Duo „schwänzt“ die Besprechung

Rotenburgs 24:27 in Sandkrug bringt Muche in Rage

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Leicht aufzuhalten waren die Rotenburger in Sandkrug – auch wenn Jens Koch nicht ganz regelkonform von Bernd Spille gestoppt wird.

Sandkrug - Von Matthias Freese. Es gab Gesprächsbedarf – reichlich. Schon nach sieben gespielten Minuten, in der ersten Auszeit. Erst recht in der Halbzeitpause. Und selbst, als Nils Muche die Kabine wieder verlassen hatte.

Der Coach des TuS Rotenburg war selten so angefressen wie während und nach der Partie bei der TSG Hatten-Sandkrug. „Ich bin unglaublich enttäuscht von der Mannschaft“, gestand er. Seine Oberliga-Handballer hatten sich nach einer unterirdischen ersten Hälfte zwar zurückgekämpft, aber nicht mehr freischaufeln können. Jetzt laufen sie nach dem 24:27 (6:17) Gefahr, mit einem negativen Punktekonto in die Winterpause zu gehen, wenn nächsten Sonntag der TV Bissendorf-Holte kommt.

Eine Auffälligkeit trug nicht dazu bei, dass Muches Laune besser wurde. Völlig unüblich waren Michel Misere und Christian Hausdorf in der Halbzeit nicht mit in die Katakomben gegangen. Stattdessen warfen sie in der Halle die Bälle aufs Tor. Eigentlich tun das nur die Torleute und die nicht eingesetzten Spieler – in diesem Fall Sascha Nijland. „Das ist die allergrößte Frechheit, nicht zur Besprechung zu kommen, obwohl ich da die komplette Taktik geändert habe. Das gibt mir für die Zukunft zu denken“, motzte der Coach. Vor allem der junge Misere bekam den Ärger vor dem Wiederanpfiff verbal zu spüren – nicht ohne Widerworte übrigens.

Was der TuS Rotenburg den rund 150 Zuschauern in den ersten 30 Minuten geboten hatte, war „eine Katastrophe“, wie auch Handball-Boss Friedrich Behrens anmerkte. Chaotisch durchgeführte Angriffe und Gegenstöße machten es den Gastgebern leicht, schon bis zur 17. Minute auf 9:4 davonzuziehen und zur Pause mit 16:7 zu führen. 

Auch Kilian Behrens (r.) kam früh auf die Platte. Hier ist der Kreisläufer jedoch einen Tick zu spät gegen Andre Haake.

Kreisläufer Hausdorf hatte sich frühzeitig seine zweite Zeitstrafe abgeholt (11.), Hatten-Sandkrugs Keeper Jan-Peter Steffens die Siebenmeter von Lukas Misere (7.) und Michel Misere (13.) entschärft. Rotenburgs sonst so starker Torhüter Yannick Kelm brachte indes keine Hand an den Ball, seinem Stellvertreter Denis Jäger erging es erst in der zweiten Halbzeit besser.

Zudem beklagten die Rotenburger eine Ungleichbehandlung durch die Referees Enrico Marcks und Manuel Morgenstern. „Das hatte aber nichts mit unserer Leistung zu tun. Wir hatten ein klares Konzept und wollten geduldig spielen. Dann liegen wir aber mit neun Toren hinten, weil vorne gerohrt wird“, so Muche. Er hatte schon nach 22 Minuten bis auf Sören Heyber und Michel Misere seine komplette Startformation ausgewechselt. So ging es denn beim TuS Rotenburg zu wie in einem Hühnerstall, in dem der Hahn fehlte.

Diese Rolle versuchte schließlich Muche „krähend“ von außen zu übernehmen – mit der einkalkulierten Konsequenz, dass auch er eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Meckerns kassierte. Michel Misere und Kelm motzten sich zusätzlich auf die Bank, was die Aufholjagd nicht gerade erleichterte. Dabei hatte Muche die Abwehr umgekrempelt und mit einer offensiven 4:2-Deckung Hatten-Sandkrug aus dem Konzept gebracht. Die neue Rotenburger Aggressivität behagte auch Spielmacher und Goalgetter Andre Haake nicht. „Das haben sie gut gemacht“, lobte Muche. Und Teammanager Michael Polworth beobachtete: „Wenn wir erst in Wallungen kommen, passiert auch etwas.“

Tor um Tor kämpfte sich der Tabellensiebte heran und war beim 19:22 durch Lukas Misere dran (51.). Dann ließ der Gast gleich vier Chancen liegen. Erst Michel Misere gelang das 20:22 (56.), doch selbst mit einem siebten Feldspieler blieb die Wende in der Folgezeit aus. „Die entscheidenden Bälle müssen einfach rein“, ärgerte sich Muche.

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