Unfall auf dem Wümmering

Stephan Katt muss Jörg Tebbe in Mulmshorn den Vortritt lassen

Der Däne Mike Frederiksen (r.) fährt mit dem Seitenwagen vorne weg. 
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Der Däne Mike Frederiksen (r.) steuerte seinen Seitenwagen zum Sieg, für Mathias Weidemüller und Jana Fritsche (dahinter) endete das Rennen dagegen schmerzhaft. Sie überschlugen sich – die Beifahrerin erlitt Verletzungen an der Schulter.

Jörg Tebbe hat das Benefiz-Sandbahnrennen auf dem Wümmering in Mulmshorn gewonnen. Überschattet wurde es von einem Unfall bei den Seitenwagen.

Mulmshorn – So bitter kann Motorsport sein. Von der einen auf die andere Sekunde ist die gute Stimmung dahin. Getrübt war sie zumindest am Sonntag auf dem Wümmering beim Sandbahnrennen des MSC Mulmshorn für einige Momente, als sich kurz vor Ende Mathias Weidemann am Eingang der letzten Kurve mit seinem Seitenwagen überschlug. Beifahrerin Jana Fritsche wurde anschließend mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus transportiert, das Rennen für längere Zeit unterbrochen. Bei den A-Solisten, den Hauptakteuren, gelang Jörg Tebbe aus Dohren dabei ein Maximalsieg mit 20 von 20 möglichen Punkten. Er profitierte allerdings auch von Stephan Katts technischen Defekt, durch den der spätere Zweite im vorletzten Lauf leer ausging.

Was für ein seltenes Bild: Stephan Katt (ganz rechts) fährt dem Feld hinterher. Weil er zu früh gestartet war, musste er 15 Meter hinter dem Feld das Rennen aufnehmen. Vorne liegt deshalb hier der Gesamtdritte Christian Hülshorst.

Der Sieg stand ohnehin nicht ganz so wie gewohnt im Fokus. Die Rennfahrer selbst hatten die Traditionsveranstaltung erst möglich gemacht, indem sie auf ihre Gage verzichteten. Katts Fanclub hatte sich dafür stark gemacht, um dem MSC Mulmshorn unter die Arme zu greifen – deshalb lief es unter dem Titel Benefizrennen. „Die Vereine sind auf uns angewiesen und wir auf die Vereine“, erklärte Katt. Der Neuwittenbeker hatte sich bereits im vergangenen Jahr in ähnlicher Form engagiert und mit einer Spendenaktion das Kieler Hospiz unterstützt. Der mehrfache Team-Weltmeister fährt übrigens nicht mit der Startnummer 42, weil er in wenigen Wochen dieses Alter erreicht, sondern in Erinnerung an seinen Vater. „Es ist sein Geburtsjahr. Er hat mir das alles ermöglicht, ihm habe ich die Nummer gewidmet“, so Katt.

Jörg Tebbe fuhr seine Rennen von vorne weg und beendete sie allesamt als Erster – Gesamtsieg.

Für ihn und viele andere Rennfahrer war der Auftritt auf der 750-Meter-Langbahn übrigens der erste in diesem Jahr. „Man verlernt es nicht, nur die Automatismen sind noch nicht so da“, meinte Katt. „Aber dieser Adrenalinschub, der fehlte einfach. Du brauchst diesen Kick.“

Den bekam er nun erstmals wieder. „Überreizen“ wollte er nicht. Und doch war er in seinem dritten Lauf etwas zu voreilig, sodass er beim zweiten Startversuch mit 15 Metern Rückstand das Rennen aufnehmen musste und so wertvolle Punkte verlor. Als noch der technische Defekt dazu kam, war klar, dass Tebbe im finalen Lauf nicht mehr einzuholen war. Doch Katt sicherte noch den zweiten Rang mit 13 Punkten vor Christian Hülshorst (12/Lüdinghausen) ab.

Erstmals gingen Speedkarts an den Start – Optik und Sound erinnerten ein wenig als singende Rasenmäher.

Mit geschätzt 400 Zuschauern war das Rennen recht gut besucht. „Es war eine Menge mehr Arbeit“, verwies der Vorsitzende André Haltermann auf die Vorkehrungen, vor allem im Bereich der Hygienemaßnahmen. Kurzfristig hatte Rennärztin Dr. Maike Köstner noch ein Testzentrum auf dem Bahngelände eingerichtet. „Und sie hat sogar Corona-Impfungen verabreicht“, verriet Rennbüro-Leiterin Karin Haltermann.

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