jugend-Meisterin, Platz sechs in der deutschen Rangliste (U19).

Platzierung im europäischen Ranking: 454.

Handicap: - 4,1.

Vorbilder: Meine Eltern, Tennisspielerin Andrea Petkovic.

Ziele: Gewinn der „Conference“, individuell ein Turnier gewinnen (u. a. die Deutsche Meisterschaft).

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