Eric Kruse beendet seine eindrucksvolle Handballkarriere / Wenn Not am Mann ist . . .

„Immer mit dem Herzen dabei“

Ein letztes Mal mit voller Kraft Richtung Tor: Eric Kruse (am Ball) beendete mit dem abschließenden Saisonspiel gegen den ATSV Habenhausen III seine Karriere. - Foto: Woelki

Sottrum - Mit dem letzten Saisonspiel gegen den ATSV Habenhausen III beendete Handball-„Denkmal“ Eric Kruse wenige Tage nach seinem 40. Geburtstag seine aktive Laufbahn beim TV Sottrum. Kruse ist seit vielen Jahren als selbstständiger Koch beruflich stark eingespannt. Zudem möchte er jetzt mehr Zeit für seine Familie haben. Wir fragten bei ihm nach.

Sie stehen noch voll im Saft. Warum hören Sie jetzt auf?

Eric Kruse: Der Handballsport ist sehr viel athletischer geworden. Bisher bin ich von größeren Verletzungen verschont geblieben, doch inzwischen spüre ich bei Belastungen immer mehr meine Gelenke. Ich möchte nicht so lange warten, bis ich mich ernsthaft verletze. Außerdem fehlt mir die Zeit, um regelmäßig zu trainieren.

Können Sie denn überhaupt ganz auf den Handball verzichten?

Kruse: Nein, das glaube ich nicht. Ich werde immer mit dem Herzen dabei sein. Vielleicht sitze ich auch ab und an einmal mit auf der Bank, um unseren Trainer zu unterstützen.

Können Sie sich vorstellen, noch einmal in die erste Mannschaft zurückzukehren?

Kruse: Nein, das will ich auch gar nicht. Die Sottrumer Mannschaft ist inzwischen so in sich gefestigt, dass sie mich nicht mehr braucht wie noch vor einigen Jahren. Wenn allerdings einmal richtig Not am Mann sein sollte, werde ich helfen.

Ihre Familie besteht aus Ehefrau Andrea, selbst erfolgreiche Handballerin, und den zwei kleinen Kindern Lea und Thjorven. Ist der Nachwuchs auch vom Handballbazillus befallen?

Kruse: Im Moment noch nicht, aber Talent haben sie sicher. Sie müssen aber kein Handball spielen, sondern sollen sportlich das machen, worauf sie Lust haben.

Was waren die Erfolge auf Ihrem langen Handballweg, an die Sie sich gerne zurückerinnern?

Kruse: Sie alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. In der Jugend der Aufstieg mit dem TSV Ottersberg in die Oberliga. Beim TV Oyten und ATSV Habenhausen hatte ich schöne Erfolge im Herrenbereich. Und in jüngster Zeit natürlich die Aufstiege mit dem TV Sottrum bis in die Landesliga.

Wenn Sie heute 18 Jahre alt wären, was würden Sie anders machen?

Kruse: Ich bin immer sehr oft auf mein rechtes Knie gefallen, da ich so komisch abgesprungen bin. Deswegen spiele ich auch schon seit langer Zeit mit einer Kniebandage. Das würde ich heute gleich anders lernen. Nein, Spaß bei Seite, ich bin total zufrieden, ich würde kaum etwas anders machen.

Und wie wird sich Eric Kruse ohne Handball fit halten?

Kruse: Vielleicht werde ich mich in Sottrum der „Trainingsgruppe II“ anschließen. In der sind viele ehemalige Fußballer, alle um die 40 Jahre. Und ich werde wieder vermehrt durch die Natur joggen, dann aber ohne Walkman, denn ich will dabei meine Ruhe haben. - jho

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