Keeper patzt – RSV verspielt mit 1:2 gegen Schlusslicht Göttingen weiteren Kredit bei den Fans

Mensing erlebt sein „Waterloo“

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Was macht Keeper Lucas Mensing so weit vor seinem Strafraum? Göttingens Lamine Diop nutzte den „Ausflug“ zum Führungstreffer.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Das ultimative Kellerduell am vorletzten Spieltag hatte nichts zu bieten – schon gar kein Oberliga-Niveau! Für jeden der wenigen Zuschauer – nur 65 waren es – war letztlich ersichtlich, warum sowohl die Fußballer des Rotenburger SV als auch die des Schlusslichts 1. SC Göttingen 05 die Klasse verlassen müssen. Der RSV verspielte durch eine blamable Leistung, die in einer 1:2 (0:1)-Heimpleite mündete, zudem weiteren Kredit bei den noch vorhandenen Fans. „Was willst du den Jungs da einen Vorwurf machen? In den letzten Wochen haben sie sich immer zusammengerissen“, bemerkte Coach Jan Fitschen lapidar.

Natürlich ist die Luft längst raus beim Absteiger von der Wümme. Allerdings schien ein Abschlusssieg gegen Göttingen aber auch für Fitschen nicht höchste Priorität zu genießen, schließlich ließ er mit Bekim Murati, Dragan Muharemi und Atilla Iscan gleich drei Stammkräfte draußen. Erst als sie im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselt wurden, lief es etwas besser.

So jedenfalls agierten einige Akteure auf für sie recht ungewohnten Positionen. „Chef“ einer Dreierkette war Patrick Brillowski, während der eigentliche Abwehr-Boss Christoph Drewes als Sechser agierte und Tim Ebersbach als Linksaußen ran musste. „Wir haben ein neues System ausprobiert. Wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragte Fitschen rhetorisch. Und schob nach: „Eine Woche vorher hat das in Hildesheim funktioniert.“

Dieses Mal nicht! Zum einen, weil die spielerisch limitierten Gäste kämpferisch deutlich überlegen waren, zum anderen, weil RSV-Torhüter Lucas Mensing kräftig patzte. Vor Göttingens 1:0-Führung wollte er vor seinem Strafraum klären, verschätzte sich, ging in den Zweikampf und wurde von Lamine Diop verladen (38.). Die Mitspieler standen derweil wie Statisten daneben, statt ihrem bemitleidenswerten Schlussmann zu helfen. „Wir hatten keine Absicherung. Da ist Lucas dann die ärmste Sau“, fand Fitschen.

Auch das zweite Gegentor ging auf die Kappe des Keeper, der einen langen Ball von Ninbal Foukouh Nyantha eigentlich schon sicher hatte, ihn aber fallen ließ und selbst ins Tor bugsierte (60.). Kein Wunder, dass Mensing trotz Regens noch nach dem Abpfiff regungs- und fassungslos am Elfmeterpunkt vor seinem Tor stand – wie ein begossener Pudel.

Fitschen hatte übrigens schon nach der Halbzeit auf die Viererkette umgestellt, doch erst in der 76. Minute nutzte Bekim Murati einen Querpass von Jelle Röben zum Anschlusstor. Den Ausgleich verpasste der Albaner nach feiner Iscan-Vorarbeit (89.).

Ansonsten wurden viele Angriffe des RSV durch Schiedsrichter Philip Roedig (Altona 93) unterbunden, da dessen Assistenten Martin Ehrhardt und Nils Heinrich ihre Fahne bisweilen schneller zogen als die Cowboys ihre Colts. Allein Tim Ebersbach rannte in der ersten Hälfte drei Mal ins vermeintliche Abseits. Doch unterm Strich hatten die Rotenburger sich diese Pleite ganz allein zuzuschreiben.

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