Übungen für alle Altersklassen

Karate im Wohnzimmer: Dojo-Abteilung trainiert Mitglieder mit Videos

Abteilungsleiterin Heide Bahrs dreht für ihre „Schützlinge“ Karate- und Kinder-Pilates-Videos. Foto: Karate Dojo
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Abteilungsleiterin Heide Bahrs dreht für ihre „Schützlinge“ Karate- und Kinder-Pilates-Videos.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Es gilt eine Kontaktsperre, die Sporthallen sind geschlossen und der Alltag gestaltet sich eintönig. Davon hatte Heide Bahrs genug. Für ihre „Schützlinge“ hat sich die Leiterin der Karate-Dojo Abteilung des TuS Rotenburg etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Sie vermittelt ab sofort Trainingsinhalte über das Internet. „Wir möchten damit auch anderen Sportlern Anregungen geben, wie auch während der Corona-Krise eine Art Trainingsbetrieb aufrechterhalten werden kann“, erklärt Bahrs.

Die Karateka hatten nur vier Wochen vor Schließung der Sporthallen mit drei neuen Anfängerkursen für Kinder begonnen – für die Mini-Tiger (4 bis 6 Jahre), für die Karate-Tiger (7 bis 9 Jahre) und für die Karate-Kids (10 bis 14 Jahre). Der Zuspruch sei außerordentlich gut gewesen. Rund 40 Jungen und Mädchen waren interessiert. Die Übungsleiter des Nachwuchs hatten dazu Konzepte für die verschiedenen Altersstufen entwickelt – „dann kam die Corona-Pandemie“, bedauert Bahrs. Sie befürchtet, dass die Kinder durch die Zwangspause das Interesse wieder verlieren könnten.

Kurzfilme für den Karate-Nachwuchs

Die Sporthallen kann die Abteilungsleiterin zwar nicht wieder öffnen, Training soll es trotzdem geben. Coach Olgert Derksen erklärte sich bereit, Videos mit neuen Übungen der Karate-Techniken zu drehen, um die Kinder am Ball zu halten. „Er achtet besonders darauf, dass die Techniken ganz einfach sind. Diese sind auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt“, berichtet Bahrs. Auch Übungen aus den ersten Kurstagen vor der Schließung der Hallen habe Derksen in seine Kurzfilme eingebaut.

Diese Videos hätten sie dann über die internen WhatsApp-Gruppen, die je nach Altersklasse gestaffelt sind, verteilt. „Dazu kamen noch ein paar Fitness- und Aufwärm-Übungen aus dem Bereich Kinder-Pilates von mir. Diese hatte ich bereits in meiner Wohnung oder im Garten gedreht. In diese kleinen Einheiten binde ich immer kleine Geschichten mit ein“, erzählt Bahrs und fügt an: „Um die Eltern bei der Unterhaltung der Kinder zu unterstützen, liest unter anderem Christine Schlicker auch Geschichten vor.“ Karateka Kerstin Wicht (Grundschullehrerin) macht zudem Spielvorschläge per Video. „Die Eltern sind durchweg begeistert“, freut sich Bahrs. Sensei Ulrich Rutsatz ergänzt: „Man benötigt für Karate nur seinen eigenen Körper. Das ist sicherlich ein Grund dafür, warum es uns leicht fällt, die Karate-Schüler mit Homeoffice bedienen zu können.“

Fabian, ein Mini-Tiger der Karate-Abteilung, trainiert mit seiner Mutter Ulrike im Wohnzimmer

Die Videos wurden zunächst täglich und werden ab sofort zweimal wöchentlich in die Gruppen gestellt, so die Dojo-Leiterin. „So halten wir die angehenden Kampfsportler bei der Stange.“ Offenbar mit Erfolg. Denn: Trotz der Hallensperrung hätten die Familien, die ihre Kinder für die gerade erst begonnenen Kurse noch nicht angemeldet hatten, inzwischen die entsprechenden Bögen an Bahrs geschickt.

Nach Bekanntwerden der Aktion für den Nachwuchs meldeten sich auch erfahrene Karateka mit der Bitte nach Trainingsinhalten. „Videos für diese Gruppe sind aufwendiger. Deshalb haben wir zunächst im Netz gesucht und unseren Mitgliedern Empfehlungen zukommen lassen“, sagt Bahrs und ergänzt: „Wir möchten damit einfach mal zeigen, dass eine Menge möglich ist. Kein Sport ist auch keine Lösung.“

Karate-Coach Olgert Derksen vermittelt während der Corona-Krise seine Trainingsinhalte in kurzen Videos, die im Verein inzwischen sehr beliebt sind – sowohl beim Nachwuchs als auch bei den erfahrenen Karateka.

Die gesamte Gesellschaft solle versuchen, die Zeit bis zur Normalität bestmöglich zu überbrücken. „Bahrs gehe davon aus, „dass wir irgendwann im Laufe der nächsten Wochen wieder etwas gemeinsam machen können ... Und wenn es nur draußen auf der Wiese vor der Halle ist.“ Dann sei auch für die Kinder der Zeitpunkt gekommen, an die Techniken anzuknüpfen, die sie in den Videos gelernt haben. „Da wir alle nicht wissen können, wann das sein wird, sollten wir uns darauf einstellen, einen langen Atem haben zu müssen. Aber das sollte Sportlern nicht schwerfallen.“

So oder so: Die Trainingsvideos dürften den Karateka eine willkommene Abwechslung zum Corona-Alltag sein.

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