Laura Rahn hört bei den Hurricanes auf und findet klare Worte

„15 Jahre Bundesliga – das reicht dann auch“

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Laura Rahn beendet ihre Bundesliga-Karriere. Die letzten drei Jahren spielte sie für die Hurricanes im Oberhaus.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Noch liegen vier Spiele vor den Bundesliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes – doch für Power Forward Laura Rahn steht schon jetzt eines fest: „Ich hänge keine Saison mehr dran.“ Im Interview erklärt die 30-jährige Hamburgerin, die als Polizeibeamtin bei der Fahndung tätig ist, warum sie dem Schlusslicht und designierten Absteiger den Rücken kehrt.

Schon vor einem Jahr hatten Sie überlegt, mit dem Leistungsbasketball aufzuhören. Jetzt steht Ihr Entschluss endgültig fest?

Laura Rahn: Ja, der stand fast schon vor der Saison fest. Vorletzte Saison war nicht so toll für mich, da hatte ich mir gedacht, dass ich so nicht aufhören wollte und habe noch ein Jahr drangehängt. Ist natürlich doof, dass wir jetzt wohl absteigen werden.

Hat die verkorkste Saison denn eine Rolle bei Ihrer Entscheidung gespielt?

Rahn: Nein, das hat überhaupt nichts damit zu tun, wo wir sportlich stehen. Ich habe auch schon im Januar Utz Bührmann (Vorstand Finanzen, Anm. d. Red.) gesagt, dass ich weder für die erste noch für die zweite Liga zur Verfügung stehe.

Warum denn nicht?

Rahn: Einen normalen 40-Stunden-Job mit der Basketball-Bundesliga zu vereinbaren, das ist hart und kostet viel Kraft. Ich habe jetzt 15 Jahre Bundesliga gespielt – das reicht dann auch. Ich muss einfach zu viel fahren und irgendwie habe ich auch keine Lust mehr, jedes zweite Wochenende quer durch Deutschland zu fahren und zudem drei Mal die Woche erst nach Mitternacht zu Hause zu sein.

Also erste und zweite Liga nicht mehr – aber unterklassig geht es weiter?

Rahn: Ja, in der Oberliga bei Rist Wedel II – zurück zu den Wurzeln. Ganz aufhören kann ich nicht. Und da spiele ich dann mit Katharina Kühn und vielen, die ich kenne, wieder zusammen.

Sie selbst hatten eigentlich stark in der Saison angefangen, dann aber auch abgebaut. Woran lag es?

Rahn: Vielleicht war es so, dass ich durch die Sommerpause am Anfang etwas frischer war. Aber es ist auch komisch: Seit wir angefangen haben, uns zu „verstärken“, ging es bergab. Die Verpflichtungen haben im Endeffekt nichts gebracht. Und inzwischen haben wir uns in ein Loch gespielt, aus dem wir uns selbst nicht mehr rausholen können.

Unter dem neuen Coach Mahir Solo bekommen Sie auch weniger Spielzeit als unter Tomas Holesovsky ...

Rahn: Ich habe den Trainerwechsel befürwortet, aber für mich persönlich war er nicht gut. Ich spiele auf einer Position, die ich nicht bin, ich soll nur noch unter dem Korb spielen, aber man kann mich in den letzten drei Monaten meiner Karriere nicht mehr umformen.

Was denken Sie, welche Fehler in der Saison gemacht wurden?

Rahn: Die Mannschaft wurde schlecht zusammengestellt. Menschlich ist das mit allen supertoll, aber sportlich waren wir einfach nicht gut genug. Wir haben auch zu wenig Größe geholt.

Und wie sehen Sie die Zukunft für die Hurricanes?

Rahn: Jetzt ist der Verein am Zug, um zu planen. Es wird keine einfache Aufgabe. Für den Verein ist es wichtig, in Zukunft stärker auf die Jugend zu bauen, auf Leute aus der Region. Aber fast alle Jugendspielerinnen sind noch nicht bereit für die zweite Liga, zumindest nicht, um dort groß Verantwortung zu übernehmen.

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