„Es war kein Foul“

1. Kreisklasse Süd: Hassendorfs Nikolai Kapp geht mit gutem Beispiel voran

Nikolai Kapp ist keiner, der Elfmeter schindet – im Gegenteil. Am vergangenen Sonntag zeigte der Abwehrmann des TV Hassendorf eine faire Geste. Er gab zu, dass er nicht gefoult wurde, sodass ein Elfmeter, den er zugesprochen bekam, zurückgenommen wurde. - Foto: Woelki

Hassendorf - Von Vincent Wuttke. Eigentlich bräuchte der TV Hassendorf jeden Punktgewinn dringend, um sicher in der 1. Fußball-Kreisklasse Süd zu bleiben. Aber zu unfairen Mitteln wird für den Klassenerhalt nicht gegriffen.

Stattdessen ist Nikolai Kapp im Spiel beim SV Horstedt mit gutem Beispiel vorangegangen. Der Schiedsrichter der Partie, Thore Urban (TV Sottrum), hatte in der 36. Minute nach einem vermeintlichen Foulspiels gegen den 19-jährigen Rechtsverteidiger auf den Punkt gezeigt. Kurze Zeit später nahm er seine Entscheidung aber zurück. Grund: Kapp hatte zugegeben, dass es kein strafbares Vergehen gegen ihn gab.

Lob von den Mitspielern

„Ich hatte mich schon gewundert und habe sofort gesagt, dass es kein Elfmeter war“, erzählt Kapp, der in einem Laufduell auf der rechten Seite zu Boden gegangen war. „Aber nicht durch ein Foul“, sagt er. Dabei stand es zu dem Zeitpunkt nur 1:0 für sein Team und der Sieg wurde aufgrund der fairen Aktion auch verpasst. Das Spiel endete 2:2.

Sauer auf ihn waren seine Teamkollegen aber nicht. „Ich war positiv überrascht, denn alle haben gesagt, dass es eine tolle Aktion von mir war.“ Für den jungen Defensivmann ist es jedoch keine allzugroße Geste, sondern selbstverständlich. „Ich verlange von gegnerischen Stürmern ja auch, dass sie in ähnlichen Situationen so ehrlich sind“, verdeutlicht Kapp.

Trainer mit Kapps Entwicklung zufrieden

Vielmehr möchte er in seiner ersten vollständigen Saison im Herrenbereich durch Leistung auffallen denn durch Unsportlichkeit. „Natürlich passieren mir noch Fehler, aber ich habe mich auf der rechten Seite schon ziemlich etabliert. Das freut mich natürlich“, sagt der Schüler der Berufsbildenden Schulen in Rotenburg. Und auch sein Trainer Wilfried Vajen sieht in Kapp ein hoffnungsvolles Talent. „Ich halte große Stücke auf ihn. Er hat sich seit dem Sommer, als er in den Herrenbereich kam, gut entwickelt“, lobt der Coach seinen Schützling.

In dieser Spielzeit wäre Kapp vorerst zufrieden, „wenn wir noch ein paar Punkte holen und in der Klasse bleiben“. Ab der kommenden Saison möchte der Youngster dann aber wieder mehr angreifen und weiter oben mitspielen. Aber einem Vorsatz will Kapp deshalb nicht untreu werden: „Es ist nur Amateurfußball. Da müssen Spaß und Fairness sein, und ich hoffe, dass so auch alle Fußballer denken.“

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