Springreiter reist vorzeitig aus Riesenbeck ab

Kapp fordert verpflichtende Impfung

Boris Kapp.
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Boris Kapp im Einsatz bei einem Turnier.

Höperhöfen – Die Entscheidung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), alle nationalen Turniere bis einschließlich 28. März abzusagen, betrifft auch Boris Kapp aus Höperhöfen. Der Springreiter des RV Sottrum befand sich gerade auf dem nationalen Late-Entry-Turnier in Riesenbeck, als er die Nachricht erhielt. „Ich habe mich direkt auf den Rückweg begeben, denn die Entscheidung ist die einzig richtige!“, betont Kapp. Auf dem Turnier gab es zwar keinen einzigen bestätigten Fall, dennoch gilt die Verfügung auch dort.

Nach der Ankunft wurden alle Pferde aus Kapps Stall zunächst für vier bis fünf Wochen in Quarantäne gehalten. Er reitet die Tiere auch weiterhin, achtet in dieser Zeit aber besonders darauf, dass keine fremden Pferde auf den Hof kommen und die eigenen pro Tag zweimal auf Fieber getestet werden. Die Daten werden akribisch dokumentiert. Denn: Sollte es nur zu leichten Abweichungen von der Normaltemperatur von 37 Grad kommen, könne dies ein Anzeichen für eine Erkrankung mit dem Herpes-Virus sein.

Zwar laufen viele Infektionen unbemerkt ab, jedoch behalten die Pferde die Viren nach einem Verlauf lebenslang in sich und können diese weiter übertragen. Daher ist es wichtig, dass die Tiere regelmäßig geimpft werden – nämlich zweimal im Jahr. „Diese Impfung kostet etwa 100 Euro, schützt die Ställe vor dem Virus und steht finanziell in keinem Verhältnis zu dem hohen Wert eines Turnierpferdes“, spricht sich Kapp ganz deutlich für diese Maßnahme aus.

Dass ein Nadelstich hier durchaus hilfreich ist und dadurch Leben schützt, ist nachvollziehbar – eine ausbleibende Verpflichtung sei daher umso unerklärlicher, findet Kapp. „Das Mittel ist ja vorrätig und eine Pflicht zur Impfung besteht bereits seit Längerem auf Rennbahnen. Wieso zieht man das also nicht durch den gesamten Pferdesport“, rätselt der Springreiter. Das Problem mit dem Herpes-Virus ist kein neues und das Wissen über die Krankheit groß. Daher zeigt sich Kapp trotz allem vorsichtig optimistisch und will die Lage auch nicht zu sehr dramatisieren: „Wenn das jetzt alle gut managen und sich an die Quarantäne halten, sind wir da in vier bis fünf Wochen durch. Die Hoffnung besteht auf jeden Fall. Wir wissen ja, was zu tun ist.“

Bereits vier Pferde verstorben

Der Ausbruch des Equinen Herpesvirus (EHV-1) beim spanischen Reitturnier CES in Valencia zieht weitreichende Konsequenzen nach sich. „Leider steht fest, dass nach aktuellem Stand vier deutsche Pferde dem Virus zum Opfer gefallen sind.

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