Wulfmeyer: In der Region ist es „mau“

Die Internet-Auftritte der Fußballvereine: Hemsbünde hat die Ideen

Die Facebook-Seite des TuS Hemsbünde.
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Der TuS Hemsbünde kührt auf seiner Facebook-Seite unter anderem auch seinen Man of the Match.

Die Aktivität der Fußballvereine auf den Social-Media-Plattformen ist sehr unterschiedlich. Während viele Clubs kaum etwas posten, sind einzelne besonders kreativ.

Rotenburg – Die Highlights der eigenen Punktspiele im Video zusammenschneiden oder den Man of the Match küren. Einzelne Vereine im Altkreis versuchen, mit kreativen Ideen auf Social Media nicht nur die eigenen Mitglieder über das Vereinsgeschehen zu informieren. Die jeweiligen Verantwortlichen gehen mit der Zeit und wollen vor allem eins: Bei der Jugend gut ankommen.

Das sieht auch Mark Wulfmeyer so: „Du musst dich interessant machen und Werbung für den Verein machen.“ Der Fußballabteilungsleiter des TuS Westerholz setzte sich dafür 2019 unter anderem mit dem damaligen Herren-Coach Matthias Klindworth zusammen und überlegte, „was bei Jüngeren gut ankommt. Neben einer Musikbox in der Kabine und Musik beim Einlaufen war das eben Instagram.“ Seitdem verantwortet der 48-Jährige den in der Folge erstellten Account, während Herren-Spieler Björn Banehr den Facebook-Auftritt betreut.

Grams recherchiert bei den Bundesligisten

In Eigenregie und mit zwei Bildbearbeitungsapps bastelt Alexander Grams die Beiträge für die Social-Media-Seiten des TuS Hemsbünde. Das Team aus der 2. Kreisklasse ist dabei eines der aktivsten in der digitalen Vereinswelt. Aber auch durch verschiedene und zumindest in der Region kaum vorhandene Formate zeichnet sich der Club aus. So kürt der Verein nach jeder Partie zum Beispiel seinen Man of the Match. Selbst Spielerverpflichtungen wie jüngst die von Enrico Veckenstedt und Björn Oster bekommen durch die bildliche Darstellung, bei der der Spieler in Vereinskleidung den Vertrag gerade unterschreibt, einen professionellen Anstrich. Dies dürfte wohl damit zusammenhängen, dass Grams sich „dazu auch bei den Bundesligisten anguckt, was die so machen“.

Aus seiner Recherche zog der 33-Jährige einige Ideen und plant in diesem Jahr nun die Vorstellung der Neuzugänge noch etwas zu erweitern. So sollen sie zusätzlich drei Fragen beantworten, „um die Jungs besser kennenzulernen“. Zudem solle der Trainingsstart genutzt werden, „um kurze Videos auf dem Sportplatz zu drehen. Dabei bestreiten zwei Jungs lustige Challenges, die irgendwas mit Torschuss oder ähnlichem zu tun haben“, skizziert Grams grob seine Idee.

Genau an dieser Kreativität und Entschlossenheit fehle es vielen Vereinen im Altkreis, bemängelt Wulfmeyer. „Hier in der Region ist es etwas stiefmütterlich und etwas mau.“ Anders sehe das in und um Ahlerstedt (Landkreis Stade) aus, habe der aus der Region stammende Klindworth Westerholz‘ Fußball-Boss im damaligen Gespräch gesagt.

RSV erhält Bewerbungsvideos aus Südamerika

Dabei verbirgt sich hinter einem halbwegs gut geführtem Social-Media-Auftritt großes Potenzial. Neben dem Erreichen der Jugend dienen die Plattformen auch der Kontaktaufnahme „potenzieller Investoren“ sowie der Präsentation bereits bestehender Partner, meint Luca Andresen. Der ehemalige Spieler und Instagram-Beauftragte des Rotenburger SV weiß auch: „Es ist gut für das Image des Vereins und cool eine mediale Präsenz zu haben.“ Dem schließt sich auch Steffen Lohmann an. Der zweite Vorsitzende des SV RW Scheeßel betreut aktuell noch als Pressewart die sozialen Medien des Vereins. Doch dieses Amt plant er, abzugeben: „Perspektivisch suchen wir jemanden, der die Pressearbeit macht.“ Dann werde er sich gemeinsam mit dem Nachfolger zusammensetzen und hinterfragen, „was wir künftig schalten wollen“. Ein genauer Plan sei schließlich wichtig.

In manchen Fällen werden die Profile aber auch anderweitig genutzt. Zum Beispiel der Instagram-Account des Rotenburger SV, wie Andresen verrät: „Es schicken uns Spieler aus der ganzen Welt Bewerbungsvideos, in denen sie Skills zeigen oder besondere Tore schießen.“ Hintergrund: Sie wollen in der Oberliga für den RSV spielen. Die Bewerbung mit der weitesten Entfernung erreichte den 22-Jährigen aus Südamerika. Andresen kann das alles nicht nachvollziehen: „Der Account ist nicht für die Spielerakquise gedacht. Die sollen lieber auf die Homepage gehen und sich beim Trainer melden.“ Stattdessen wolle er sich dort lieber mit sozialen Aktionen wie der „Ihr könnt auf uns zählen“-Kampagne des Magazins 11 Freunde beschäftigen und so die Werte des Vereines auf über die sozialen Medien kommunizieren.

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