„Immer wieder neu erfinden“

Teammanager Michael Polworth über die Hinrunde und die Zukunft des TuS Rotenburg

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Ziehen erfolgreich die Fäden im Hintergrund beim TuS Rotenburg: Der Teammanager und zweite Vorsitzende Michael Polworth (r.) und Handball-Abteilungsleiter Friedrich Behrens.

Rotenburg - Von Jürgen Honebein. Bei Michael Polworth, dem Teammanager des Handball-Oberligisten TuS Rotenburg und stellvertretenden Vorsitzenden der Abteilung, laufen viele Fäden zusammen. Grund genug, um nach exakt der Hälfte der Saison mit ihm über das bisherige Abschneiden des Aufsteigers und die Zukunft zu sprechen.

15:11 Punkte und Platz vier nach der Hinrunde sind eine sehr gute Bilanz. Ist das der Grund dafür, dass in der Winterpause keine neuen Spieler verpflichtet wurden?

Michael Polworth: Wenn wir Spieler verpflichten, müssen die optimal zu uns passen. Das hat bei uns höchste Priorität. Der Vorstand und das Trainerteam vertrauen unseren Spielern und ich denke, dass die Mannschaft auch eine erfolgreiche Rückrunde spielen wird. Mit Sascha Nijland vom TV Sottrum haben wir ja schon einen Spieler für die nächste Saison. Mit weiteren stehen wir in Kontakt.

Glauben Sie, dass es der Mannschaft einen zusätzlichen Schub gibt, dass die Verträge des Trainers, Co-Trainers und Physiotherapeuten schon so frühzeitig verlängert wurden?

Polworth: Auf alle Fälle. Mannschaft, Trainer- und Physioteam sind zu einer festen Einheit zusammengewachsen. Es ist immer besser, frühzeitig Entscheidungen zu treffen und zu kommunizieren. Das empfinden die Spieler auch als Wertschätzung.

Der TuS Rotenburg spielt bis auf wenige Ausnahmen nur mit Spielern, die aus der eigenen Jugend stammen. Soll dieser Weg weiter beschritten werden? Und reicht das auf Dauer für die Oberliga?

Polworth: Ob das langfristig reicht, kann ich noch nicht absehen. Unser Ziel ist es, uns in der Oberliga langfristig zu etablieren. Die vierte Liga gehört schon zum Halbprofi-Bereich, und auch wir müssen uns immer wieder in jeder Hinsicht neu erfinden. Dass irgendwann ein Spieler zu uns kommt, der nicht unbedingt aus dem näheren Umkreis kommt, kann ich nicht ausschließen. Aber es freut uns auch sehr, dass wir einige junge Spieler bei uns im Verein haben, die mittelfristig in der Oberligamannschaft spielen können.

Trainer Nils Muche setzt viel auf die Jugend und hat großen Erfolg damit. Was zeichnet ihn aus?

Polworth: Nils ist positiv gesehen handballverrückt. Manchmal auch sehr lautstark. Er lebt 60 Minuten Handball. Er arbeitet viel an der Seitenlinie, gibt jedem Spieler sofort ein Feedback und entwickelt diese permanent weiter. Bei ihm ist das Spiel erst bei der Schlusssirene zu Ende, was uns schon manchen Punkt oder auch zwei beschert hat, weil wir nicht aufgegeben und bis zur letzten Sekunde gekämpft haben. Auch die kommunikative Art schätzen Friedrich Behrens (Abteilungsleiter, Anm. d. Red.) und ich sehr. Wir reden viel miteinander und tauschen uns sehr oft aus.

Gehen Sie davon aus, dass alle Spieler bleiben, wenn der Klassenerhalt geschafft wird?

Polworth: Bis auf Lukas Misere haben fast alle Spieler bereits für die neue Saison zugesagt. Bei Patrick Zahn ist noch ein Fragezeichen, weil er der Familie mehr Zeit widmen will, Klaas Badenhop ist beruflich sehr eingespannt. Wir sind aber noch in Gesprächen, ich bin da sehr zuversichtlich. Lukas Misere hat immer wieder Angebote von höherklassigen Vereinen. Er hört sich alles an und informiert uns darüber. Ein großer Vertrauensbeweis, den wir zu schätzen wissen. Auch mit ihm werden wir zeitnah noch weiter sprechen.

Trotz der 15:11 Punkte ist der Klassenerhalt noch nicht in trockenen Tüchern. Es kann sein, dass aus der 3. Liga mit dem VfL Fredenbeck, OHV Aurich und ATSV Habenhausen drei Teams absteigen. Dann reicht vielleicht nur Platz zehn. Wird das beim TuS Rotenburg unterschätzt?

Polworth: Nein, auf keinen Fall. Wir haben vor Saisonbeginn immer betont, mindestens 20 Punkte zum Klassenerhalt zu benötigen. Nach der Hinrunde wohl eher mehr. Bis auf Altjührden kann in dieser Spielklasse jeder jeden schlagen – das ist das Gefährliche. Von unserem derzeitigen Platz vier bis zu einem möglichen Abstiegsplatz zehn sind es nur vier Punkte. Das wissen wir.

Der TuS Rotenburg hat in 13 Spielen der Hinrunde fünf Niederlagen kassiert. Welche war Ihrer Meinung nach nicht nötig?

Polworth: Na ja, da fällt mir natürlich die beim TV Neerstedt ein. Der Tag war gebraucht, aber Schwamm drüber, das ist Geschichte. Aus allen Niederlagen lernen wir. Nur dann kann man sich weiter entwickeln.“

Nun geht es zum souveränen Spitzenreiter Altjührden. Sehen Sie eine Chance?

Polworth: Altjührden ist in dieser Saison der FC Bayern München der Oberliga Nordsee. Fast unschlagbar. Ein sehr starkes Team mit vielen herausragenden Spielerpersönlichkeiten, die zum Teil schon Bundesligaluft geschnuppert haben. Da muss alles passen, wenn man dort Punkte mitnehmen will. Mannschaft und Trainerteam werden die Videoaufzeichnung des Hinspiels noch einmal analysieren. Wer weiß, welche Taktik Nils Muche und Maik Hoops dieses Mal aus dem Hut zaubern. Vielleicht klappt es ja.

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