Johrden gelingt der Sprung

Ehemaliger Scheeßeler Regionalliga-Fußballer ist mittlerweile Co-Trainer bei der U 19 des HSV

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Der Scheeßeler Thomas Johrden ist seit dem Sommer beim HSV Co-Trainer der U 19, die in der Bundesliga spielt.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Thomas Johrden wollte keinen seichten Übergang, kein Ausklingen der Spielerkarriere in unteren Ligen. Er wollte einen „ganz klaren Cut“, wie er selbst sagt. Und er hat ihn vollzogen – bereits mit 29 Jahren. Der Scheeßeler, der es als Spieler mit der SV Drochtersen/Assel bis in die Fußball-Regionalliga und den DFB-Pokal geschafft hat, ist beim Hamburger SV inzwischen Co-Trainer der U 19-Junioren in der Bundesliga.

Vor anderthalb Jahren beendete Defensivspezialist Johrden seine erfolgreiche Spieler-Laufbahn, die er als Knirps beim SV Rot-Weiß Scheeßel begonnen hatte. Bei Werder Bremen hatte der Linksfuß anschließend die Talentschmiede durchlaufen, es in den Regionalliga-Kader der Bundesliga-Reserve geschafft und war 2012 über den TuS Heeslingen nach Drochtersen gekommen.

Doch schon früh dachte Johrden auch an seine Zukunft. Bereits mit 27 Jahren war er im Besitz der Trainer-A-Lizenz. Zudem beendete er in Bremen sein Studium der Gesundheits- und Sportwissenschaft. Aktuell setzt er noch ein Fernstudium im Bereich Gesundheits- und Fitnessmanagement drauf, und neben seinem Job beim HSV arbeitet er zehn Stunden die Woche bei einer Krankenkasse. „Mein Fokus liegt definitiv auf der Trainerschiene“, sagt Johrden und betont: „Es ist ein Privileg, sein Hobby zum Beruf machen zu können.“ Irgendwie klingt es so verlockend einfach (obgleich es das nicht ist), wenn Johrden schildert, wie er beim HSV so schnell so weit gekommen ist. „Mit einem Praktikum bei der HSV-Fußballschule hat es angefangen“, erzählt der 30-Jährige. Von dort aus ging es für ihn nahtlos ins Scouting für die U 11 bis U 14 in der Region Niedersachsen.

„Da musste ich nicht zwei Mal überlegen“

Vor anderthalb Jahren, passend zum Ende der aktiven Zeit, folgte das HSV-Angebot, Co-Trainer der U 14 zu werden. „Man weiß ja vieles, aber vieles hat sich auch automatisiert, und man spult es als Spieler einfach ab. Deshalb war es ein guter Einstieg, um in die Trainerrolle reinzuschlüpfen“, findet Johrden. Bereits nach einem Jahr, im vergangenen Sommer, kam das Angebot, als Co-Trainer zur U 19 zu wechseln, an die Seite von Coach Daniel Petrowsky. „Da musste ich nicht zwei Mal überlegen. Die Entscheidung fiel mir leicht“, sagt Johrden, der seit sechs Jahren in Hamburg wohnt.

Auch mit Fiete Arp arbeitete er Anfang der Saison noch zusammen, ehe der HSV-Hoffnungsträger endgültig ins Profiteam hochgezogen wurde. „Aber der Junge ist immer noch sehr nah an der Mannschaft, guckt sich auch die U 19-Spiele an, wenn es möglich ist“, berichtet Johrden und glaubt: „Er hat alle Voraussetzungen, um sich im Profibereich zu etablieren.“

So etwas gelingt nicht allen, eher den wenigsten, die es schon bis zur U 19-Bundesliga geschafft haben. Das weiß er, nicht nur aus eigener Erfahrung. „Der Sprung ist brutal schwer. Deshalb muss man auch den bestmöglichen Schulabschluss machen“, appelliert Johrden an die Talente. Auch sonst hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert. „Werder war damals auch schon sehr professionell“, erinnert er sich an seine Zeit als Jugendkicker. „Aber gerade, was die Belastungssteuerung angeht, gibt es Riesenfortschritte. Die Jungs sind auch viel athletischer geworden und alle technisch super geschult. Ihnen wird viel abverlangt, aber ihre Entwicklung zu sehen – da geht einem das Herz auf“, sagt Johrden.

„Ich fühle mich richtig wohl im Jugendbereich“

Seine eigene Karrierekurve kann sich ebenfalls sehen lassen. Und es gibt ja genügend prominente Beispiele, dass Trainer schon in jungen Jahren bis ganz nach oben durchstarten. „Das Schöne ist, dass mittlerweile nicht nur Ex-Profis die Chance in der Bundesliga bekommen“, hat Johrden beobachtet, merkt aber auch an: „Ich fühle mich richtig wohl im Jugendbereich.“ Gleichwohl wäre der nächste Schritt in der Lizenzstufe die Ausbildung zum Fußballlehrer. „In sechs, sieben Jahren. Erst mal muss ich noch Erfahrungen sammeln, vorher brauche ich mich da nicht zu bewerben“, bemerkt Johrden und hat seinen fliegenden Wechsel vom Spieler zum Trainer nie bereut – „auch wenn einem die Kameradschaft und das Rumwitzeln in der Kabine mit den Mitspielern fehlt“, wie er gesteht.

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