„Keiner hat angerufen“ / Bobrowski springt in Heeslingen ein / Wird es Bargfrede?

Seidel erfährt von seiner Entlassung aus der Zeitung

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Kommunikationsprobleme? Offensichtlich! Der geschasste Sören Seidel (r.) hat keinen Anruf erhalten. „Wir haben ihn informiert“, sagt derweil Fußball-Obmann Andreas Kurth (l.).

Heeslingen - Von Matthias Freese. Das ist ja mal eine Entlassung mit einem ganz faden Beigeschmack: Die ambitionierten Landesliga-Fußballer des Heeslinger SC, die mit aller Macht die Rückkehr in die Oberliga anstreben, haben Trainer Sören Seidel geschasst – und der wurde darüber offensichtlich nicht einmal mündlich informiert. „Ich habe es aus der Zeitung erfahren. Mich hat keiner angerufen“, erklärte der Ex-Profi auf unsere Nachfrage.

Die Zevener Zeitung hatte gestern über die Entlassung berichtet. Dort heißt es unter anderem, dass Seidel am Donnerstagvormittag vom Vorsitzenden Steffen Brinkmann über die Vorstandsentscheidung in Kenntnis gesetzt worden sei. Wie, das wollte Fußball-Obmann Andreas Kurth nicht sagen. „Wir haben ihn informiert“, meinte er nur wiederholend. Die logische Schlussfolgerung: Die Verantwortlichen haben dem Coach die Kündigung nur schriftlich – per SMS oder Mail – überbracht. Wohlwissend, dass Seidel derzeit im Krankenhaus liegt. „Wenn er es nicht zur Kenntnis nimmt, ist das nicht unser Problem“, so Kurth.

Der entlassene Coach, der nach einer Blinddarm-Operation wohl erst heute die Klinik verlässt, ist „geschockt, enttäuscht und traurig – alles zugleich“. Auch Anzeichen für diesen Schritt habe es aus Sicht des 42-Jährigen nicht gegeben: „Überhaupt nicht. Ich habe mir auch nichts vorzuwerfen, zumal ja bekannt ist, wie arg dezimiert unser Kader momentan ist. Ich habe zuletzt sogar einen Spieler aus der Zweiten einwechseln müssen.“

Die Heeslinger stehen als Top-Favorit mit zahlreichen ehemaligen Oberliga-Spielern und dem in der Regionalliga erprobten Neuzugang Stephen Famewo auf Platz drei und hecheln mit fünf Siegen, drei Unentschieden und drei Niederlagen ihren eigenen Zielen hinterher. Zuletzt gab es eine 2:3-Pleite bei Aufsteiger Jahn Schneverdingen, die den Vorstand offenbar zum Handeln veranlasste. Bereits in der 38. Minute hatte Seidel in der Partie Leistungsträger Oliver Gerken aus taktischen Gründen ausgewechselt – auch das dürfte nicht bei allen gut angekommen sein, zumal Seidel auch innerhalb der Mannschaft keine große Rückendeckung mehr gehabt haben soll. „Wir haben die Entwicklung schon länger beobachtet und haben uns nicht nur an einzelnen Ergebnissen orientiert“, bemerkte Kurth.

Ob der auch als Spielerberater tätige Seidel rechtlich gegen die Freistellung vorgehen wird, ließ er offen. „Das wäre zu verfrüht, dass jetzt zu sagen. Ich muss mich jetzt erstmal sammeln – gesundheitlich und vom Kopf her.“ Als Interimstrainer fungiert bereits seit Donnerstagabend der auch schon für den Rotenburger SV spielende Wojciech Bobrowski. Der Ex-Kapitän war zu Zeiten des TuS Heeslingen und von Torsten Gütschow als Spieler und auch als Teammanager tätig. Wie lange sein erstes Engagement als verantwortlicher Coach dauern wird, ist noch offen. „Bis auf Weiteres“, sagte Kurth. Die Gerüchteküche, wer langfristig die Nachfolge von Seidel antreten könnte, ist jedenfalls eröffnet. Der Name des Staders Martin König, lange Jahre beim TuS Güldenstern erfolgreich und derzeit sportlicher Leiter des JFV A/O/Heeslingen, ist im Topf. Noch heißer scheint jedoch eine Rückkehr von Heeslingens Legende Hansi Bargfrede zu sein. Der ist als U17-Coach des FC St. Pauli eigentlich noch bis Saisonende vertraglich in Hamburg gebunden. Der Bundesligist hängt aber ganz unten in der Tabelle fest …

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