Rotenburgs Handballer legen Einspruch ein

Spielabbruch nach Lichtausfall bei 26:14-Führung gegen Haren

Die Pestalozzihalle von innen. Zuschauer (l.) sitzen auf der Tribüne, die Handballer stehen auf dem Feld.
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Wirklich zu dunkel? So sah es in der Pestalozzihalle aus, nachdem im hinteren Teil Lichter ausgefallen waren.

Während Rotenburgs Handballer die Abbruch-Entscheidung der Schiedsrichter nicht nachvollziehen können, zeigt der Gäste-Trainer Hans Paust Verständnis.

Rotenburg – Applaus für die eigene Mannschaft, Pfiffe für die Schiedsrichter – das kommt auch bei den Heimspielen des TuS Rotenburg schon mal vor. Aber nicht so! Erstmals in der Geschichte des Handball-Oberligisten entschieden die Unparteiischen, eine Partie vorzeitig zu beenden. Als gegen den TuS Haren in der 47. Minute ein Teil der Deckenbeleuchtung in der Pestalozzihalle ausfiel und trotz aller Bemühungen auch nach knapp 25 Minuten nicht wieder zum Erstrahlen zu bringen war, brachen die Referees Maximilian Schwarze und Björn von der Linde (SG Friedrichsfehn/Petersfehn) ab – zum Entsetzen der Rotenburger, die zu diesem Zeitpunkt mit 26:14 (14:9) geführt hatten und nun um die fast sicheren Punkte fürchten. Der TuS Rotenburg hat laut Trainer Nils Muche Einspruch gegen den Abbruch eingelegt.

„Unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen“, nannten die Schiedsrichter als Grund des Abbruchs, ehe sie in ihrer Kabine entschwanden. Denn: Von den insgesamt 96 Deckenleuchten waren exakt 16 erloschen – und alle befanden sich im hinteren Teil der Halle, über dem Tor des TuS Haren. Nur jede zweite Lampe brannte dort noch – „das ist unsere Trainingsbeleuchtung“, merkte Rotenburgs Spielmacher Tim Kesselring an, denn dann seien ebenfalls nicht alle Lichter an. Der Vorschlag von Zeitnehmer Dietmar Hornig, selbst erfahrener Schiedsrichter, auch im restlichen Teil der Halle einige Lampen auszuschalten, um bei gleichen Bedingungen vor rund 160 Zuschauern weiterspielen zu können, wurde abgelehnt.

Lagebesprechung mit klarem Ergebnis: Die Unparteiischen teilen Nils Muche (r.) und Holger Drees (l.) aus Harens Trainerteam ihre Entscheidung mit.

„Die Sicherung ist raus. Und weil der FI-Schutzschalter rausgesprungen ist, ging die auch nicht wieder rein. Wahscheinlich ist es ein Defekt in den Lampen selbst“, erklärte Abteilungsleiter Bernd Meyer, nachdem auch der eiligst herbeigerufene Hallen-Notdienst keine Abhilfe schaffen konnte. Eine Wertung gegen sein Team kann sich Meyer nicht vorstellen. „Aus meiner Sicht ist es ja höhere Gewalt. Deshalb müsste es theoretisch wiederholt werden“, vermutete er.

Dass es überhaupt zum Abbruch kam, war für Nils Muche nicht nachvollziehbar. „Das war eine Entscheidung der Schiedsrichter, die uns in Kenntnis gesetzt haben, dass sie nicht wieder anpfeifen. Sie haben nicht explizit gefragt, ob beide Mannschaften weiterspielen wollen“, betonte er. „Für uns hätte das Spiel definitiv weitergehen können. Ich sehe da keine Gefährdung.“ Doch genau die führte Harens Trainer Hans Paust an. „Natürlich ist das ärgerlich für Rotenburg, aber das ist ja kein Kreisklassenspiel“, meinte er. „Unser Torwart kann bei dem Licht nicht richtig gucken und die Spieler könnten sich verletzen. Genug Verletzte haben wir schon. Es ist doch einwandfrei dunkler – und dieses hell-dunkel ist schon sehr ungewohnt und deshalb zu gefährlich.“

Bis dann standen die Emsländer allerdings auch bereits im Schatten – im Schatten der stark aufspielenden Rotenburger. Insbesondere Keeper Yannick Kelm war der Garant für die deutliche Führung. Diese hätte sogar noch deutlicher ausfallen können, hätte Kelms Pendant, der Brasilianer Joao Victor Perez Filiciano, nicht ähnlich prächtig pariert. Bester Schütze bis zum Abbruch war Rechtsaußen Daniel Barkholdt mit sechs Treffern gewesen. „Wir hätten die Schmach von letzter Woche kompensieren können. Das war gut“, ärgerte sich Coach Muche umso mehr über den plötzlichen Abbruch, der nun ein Nachspiel haben wird. Wie das dann ausgeht, ist jedoch noch fraglich.

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