Stemmens Stürmer mit Doppelpack gegen die „Eigentor-Experten“ des RSV II

4:1 – Illinger ist auch vom Gewitter nicht zu stoppen

Rotenburgs A-Jugendlicher Cedric Sackmann (l.) kam früh zu seinem Debüt und hinterließ einen ordentlichen Eindruck. Hier versucht er, an Stemmens Hussen Kenj vorbeizukommen. - Foto: Freese

Rotenburg - Von Vincent Wuttke. Der Befreiungsschlag ist geglückt – zumindest dem TV Stemmen. Mit einem 4:1 (1:0)-Sieg im Derby der Fußball-Bezirksliga haben die Schwarz-Gelben den ersten Auswärtssieg gefeiert und sich Luft im Tabellenkeller verschafft. Der unterlegene Rotenburger SV II steht dafür weiter mit leeren Händen am Tabellenende.

Die Gäste setzten sich durch, obwohl sie nur zwei Tore selber erzielten – zwei Mal halfen die Rotenburger. „Das Ergebnis ist dennoch verdient. Wir waren die bessere Mannschaft“, fand Uwe Schmidt aus dem Trainer-Trio des TV Stemmen. Dabei ließ sich seine Mannschaft – ganz im Gegenteil zu den Hausherren – auch von einer elfminütigen Gewitterunterbrechung kurz nach der Halbzeitpause nicht stoppen.

Auf Rotenburger Seite riss mit der zusätzlichen Pause der Faden völlig. Es folgten der Einbruch und zwei Eigentore. So war die Gemütslage von Coach Bernd Santl dementsprechend getrübt: „Man kann sagen, dass wieder alles schief gegangen ist“, resümierte er durchaus bedient. Vor allem die vielen Eigentore – schon im vorherigen Spiel traf die RSV-Reserve zwei Mal ins eigene Geäuse – machen den Trainer etwas ratlos. „Ich kann es nicht erklären, keine Ahnung, wieso gerade so viele davon fallen.“

In der 52. Minute hatte Jewgenij Teichreb einen Schuss von Stemmens Stürmer Martin Illinger ins eigene Netz befördert. „Und mit dem 0:2 hat sich das Team aufgegeben, obwohl noch genug Zeit war, das Spiel zu drehen“, kommentierte der Rotenburger Coach. Die negative Krönung gab es in der Nachspielzeit, als der bis dahin beste Rotenburger, Außenverteidiger Robert Packmor, eine Flanke aus elf Metern unhaltbar im eigenen Tor unterbrachte – 1:4. „Eigentlich war er da völlig unbedrängt. Das ist fast unerklärlich“, fand Santl.

Dabei hatte Rotenburg gut begonnen und Vorteile besessen. Nach sechs Minuten scheiterte Kay Slominski aus fünf Metern an Stemmens Schlussmann Florian Schirmacher, nach 25 Minuten lief Andrej Edel allein aufs Tor zu und scheiterte am guten Keeper. „Da müssen wir einfach führen!“, meinte Santl. Danach nahm Stemmen das Zepter in die Hand und war etwas überlegen. „Aufgrund der Tabellensituation war klar, dass wir nicht mit einer breiten Brust hierher kommen. Nach 20 Minuten haben wir uns aber gefangen und dann gut über die Außen gespielt“, fand Schmidt.

Nach exakt einer halben Stunde besorgte Martin Illinger die Führung der Gastgeber, als er völlig frei mit einem Flachschuss von der Strafraumkante traf. Auch in der zweiten Halbzeit war der Stürmer zur Stelle und staubte aus kürzester Distanz zum 3:0 ab (71.). Das anschließende 1:3 durch Andrej Edel, der nach einem Foul von Nils-Ole Beckmann an ihn zwar zunächst beim fälligen Elfmeter an Schirmacher scheiterte, aber den Nachschuss ins leere Tor schoss, brachte keine Schlussoffensive mehr. „Wir hätten am Ende sogar noch höher gewinnen können“, dachte Schmidt an die Chancen von Fabian Bentz, die erst an der Latte (54.) und dann auf der Linie bei Robert Packmor endeten (59.).

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