Karriereende zum Jahresende 

Judoka Dimitri Peters: „Ich will am Höhepunkt aufhören“

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Die olympischen Spiele 2012 in London waren für Dimitri Peters (l.) der Höhepunkt seiner Laufbahn. Der ehemalige Rotenburger, der in der Kreisstadt unter Volker Mitschke und Heinrich Friauf die Kampfkunst erlernte, will am Ende des Jahres seine Laufbahn beenden. „Es ist der richtige Zeitpunkt gekommen“, verkündet er. 

Rotenburg - Von Vincent Wuttke. Über viele Jahre war Dimitri Peters das sportliche Aushängeschild der Region. Der ehemalige Judoka des TuS Rotenburg, der seit 2014 für das Judo-Team Hannover kämpft, feierte bei den Olympischen Spielen in London im Jahr 2012 mit der Bronzemedaille seinen größten Erfolg. Nun erlebt der 32-Jährige, der seit mittlerweile über zehn Jahren in Hannover lebt, die letzten Züge seiner Laufbahn. „Nach der Weltmeisterschaft in Budapest im August ist Schluss“, bestätigt Peters, der erst am vergangenen Wochenende die Deutsche Meisterschaft gewonnen hatte.

Und auch wenn Peters immer noch internationale Klasse verkörpert, ist der Entschluss kürzlich gefallen. „Ich möchte am Höhepunkt meiner Leistungsstärke aufhören und nicht wie ein altes Pferd irgendwann aussortiert werden“, nennt er seine Gründe. 

Den Schritt in die „Leistungssport-Rente“ hat sich der gelernte Industriemechaniker wohl überlegt – auch wenn er nicht leichtgefallen ist. „Mein Herz hängt schließlich immer noch am Judo. Aber es ist der richtige Moment gekommen, um mit dem Leistungssport aufzuhören“, meint er. „Ich bin stolz darauf, dass ich dank meiner Leidenschaft die ganze Welt bereist und so viel erreicht habe.“

Dabei hatte Peters, der im Alter von elf Jahren beim TuS Rotenburg unter den Trainern Volker Mitschke und Heinrich Friauf angefangen hat, zurück in die Erfolgsspur gefunden und sich seinen sechsten Titel bei der Deutschen Meisterschaft geholt – und das gegen seinen ärgsten Konkurrenten Karl-Richard Frey aus Leverkusen. 

„Mit meinem Alter bin ich eine Ausnahme im Judo-Spitzensport. Die meisten hören schon mit 30 auf“, erklärt der in Rotenburg aufgewachsene Sportler. Da er in seiner Karriere von schweren Verletzungen verschont blieb, ist er auch im hohen Kampfalter noch in Topform. „Ich hatte nur so ein paar Kleinigkeiten. Einmal war mein Meniskus angerissen oder ein paar Schulterbänder durch. Ein paar Kapselrisse waren auch dabei“, erzählt er schmunzelnd.

Sportliche Erfolg steht nicht mehr allein an erster Stelle

Mittlerweile haben sich die Interessen von Peters verschoben. Der sportliche Erfolg steht nicht mehr allein an erster Stelle. „Ich habe für meine Laufbahn sehr viel geopfert. Das sehen die meisten nicht. So hatte ich nur wenig Zeit für meine Familie oder Freunde“, erklärt der zweifache Familienvater. Seinen Kindern will Peters in der nächsten Zeit sein Hauptaugenmerk schenken, „denn irgendwann werden sie so alt sein, dass sie sagen, ich wäre peinlich und sie lieber allein in die Welt ziehen wollen“, erzählt der Judoka und lacht. 

Zudem kümmert sich der sechsmalige Rotenburger Sportler des Jahres auch um seine berufliche Zukunft. „Nach einer Judokarriere hat man schließlich nicht ausgesorgt“, sagt er. So wird er die Bundeswehr verlassen. „Ich habe mich bei der Berufsfeuerwehr in Hannover beworben“, verrät Peters.

Nach der Weltmeisterschaft wird der Noch-Sportsoldat derweil nicht sofort komplett mit Judo aufhören. Erstmal beendet er noch die Bundesliga-Saison und wird in der Folge abtrainieren. „Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, mein Wissen als Trainer an Kinder weiterzugeben“, sagt der 32-Jährige. Und dann möchte der ehemalige Rotenburger auch über den sportlichen Tellerrand schauen. „Ich habe mir schon ein Mountainbike gekauft. Außerdem habe ich Lust aufs Tauchen. Und mein Sohn spielt Handball. Das möchte ich auch mal ausprobieren“, erklärt Peters, der aber in alle Sportarten locker reinschnuppern will. „Hauptsache ohne Erfolgsdruck.“

Und mehr Zeit für Besuche in der Heimat Rotenburg bleibt auch. Denn auch wenn Peters seit mehr als zehn Jahren in Hannover lebt, ist seine Familie hier geblieben. „Ich trage die Stadt immer noch in meinem Herzen und komme immer wieder gerne zurück, um mich an die alten Zeiten zu erinnern“, sagt Peters. Vor allem der Kontakt zu seinen alten Trainern Volker Mitschke und Heinrich Friauf ist geblieben. „Wir telefonieren oft. Bald kommt er unseren Verein auch wieder besuchen“, sagt Mitschke.

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