Rückkehr nach nur halbem Jahr

Kapitel Bremer SV ist für Jannis Niestädt noch nicht zu Ende

Jannis Niestädt (r.) steht neben Maximilian Schulwitz auf dem Rasen und hält den Bremer Landespokal in der Hand.
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Sein bislang letztes Spiel für den Bremer SV: Jannis Niestädt (r.) jubelt nach dem Sieg im Bremer Landespokal mit Mitspieler Maximilian Schulwitz.

Lange hat es nicht gedauert. Ab Januar trägt Jannis Niestädt wieder das Trikot des Bremer SV. Es ist eine Rückkehr nach nur einem halben Jahr.

Hellwege – Das Erstrundenmatch im DFB-Pokal Ende August wäre das bislang größte in seiner Fußballerkarriere gewesen. Doch Jannis Niestädt hatte sich bereits im April nach dem Abbruch der Saison in der Bremenliga für einen Abschied vom Bremer SV entschieden und war nach dem Sieg im Landespokal nach Hamburg gewechselt. Nun kehrt der 27-Jährige nach nur einer halben Saison an der Elbe wieder zurück an den Panzenberg und unterschreibt voraussichtlich bis zum Sommer 2023.

Sein alter und neuer Trainer Benjamin Eta freut sich über die Rückkehr des gebürtigen Hellwegers: „Jannis war in unserer Defensive ein großer Faktor in der vergangenen Saison. Wir hätten ihn gerne bei uns gehalten, aber der berufliche Weg führte ihn nach Hamburg.“ Umso erfreulicher sei es, dass es für ihn nun wieder Richtung Bremen ginge. Dort erwarte ihn „ein spannender Konkurrenzkampf in unserer Verteidigung“, meint der Coach des Bremer SV.

Bremer SV „war die erste Wahl“

Auch Niestädt selbst hat nicht lange überlegt und sich direkt für den Bremenligisten entschieden. „Wir haben zu zehnt unter anderem mit Maxi Schulwitz und Henner Lohmann (beide ehemals Rotenburger SV, Anm. d. Redaktion) eine kleine Weihnachtsfeier gemacht und waren Sushi essen in Bremen“, berichtet Niestädt vom mitentscheidenden Gespräch. Seine Freunde und Mitspieler hätten ihn bereits kurz nach seinem Weggang immer wieder gefragt, wann er denn zurückkäme – mit Erfolg. „Das Kapitel Bremer SV war für mich noch nicht zu Ende“, meint der ehemalige Oberliga-Kicker des Rotenburger SV und verrät, dass es keinen Kontakt zum Club von der Wümme gab: „Der BSV war die erste Wahl. Da brauchte ich nicht mit anderen Vereinen aus der Region sprechen.“

Einer der wichtigen Gründe für die Rückkehr ist aber auch der „Fahrtaufwand“, gesteht Niestädt. Seit kurzem findet das dritte Mastersemester seines Sportmarketing-Studiums nur noch online statt. Im März folgt dann die Masterarbeit, weshalb „ich nicht mehr an Hamburg gebunden bin“. Seine Wohnung in Bergedorf gab er auch deshalb ab und wohnt nun „hybridmäßig bei meiner Freundin und im Gästezimmer im Haus meines Bruders“ Niklas Niestädt, dem Fußballer des Bezirksligisten VfL Visselhövede. Weite Fahrten zu den Trainingseinheiten und Spielen von Hamm United waren für ihn keine Option.

Wechsel innerhalb von Hamburg

Somit ist nach nur neun Partien, in denen er für den Hamburger Oberligisten in der Startelf stand und nur einmal verletzungsbedingt zur Halbzeit vom Feld musste, schon wieder Schluss. Hamm United war im Sommer ohnehin erst die zweite Wahl gewesen, nachdem Niestädt sich zunächst für den ambitionierten Ligarivalen Concordia Hamburg entschieden hatte. Dort hatte es ihn jedoch nur wenige Wochen gehalten und der Traum von der Regionalliga war für ihn erst einmal wieder geplatzt. „Sie hatten bereits vier Innenverteidiger, die die Saison davor viel gespielt haben“, erklärt Niestädt. Er wäre neben dem weiteren Neuzugang und ehemaligen Spieler des Bremer SV, Dallas Aminzadeh, Nummer fünf beziehungsweise sechs gewesen. „Da ich vor meinem Wechsel nach Hamburg schon verletzt war, musste ich erst mal pausieren und konnte erst zwei Wochen später in die Vorbereitung einsteigen. Da war ich natürlich hinten dran“, begründet der 1,88m große Innenverteidiger seinen Wechsel innerhalb der Hansestadt.

Neben seinem Studium arbeitete Niestädt in Hamburg als Trainer bei Camps der Real-Madrid-Fußballschule. Zuvor hatte er seine B-Lizenz Anfang des Jahres gemeinsam mit seinem Bruder erworben. Bitter: „Zwei Lehrgänge haben wir vor Corona schon besucht und die Prüfung konnten wir erst dieses Jahr machen.“

DFB-Pokal - eine verpasste Chance

Wenn die Vorbereitung beim Bremer SV am 7. Januar nun startet, trifft Jannis Niestädt zwangsläufig auch wieder auf seine Mitspieler, die Ende August gegen den FC Bayern München um Joshua Kimmich, Thomas Müller und Leroy Sané mit 0:12 verloren. Der verpassten Chance hinterhertrauern tut er indes nicht. Aber: „Es wäre gelogen, wenn man sich da nicht etwas ärgern würde“, gesteht Niestädt. Er habe sich natürlich für seine Mitspieler gefreut. Die wiederum hatten ihm im Voraus eine Eintrittskarte für die Pokalpartie im Weserstadion besorgt. Und so verfolgte der 27-Jährige das Spiel aus unmittelbarer Nähe. Auf dem Platz stand er aber auch deshalb nicht, weil es „für mich nicht die Option gab, bei dem Verein wieder abzusagen, dem ich bereits zugesagt hatte“.

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