Bogenschützin Heike Lauridsen ist über Reaktionen auf ihren Erfolg verblüfft

„Jetzt ist es eben mal die Mama“

Heike Lauridsen im Konzentrationsmodus: Vor neun Jahren fing die 51-Jährige eher aus Zufall mit dem Bogenschießen an. Seit Kurzem ist sie nicht nur Landesmeisterin WA im Freien, sondern hält auch den Landesrekord. Foto: Frerichs

Jeersdorf - Von Nicolas Tréboute. Umgekehrte Verhältnisse im Hause Lauridsen: Dass Sebastian Lauridsen seinen Namen in der Zeitung lies, ist schon beinahe nichts Besonderes mehr. Schließlich ist der Fußballer, der derzeit für die SG Unterstedt in der Kreisliga spielt seit mehreren Jahren im Kreis Rotenburg ein Begriff. „Jetzt ist es aber eben mal die Mama“, sagt Heike Lauridsen. Denn seit ihrem Titelgewinn bei den Landesmeisterschaften WA im Freien und dem dabei erzielten Landesrekord ist die Bogenschützin des SV Jeersdorf in ihrem Umfeld Gesprächsthema Nummer eins.

„Ich habe schon zahlreiche Gratulationen erhalten. Auch von Leuten, die man nicht so intensiv kennt. Selbst als ich letztens bei der Post war, habe ich Glückwünsche bekommen“, ist die 51-Jährige ganz überwältigt von den Reaktionen, die ihr entgegengebracht werden: „Das gibt einem schon Auftrieb.“ Auch Vize-Landesmeisterin Margit Müller ist voll des Lobes. „Es ist gigantisch, was Heike leistet“, schwärmt die Jeersdorfer Teamkollegin.

Mit neun Ringen mehr hatte Lauridsen in Wietzenbruch die bisherige Bestmarke pulverisiert, und war dabei selbst von ihrer eigenen Leistunsstärke überrumpelt worden. „Als ich das gehört habe, war ich zunächst völlig ungläubig“, gesteht sie und nennt als Erklärung für das Zustandekommen des neues Rekordes die äußeren Umstände: „Ich war gut drauf und das Wetter hat mitgespielt. Ab 27 Grad beginnt meine Wohlfühltemperatur.“

Dass die neue niedersächsische Meisterin mit dem Recurve-Bogen in ihrer Sportart einmal so erfolgreich sein würde, damit hatte sie selbst nicht gerechnet, als sie vor gut neun Jahren die ersten Gehversuche unternahm. „Es war eher ein Zufall. Ich wollte es eigentlich nur einmal ausprobieren“, erinnert sich Lauridsen zurück. Doch dann machte es ihr so viel Spaß, dass sie am Ball blieb. Das Zusammenspiel aus Konzentration und Koordination gefiel ihr gut, zudem muss „ich mich dabei körperlich nicht so sehr anstrengen“, erklärt sie.

Offenbar hat Lauridsen damit genau ihre perfekte Sportart gefunden und fährt mit großer Wahrscheinlichkeit (die Limitzahlen stehen noch nicht fest) zusammen mit ihren Teamkolleginnen Margit Müller und Silke Ahlers, die bei den Landesmeisterschaften die Plätze zwei und drei belegten, schon bald in die Bundeshauptstadt. Unter dem Titel „Die Finals – Berlin 2019“, finden an dem Wochenende 3./4. August die nationalen Titelkämpfe in zehn unterschiedlichen Sportarten statt, unter anderem in der Leichtathletik, im Schwimmen, im Triathlon, im Boxen und natürlich auch im Bogensport. „Man freut sich auf jeden Fall darauf, aber es ist natürlich auch ein bisschen Druck da“, gesteht Lauridsen.

Zusammen mit Ahrens und Müller ist sie dort im Teamwettbewerb nämlich Titelverteidigerin. „Ob wir das wieder schaffen, wird sehr stark von der Tagesform abhängen“, prognostiziert die Athletin und hofft dabei auf ihre Wohlfühltemperatur. „Nur Margit würde das wahrscheinlich nicht gefallen. Sie mag es gerne etwas kälter“, sagt Lauridsen augenzwinkernd.

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