Mulmshorn-Sieger kritisiert Absagen / „Ich hoffe, es geht hier weiter“

Katt knöpft sich die Kollegen vor

Kleine artistische Zugabe: Sieger Stephan Katt fährt einhändig und einbeinig seine Ehrenrunde mit Flagge. Fotos: Freese

Mulmshorn - Von Matthias Freese. Immer war ihm bislang einer zuvorgekommen. Schon seit Jahren ist Stephan Katt bei den Sandbahnrennen des MSC Mulmshorn vorne mit dabei – jetzt, bei der 45. Auflage, hat der 39-jährige Kieler erstmals auf dem Wümmering triumphiert. Im Finallauf konnte er es sich sogar erlauben, in der letzten Kurve noch von James Shanes abgefangen zu werden – dennoch blieb der erst 22-jährige Brite aufgrund der Punktzahl (17) in der Gesamtwertung hinter Katt (18), schob sich aber noch vor den Mulmshorn-Debütanten Kenneth Kruse Hansen (17) aus Dänemark. Gerade einmal wenige Hundert Zuschauer verfolgten das Rennen – Negativrekord. Und auch das Starterfeld war ausgedünnt.

Stephan Katt nutzte die Siegerehrung, um einerseits die Organisatoren zu loben („Was ihr für eine Bahn präsentiert habt, war absolut top“), anderseits aber auch die fehlenden Kontrahenten zu kritisieren: „Das Verhalten von den Fahrern, die einfach abgesagt haben, finde ich unfair.“ Insbesondere der Brite Richard Hall war damit gemeint. „Er hat sich leider gar nicht bei uns gemeldet“, berichtete Karin Haltermann vom Vorstand des MSC Mulmshorn. Katt hatte gehört, dass Hall angeblich auf dem Rückweg von der WM-Qualifikation in Marienbad (Tschechien) vor einer Fähre gestanden hätte – nicht nur er fragte sich, wo das wohl gewesen sei. Christian Hülshorst blieb wiederum auf der Anreise mit seinem Transporter liegen und dokumentierte das auch auf Facebook. So blieb nach den verletzungsbedingten Rückziehern von Andrew Appleton, Jörg Tebbe und Mark Beishuizen nur ein spärliches internationales Feld von sieben Fahrern.

Die Seitenwagen-Rennen entfielen sogar komplett. „Es waren nur noch zwei Teams – und die brauchen wir nicht fahren zu lassen, auch wenn es schade ist“, stellte Haltermann fest. Dem Ehrenvorsitzenden Manfred Huff gefiel das alles ganz und gar nicht. „Vielleicht kommen wir mit einem blauen Auge davon“, dachte er an die Kosten, forderte aber bereits: „Es muss sich einiges ändern.“

Spannend ging es dabei durchaus zu, denn mit Katt, Kruse Hansen und Shanes hatten drei Fahrer im Finale noch Siegchancen, der Deutsche und der Däne waren sogar punktgleich an die Startlinie gegangen. Kruse Hansen war auch als Erster losgekommen, doch kam seine Maschine nicht in Schwung, sodass Katt als Erster in die Kurve ging, nach einem packenden Duell noch von Shanes abgefangen wurde, aber trotzdem den Gesamtsieg feierte und nachdenklich anmerkte: „Es waren nicht viele Besucher da. Ich hoffe, es geht hier weiter.“

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