WM-Challenge abgesagt

Eichenring: Kein Hurricane – kein Rennen

Staubige Angelegenheit vor Zuschauern – auch in diesem Jahr wird es das in Scheeßel nicht geben.
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Staubige Angelegenheit vor Zuschauern – auch in diesem Jahr wird es das in Scheeßel nicht geben.

Das internationale Sandbahnrennen auf dem Scheeßeler Eichenring fällt wie bereits im Vorjahr aus. Das hängt unter anderen auch mit der Absage des Hurricane-Festivals zusammen.

Scheeßel – Seit 1951 hat Dietmar Hornig kaum ein Sandbahnrennen auf dem Eichenring in Scheeßel verpasst. „Mein Vater hat mich damals mitgeschleppt“, erinnert sich der 76-Jährige an seine ersten Begegnungen mit dem Motorsport. Seit 1972 ist er fast ohne Unterbrechung daran beteiligt, wenn es um die Vorbereitungen des jährlichen Highlights für den MSC Eichenring geht – doch die haben die Verantwortlichen jetzt gestoppt. Die für den 22. August geplante Challenge zur Langbahn-Weltmeisterschaft fällt aus. Zum zweiten Mal in Folge wegen der Corona-Pandemie.

„Wir haben mehrere Stunden zusammengesessen und akribisch aufgelistet, was dafür spricht und was dagegen“, erzählt Hornig, der in der Organisation mitwirkt und gleichzeitig Pressesprecher ist. Am Ende überwog das finanzielle Risiko, das für die Absage sorgte. „Wir müssten jetzt in die Planung gehen und schon einen fünfstelligen Betrag ausgeben“, verdeutlicht Hornig. Allein an Gebühren kämen rund 8 000 Euro zusammen, die an den internationalen Motorsportverband FIM und den Deutschen Motorsportbund (DMSB) fließen müssten. Der Etat für ein solches Rennen ist noch deutlich höher. Alles in allem „muss man mit 60 000 bis 70 000 Euro rechnen“, erklärt der Vereinssprecher: „Und wenn es dann im August heißen würde, dass wir nur 500 Zuschauer reinlassen dürften, funktioniert das gar nicht.“ Schließlich machen die Erlöse aus den Eintrittskarten einen Großteil der Einnahmen aus. „Wenn wir 20 Euro Eintritt nehmen, müssten wir Minimum 2 500 Zuschauer haben“, rechnet Hornig vor – in der aktuellen Corona-Zeit nur schwer vorstellbar.

Einnahmen aus den Hurricane fehlen

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Durch die Absage des Hurricane-Festivals auf dem Gelände des Eichenrings, das der Verein für die Tage im Juni quasi stets „untervermietet“ hat, „haben wir auch diese Einnahmen nicht mehr. Die waren für uns aber immer eine Rückversicherung dafür, dass wir sagen können: Egal, was passiert, wir können ein Rennen fahren“, erklärt Hornig. „Das heißt: Wir würden bei null oder eventuell mit einem Darlehen ins Rennen gehen – nichtwissend, was auf uns im Sommer zukommt.“

Zudem gäbe es noch einen „riesigen Rattenschwanz“. Welche Corona-Auflagen kämen auf den Verein zu? Muss er Tests vorhalten? Darf Alkohol ausgeschenkt werden? Gibt es eine Begrenzung im engen Fahrerlager? „Wenn wir 25 Fahrer plus jeweils zwei Helfer haben, dann stehen da relativ dicht gedrängt 75 Personen“, gibt Hornig zu bedenken. Und auch viele der rund 300 Helfer des Vereins dürften bis dahin wohl noch nicht komplett geimpft sein. Von den beiden Verbänden FIM und DMSB fühlen sich die Scheeßeler obendrein im Regen stehengelassen. „Die haben überhaupt noch nicht auf die Quarantänemaßnahmen reagiert“, erzählt Hornig mit Blick auf das internationale Starterfeld.

Was bedeutet die Absage für die Zukunft?

Unterm Strich ist die Absage also die logische Konsequenz. Nur: Zwei Jahre ohne Sandbahnrennen auf dem Eichenring – welche Auswirkungen hat das womöglich für diese Traditionsveranstaltung? Könnte es schwer werden, das Rennen 2022 wiederzubeleben? „Nein, ich denke nicht. Die Gefahr sehe ich nicht. Noch sind alle dabei, noch sind auch von den Fahrern keine in der Corona-Pandemie abgesprungen“, beruhigt Dietmar Hornig.

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