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Jager zieht es auf die Außen

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Von: Hendrik Denkmann

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Kai Jager (l.) grätscht den Ball ins Aus. Niclas Tiedemann schaut zu.
Außen anstatt innen: Kai Jager (l.), hier gegen Niclas Tiedemann, lief gegen Langwedel in der ersten Halbzeit auf ungewohnter Position auf. © Denkmann

Der VfL Visselhövede hat sein Spiel gegen Langwedel gedreht und hält somit weiterhin vorne in der Tabelle mit.

Visselhövede – Der Ärger war groß bei Lennard Haffke. Mit einem lauten und lang gezogenen „Maaan“ verließ der linke Mittelfeldspieler des VfL Visselhövede beim zwischenzeitlichen Stand von 2:2 den Platz. Kurz zuvor hatte er einen Tritt auf seinen linken Knöchel bekommen und humpelte deshalb (68.). So verfolgte er fortan auf der Bank sitzend, wie seine Mannen den Bezirksliga-Fußballern des FSV Langwedel-Völkersen noch zwei Tore einschenkten und mit 4:2 (0:1) im ersten Heimspiel der Abstiegsrunde noch als Sieger vom Platz gingen.

Gestartet waren die Gastgeber mit einem 4-1-4-1-System, in dem Sechser Kai Jager zunächst auf der ungewohnten linken Außenbahn begann und nach rund 15 Minuten mit Haffke die Seiten tauschte. „Pat (Patrick Peter, Anm. d. Red.) hat die Woche über nicht trainiert. Deshalb hat Kai da angefangen“, klärte Elias Jockusch nach Spielende auf. Auch er selbst agierte in anderer Rolle. Da Chefcoach Thomas Heidler im Familienurlaub in Dänemark weilte, übernahm der eigentliche „Co“ das Kommando an der Seite. Ebenfalls im Urlaub war Stammkeeper Max Kregel, den erneut Michel Brückner im Tor vertrat.

Jockusch stellt das System um

Vergangene Woche hatte er noch 90 Minuten gegen den MTSV Selsingen den Kasten saubergehalten und ein gelungenes Pflichtspiel-Comeback nach überstandener Verletzung gefeiert. Dieses Mal dauerte es nur elf Minuten, bis Brückner das erste Mal hinter sich griff. Beim Schuss von Piet Niemann war er allerdings chancenlos. Wenige Sekunden zuvor hatte er nach einer Ecke den Kopfball von Langwedels frei stehendem Justin Gericke auf der Linie gehalten. Den Gästen gehörte aber auch die komplette Anfangsphase. Das fiel auch Jockusch auf: „Wir haben die ersten 20 Minuten total verpennt. Ich hatte das Gefühl, dass Finn Vollmer allein auf weiter Flur war.“ Deshalb reagierte der Trainer und stellte zurück auf das gewohnte 4-4-2. Allerdings blieb Jager weiter auf der Außenposition, agierte erst mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit im gewohnten defensiven Mittelfeld. Als zweite Spitze brachte Jockusch später Yunes Parvizi für den am linken Oberschenkel verletzten Mirko Peter (43.).

Chancen kreierte Visselhövede im ersten Durchgang selten. Wenn doch, dann war es vor allem Vollmer, der vor dem gegnerischen Tor auftauchte. In der 19. Minute scheiterte aber auch der Stürmer der Gastgeber an Abwehrmann Gericke und in der 38. Minute an Keeper Milan Heitmann.

Parvizi trifft und vergibt

Mit dem Seitenwechsel fand Visselhövede dann besser ins Spiel und glich durch Haffke aus (50.). Sein Schuss aus rund 16 Metern war zwar wenig platziert, Heitmann hatte dennoch seine Probleme und ließ den Ball neben sich in das Tor kullern. Die Freude währte nur kurz. Denn: Nicht einmal 90 Sekunden später nutzte Louis Gehrke einen lang getretenen Freistoß per Kopf zur erneuten Führung. „Nach dem 1:2 kann man natürlich auch mal kaputt gehen“, meinte Jockusch. Sein Team lehrte ihn eines Besseren und drehte die Partie noch komplett.

Zunächst war es Oliver Dittmer, der seinen Freistoß passgenau auf den Kopf von Jan-Hendrik Warncke brachte (60.). Für die erste eigene Führung sorgte Parvizi (73.). Der Stürmer hatte in der Schlussphase dann auch das vorentscheidende 4:2 auf dem Fuß. Allerdings setzte er seinen strammen Schuss aus drei Metern Entfernung gegen den Pfosten, nachdem er bereits den Keeper umkurvt hatte. „Ich weiß auch nicht, wieso der nicht reingegangen ist. Ich habe vorher so schön gedribbelt“, wunderte Parvizi sich selbst und versuchte, sich aus der Affäre zu ziehen: „Aber das 3:2 war sowieso wichtiger.“ Rächen sollte sich der Fehlversuch nicht mehr, da der für Vollmer eingewechselte Marco Jorzick den Deckel drauf machte (90.). Somit steht Visselhövede nach dem Dreier auf Platz drei und ist nur zwei Punkte von der Spitze entfernt.

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