Sport vor 50 Jahren

Kanadischer Sieg beim Militärturnier in Rotenburg ‒ Windmüller erinnert sich

Spielszene aus dem Finale.
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Wussten mit dem Ball umzugehen: Die Finalisten des Marine-Fliegergeschwaders 3 und die des 3. Canadian Mechanized Commandos.

Blick zurück ins Sportarchiv: Vor 50 Jahren gab es in Rotenburg ein internationales Militärpokalturnier. Karl-Heinz Windmüller aus Bötersen erinnert sich daran.

Rotenburg – Im Mai 1971 war es wieder so weit. Auf der Ahe-Sportanlage fand die sechste Auflage des Militärpokalturnieres statt. Rings um den Grandplatz in Rotenburg hingen die Fahnen der teilnehmenden Nationen, am Rand standen zahlreiche Zuschauer und auf dem Rasen spielten die Kameraden der verschiedenen Bataillone und Geschwader gegeneinander Fußball. Mit dabei: Karl-Heinz Windmüller. Der 75-Jährige gehörte von 1966 bis 1971 zu der Heeresfliegerstaffel 3, die in Rotenburg stationiert war und das Turnier ausrichtete. Ab 1967 war er Teil der Pokalmannschaft – bis eben zu der Auflage vor 50 Jahren, die seinen Erinnerungen nach auch die Letzte war, die stattfand.

Bevor das Spiel auf dem Platz begann, stand aber zunächst der Marsch durch die Stadt auf dem Programm. „Vorne weg schritt die Musikkapelle der Kanadier, dahinter folgten alle teilnehmenden Mannschaften. Antreten war dann am Neuen Markt“, erzählt Windmüller. Anschließend folgte die Gruppenphase des zweitägigen Events auf dem Ahe-Sportplatz. Für die Heeresfliegerstaffel 3 lief es alles andere als rund. Sie scheiterte bereits in der Vorrunde. Mit fünf Punkten aus vier Spielen reichte es nicht für ein Weiterkommen.

Ein eingespieltes Team: 1969 hatte sich die Heeresfliegerstaffel 3 aus Rotenburg noch selbst den Sieg gesichert. Zwei Jahre später waren die Kanadier dran.

Zur Freude aller Spieler kamen während der Vorrunde zahlreiche Zuschauer – nicht nur Erwachsene, sondern auch Jugendliche. Das lag daran, dass das Turnier am Freitagvormittag startete und „da die Schule ja direkt nebenan war, konnten die Schüler in ihren Pausen zum Sportplatz rüberkommen. Das war auch für die eine gute Abwechslung“, erinnert sich Windmüller, der in Bötersen wohnt und dort auch etliche Jahre die erste Herrenmannschaft trainiert hat.

Wir zählten schon immer zu den Favoriten.

Karl-Heinz Windmüller

Wer sich die Spiele der Heeresflieger anschaute, konnte neben dem damaligen Linksaußen Windmüller auch die Mannschaftskollegen Gerhard „Otto“ Ochs, Torwart Roderich Hirsch oder Heinz Helftewes sehen. Die vier Kameraden waren es auch, die bereits 1969 die Staffel bei dem Turnier vertraten. Dort gelang ihnen im dritten Finalanlauf der erste und einzige Pokalsieg. Windmüller weiß: „Wir zählten schon immer zu den Favoriten.“

Dieser Rolle wurden sie vor 50 Jahren aber nicht gerecht. Denn: Nach vier deutschen Siegen zwischen 1965 und 1969 sowie einem Erfolg einer niederländischen Einheit gelang es in der sechsten Auflage dem in Baden-Baden stationierten 3. Canadian Mechanized Commando, sich durchzusetzen. Die Nordamerikaner waren die „technisch reifste Mannschaft“, wie damals unsere Zeitung schrieb. Sie gewannen im Elfmeterschießen gegen das Marine-Fliegergeschwader 3, nachdem es sowohl nach der regulären Spielzeit als auch nach Verlängerung 1:1 gestanden hatte. Der Sieger bekam von Oberst von Kayser, stellvertretender Divisionskommandeur der 3. Panzerdivision, den Wanderpokal überreicht. Diesen hatten die Rotenburger Heeresflieger eigens für die Veranstaltung gebaut. Auf einem Sockel thronte dort ein kleiner Hubschrauber der Staffel. Die Marineflieger waren im Finale zwar die Unterlegenen, jedoch räumten sie bei der Siegerehrung gleich doppelt ab: Für den zweiten Platz gab es eine Trophäe, die von der Stadt Rotenburg gestiftet wurde, zudem noch einen Preis als „torhungrigste Mannschaft“.

Selbst gebaut: Der „Wanderpokal“ des Militärturnieres 1971 mit der Maschine der Heeresflieger.

Von alleine lief das gesamte Turnier nicht. „Die Organisation war schon sehr aufwendig. Schließlich machten wir Kameraden alles selbst“, berichtet Windmüller. So wurden die Fahrzeuge der Staffel als „Shuttlebusse“ zum Sportplatz eingesetzt, die Küche sorgte für die Verpflegung und die Kaserne wurde für alle Teilnehmer zur Übernachtung leer geräumt und hergerichtet. Damit es auch sportlich rund lief, „bestritten wir Vorbereitungsspiele gegen die Engländer in Verden“, fügt der ehemalige Heeresflieger noch an.

Das „Highlight“ der Veranstaltung, bei deren Premiere zunächst nur fünf Mannschaften am Start waren, war aber „der Kameradschaftsabend mit allen Teilnehmern in Flugzeughalle 1. Das war immer feucht-fröhlich. Manche Truppen waren definitiv keine Kinder von Traurigkeit und es ging ordentlich zur Sache“, meint Windmüller und führt fort: „Allgemein war es sehr kameradschaftlich. Man kannte sich ja untereinander.“

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