ANPFIFF Oberliga

Rotenburger SV: Jan Friesen ist für Trainer Ebersbach unverzichtbar

Gestatten, der Rotenburger SV mit seinem Oberliga-Team für die Saison 2020/2021.
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Gestatten, der Rotenburger SV mit seinem Oberliga-Team für die Saison 2020/2021.

Rotenburg – Jeder jubelt anders. Manch einer auch gar nicht. Zumindest nicht für das gestellte Bild. Stürmer Jan Friesen wartet lieber die Realität ab. Auch Stefan Denker, der sich als Torschützenkönig der Fußball-Landesliga damit ja bestens auskennt, ziert sich zunächst. Michel Müller nicht. Der Mittelfeldspieler des Rotenburger SV, der immer einen kessen Spruch auf den Lippen hat, probiert gerne die Pose „für mein erstes Oberliga-Tor“ aus und reißt beide Arme wie Popeye hoch. Aber wie oft dürfen die vergangene Saison erfolgsverwöhnten und mit dem Landesliga-Titel dekorierten Wümme-Kicker als Aufsteiger in der neuen Serie jubeln?

„Wenn du die Oberliga-Trainer fragst, ob Rotenburg bei den sechs Absteigern am Ende der Saison dabei ist, dann sagt zu 100 Prozent jeder Ja!“, glaubt Coach Tim Ebersbach. Und er hat durchaus Verständnis dafür: „Alles andere als der Klassenerhalt als Ziel wäre weg von der Realität. Wir sind eben der kleine Landesliga-Aufsteiger. Natürlich werden wir nicht mehr die spielbestimmende Mannschaft sein und ein paar Mal was auf die Nuss bekommen – aber wir geben uns nicht von vornherein auf.“

Nur Drewes, Kirschke, Iscan und Ebersbach waren damals dabei

Etwas mehr als fünf Jahre ist es nun her, dass der RSV ruhmlos aus der Oberliga abstieg, um in der Landesliga eine komplette Häutung zu vollziehen. Nur Christoph Drewes, Tobias Kirschke, Atilla Iscan und der 2017 auf den Trainerstuhl gewechselte Ebersbach sind noch dabei. „Diese Einzelspieler von damals haben wir nicht. Dafür sind wir von der Breite jetzt besser und ausgeglichener besetzt“, zieht Ebersbach einen Vergleich und meint rückblickend: „Wir haben die letzten Jahre vieles richtig gemacht als Verein.“ Er selbst auch. Bei beachtlichen 1,81 Punkten liegt seine eigene Quote seit Amtsantritt, vergangene Saison gar bei 2,28 Zählern bis zum Abbruch.

„Dass wir jetzt der Underdog sind, steht außer Frage, wir sind aber völlig überzeugt von unserem Ding“, betont der Sportliche Leiter Torsten Krieg-Hasch. Auf große und teure Transfers verzichtete der Verein – im Gegensatz zu früher, im Gegensatz zum Kreisrivalen Heeslinger SC, der sich die Regionalliga zum Ziel gesetzt hat. Die klangvollsten Namen auf der Liste der RSV-Zugänge sind Torwart Fabiano Curia (TuS Harsefeld/29) und Innenverteidiger Sämi van den Berg (Bremer SV/20), die im Normalfall gesetzt sind.

Mickelat soll bewusst und effektiv eingesetzt werden

Als „unverzichtbar“ bezeichnet Ebersbach auch seinen Offensiv-Turbo Jan Friesen. „Mit seinem Tempo ist er nicht zu bändigen und von keinem Innenverteidiger zu halten, wenn der richtige Ball kommt.“ Meist greift der 19-Jährige über den Flügel an, „aber auch zentral ist er richtig eklig“, findet sein Trainer. Friesens Formhoch kommt zum passenden Moment, denn Routinier Björn Mickelat – immerhin schon 39 Jahre alt! – war in der Vorbereitung lange angeschlagen. „Fußballerisch ist er für uns nicht zu ersetzen, aber wir müssen ihn mit seiner Qualität in der Oberliga bewusst und effektiv einsetzen“, sagt der Trainer.

Hinten spricht indes vieles für eine Fünferkette. Ebersbach präferiert das 5-2-3-System – auch „im Hinblick auf die Kracher in den ersten Spielen“. Nach dem schweren Auftakt am Samstag (14 Uhr) bei Kickers Emden folgt schließlich das Heimspiel gegen den Titelaspiranten aus Heeslingen. Zu gerne würden die Rotenburger da schon jubeln – nicht nur fürs Foto.

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