„Es wird ein einmaliges Erlebnis“

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Rotenburgs Judoka Dimitri Peters nahm sich gestern während des Schulfestes der Theodor-Heuss-Schule auch die Zeit für ein ausgiebiges Interview.

Rotenburg - Von Mareike Ludwig - Die Theodor-Heuss-Schule in Rotenburg durfte sich gestern während ihres Schulfestes über einen ganz besonderen Gast freuen: Der in Unterstedt aufgewachsene Dimitri Peters besuchte seine alte Bildungsstätte und schrieb für die Jugendlichen fleißig Autogramme.

Der 28-jährige Judoka des TuS Rotenburg, der bei den Olympischen Spielen in London für Deutschland um eine Medaille kämpfen wird, nahm sich trotz seiner momentan intensiven Wettkampfvorbereitung die Zeit, in seiner Heimat vorbeizuschauen.

Herr Peters, Sie waren bis 2002 selbst Schüler an der Theodor-Heuss-Schule. Was ist es für ein Gefühl, jetzt zurückzukommen?

Dimitri Peters: Als ich gefragt wurde, ob ich zum Schulfest kommen möchte, habe ich sofort ja gesagt. Ich bin hier schließlich jahrelang zur Schule gegangen. Es freut mich, nach so langer Zeit mal wieder dort zu sein. Meinen damaligen Klassenlehrer Herrn Dehmel habe ich auch sofort wiedererkannt.

Passte der kurze Heimatbesuch denn überhaupt in Ihre derzeitige Olympia-Vorbereitung?

Peters: Jein. Natürlich hat es nicht wirklich in meinen vollen Terminkalender gepasst. Aber ich mache solche Besuche gerne, schließlich habe ich in Rotenburg meine Kindheit verbracht, und meine Eltern leben nach wie vor in Unterstedt. Ich fühle mich hier wirklich sehr wohl.

Ist die Verbundenheit mit Ihrer Heimat auch der Grund dafür, warum Sie immer noch für den TuS Rotenburg starten?

Peters: Ich wurde schon des Öfteren gefragt, ob ich nicht den Verein wechseln möchte. Doch für mich persönlich kam es nie in Frage, den TuS Rotenburg zu verlassen. Schließlich habe ich hier meine Wurzeln. Ich möchte dem Verein dadurch meinen Dank ausdrücken.

Also haben Sie auch immer noch Kontakt zu Ihrem damaligen Trainer Volker Mitschke?

Peters: Ja, wir telefonieren regelmäßig. Ich berichte Volker von jedem Wettkampf. Wir verstehen uns super. Ich habe ihm sehr viel zu verdanken, denn er hat mein Talent entdeckt und mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Ich freue mich, dass er mich nach London begleitet.

Und wie sehen Ihre nächsten Wochen aus, bevor es Ende Juli nach London geht?

Peters: An diesem Wochenende bin ich bei einem Testwettkampf in Slowenien, und danach reise ich zu einem Vorbereitungsturnier nach Tschechien. Kurz vor der Abreise nach London habe ich abschließend noch ein zweiwöchiges Trainingslager in Kienbaum.

Worauf freuen Sie sich, unabhängig von Ihrem eigenem Wettkampf, am meisten bei Olympia?

Peters: Ganz klar auf die Eröffnungsfeier. Es war schon immer mein Traum, einmal dabei zu sein. Ich bin bereits total gespannt. Außerdem freue ich mich, mit den ganzen Weltstars im Olympischen Dorf zu wohnen. Es wird ganz sicher ein einmaliges Erlebnis.

Welchem Sportler würden Sie denn gerne über den Weg laufen?

Peters: Ehrlich gesagt bin ich auf alle Athleten sehr gespannt. Am liebsten würde ich Usain Bolt (100-Meter-Weltrekordhalter, Anm. d. Red.) treffen. Den finde ich beeindruckend. Werden Sie sich denn auch noch andere Wettkämpfe anschauen? Peters: Vor meinem eigenen Wettkampf möchte ich nicht allzu viel Programm haben, um mich total auf mich selbst konzentrieren zu können. Danach werde ich aber so viel wie möglich mitnehmen und mir die anderen Wettbewerbe auf jeden Fall anschauen.

Durch die Olympia-Teilnahme steigert sich mit Sicherheit auch Ihr Bekanntheitsgrad. Wie läuft es mit den Werbeverträgen?

Peters: Ich habe zwar einige Verträge, doch sind es so geringe Beträge, dass es nur eine kleine Ergänzung zum eigentlichen Lohn ist.

Also können Sie alleine von Ihrem Sport nicht leben?

Peters: Nein, definitiv nicht. Die Preisgelder für einen Turniersieg sind nicht wirklich hoch. Judo zählt leider immer noch zu den Randsportarten. Ohne die Sportfördergruppe würde ich meinen Leistungssport überhaupt nicht ausüben können. Die unterstützen mich sehr.

Präsentieren Sie sich jetzt vermehrt in der Öffentlichkeit, um weitere Sponsoren zu gewinnen?

Peters: Auf jeden Fall. Das Interesse der Medien ist vor Olympia größer. Das versuche ich zu nutzen, um auf mich aufmerksam zu machen. Doch so viel Zeit habe ich leider auch nicht, da ich meine Wettkampfvorbereitung nicht zu sehr unterbrechen möchte.

Sie sind eher ein bescheidender, zurückhaltender Mensch. Gefällt es Ihnen überhaupt in der Öffentlichkeit zu stehen?

Peters: Das stimmt. Ich bin nicht der Typ, der sich gerne in den Vordergrund stellt. Vor der Kamera brauche ich immer etwas Anlauf.

Davon ist beim Wettkampf aber nichts zu sehen.

Peters: Auf der Matte bin ich ein ganz anderer Mensch. Da will ich nur gewinnen und vergesse alles um mich herum.

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