RSV kassiert 0:3 gegen TSV Ottersberg / Janssen hat Ausgleich auf dem Fuß / „Verdient verloren“

Einzig Lohmann in Normalform

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Ballverlust: Ottersbergs Alexander Arnhold (l.) setzt sich in dieser Szene gegen Jelle Röben durch. Auch am Ende hatten die Rotenburger im Nachbarschaftsduell mit 0:3 das Nachsehen.

Rotenburg - Von Mareike Ludwig. Jan Fitschen hätte zum Schluss am liebsten gar nicht mehr hingeschaut. Immer wieder senkte er seinen Kopf und fluchte vor sich her. Nach gut einer Stunde platzte ihm dann endgültig der Kragen: „Soll ich euch noch eine Decke zum Schlafen bringen, oder was?!“ Das, was er von seinen Oberliga-Fußballern des Rotenburger SV zu sehen bekam, erinnerte den Coach wahrscheinlich eher an einen schlimmen Albtraum. Seine Mannschaft verhielt sich so, wie es sich für einen guten Gastgeber gehört – sie verteilte zahlreiche Geschenke. Diese nahm der TSV Ottersberg dankend an und entschied das Nachbarschaftsduell verdient mit 3:0 (1:0) für sich.

„Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“, stimmten die Ottersberger bestens gelaunt nach der Partie im Mittelkreis an. Immer wieder hüpften die Gäste umher und ließen sich für ihren Auftritt feiern. „So etwas im eigenen Stadion sehen zu müssen, ist schon echt sehr bitter“, gestand Rotenburgs Angreifer Herman Puhman, der nur 30 Minuten lang auf dem Platz stehen durfte.

Von Beginn an dominierte eine Farbe im Stadion – grün. Die Ottersberger ließen den Ball durch die eigenen Reihen laufen und erspielten sich gute Torraumszenen. Die Gastgeber standen staunend daneben und wussten nur durch Ballverluste aufzufallen. Einzig Keeper Henner Lohmann präsentierte sich in Normalform und sorgte dafür, dass seine Mannschaft nicht schon früh auf die Verliererstraße geriet. So fanden Boris Koweschnikow (4.) und Syuleyman Shakirov (16.) ihren Meister in Lohmann. In der 33. Minute war der Schlussmann dann aber auch machtlos, als Mirko Peter seelenruhig Anlauf nehmen konnte und den Ball mit einem wuchtigen Kopfball zum 1:0 über die Linie drückte (33.).

Es dauerte satte 41 Minuten, ehe die Platzherren den ersten Schuss auf den Kasten von Leon Seeger abgaben. Kevin Klützke setzte die Kugel jedoch rechts vorbei. „Wir haben fast alles vermissen lassen, das war bereits nach einer Viertelstunde zu merken. Es gibt leider so Tage, an denen läuft nichts zusammen“, haderte Fitschen.

Direkt nach Wiederanpfiff musste sich der RSV erneut bei Lohmann bedanken, dass es nicht schon 0:2 stand. Mit gekonnter Fußabwehr klärte er den Schuss von Benedetto Muzzicato (46.). Auf der anderen Seite scheiterte Neuzugang Dennis Janssen – der ansonsten viel zu selten durchblicken ließ, dass er zuletzt für den BSV Rehden in der Regionalliga auf dem Platz gestanden hatte – freistehend an Seeger (54.). „Da hatten wir sehr viel Glück, dass wir nicht den Ausgleich bekommen haben“, gestand auch Ottersbergs Trainer Axel Sammrey.

Danach durfte der Gäste-Coach aber einen ruhigen Nachmittag an der Seitenlinie verbringen, schließlich folgte anschließend keine wirkliche Torgefahr mehr. „Wir haben uns sehr gut bewegt und den Ball laufenlassen. Wir waren haushoch überlegen und hätten noch mehr Tore schießen können. Die Jungs haben es echt gut gemacht“, lobte Sammrey.

Wie überlegen, wurde besonders dann deutlich, wenn Ottersberg über die linke Seite kam. So auch beim 2:0, als Shakirov den Ball von Außen unbedrängt in die Mitte flankte, dort wartete Alexander Arnhold und nickte per Kopf ein (65.). Nur vier Minuten später ein ähnliches Bild: Wieder die linke Seite, dieses Mal aber über Koweschnikow, der Jonathan Schmude bediente – 3:0. „Reißt euch jetzt endlich mal zusammen“, brachte es Kevin Klützke auf den Punkt.

Doch auch in der Folgezeit war vom RSV nichts zu sehen, sodass die Ottersberger gedanklich schon die Siegeshymne anstimmen konnten. „Wir haben verdient verloren. Unsere Abstände haben überhaupt nicht gestimmt. Wir werden auf jeden Fall unsere Lehren daraus ziehen“, so ein sichtlich enttäuschter Fitschen, der mit dem RSV dadurch auf den ersten Abstiegsplatz abgerutscht ist.

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