Jannis Niestädt ist vorne wie hinten wertvoll für den RSV – und wird immer schneller

„Ich bin als Stürmer eklig“

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Jannis Niestädt (r.) weiß sich nicht nur in der Abwehr durchzusetzen. Auch als Stürmer bringt er seinen Körper ein und lässt sich vom Trikotzupfen ohnehin nicht aufhalten.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Jannis Niestädt muss überlegen. Was würde als Berufsbezeichnung eigentlich auf seiner Fußball-Visitenkarte stehen? Innenverteidiger oder doch eher Stürmer? „Gute Frage“, sagt der Landesligaspieler des Rotenburger SV. „Ich spiele beides gerne. Doch vor dem Tor ist es schon cool“, entscheidet er sich für die offensive Rolle. Und eben die füllte der achtmalige Saisontorschütze beim 4:1-Auswärtssieg gegen den TuS Celle FC optimal aus – dem 21-Jährigen gelang sein erster Dreierpack in dieser Liga.

„Beim TuS Hellwege habe ich es schon zwei, drei Mal geschafft, da habe ich als Zehner gespielt – aber das war in der 2. Kreisklasse“, erinnert er sich.

Beim RSV durfte er lange Zeit „nur“ als Innenverteidiger ran – weil die Rolle ihm bei seiner Kopfballstärke und Robustheit eben auf den Leib geschneidert ist. Weil er sie bis dato auch erfolgreich interpretiert hat. Stürmer war er vorher nie – „nur für die letzten zehn Minuten mal, wenn das Spiel auf der Kippe stand“, sagt Niestädt. Das sollte sich im Laufe dieser Saison unter Coach Jan Fitschen ändern. Das Sturmdebüt gab Niestädt gegen Treubund Lüneburg, beim folgenden 2:1 gegen den TSV Etelsen gelang ihm prompt ein Treffer – dann musste er wieder nach hinten, aufgrund der Personalnot. „Jan Fitschen hatte mir gesagt, dass ich Stürmer bleibe, außer Christoph Drewes oder Kevin Klützke fallen aus.“ Und so wurde die Angriffskarriere erst einmal unterbrochen. Seit drei Spielen ist Niestädt nun wieder ganz vorne zu finden. Vor dem Spiel in Celle hatte er sogar einen Treffer versprochen. „Es gab ja ein paar Stimmen, die fragten, warum ich vorne spielen würde. Außerdem hatte mich das Ding eine Woche zuvor gewurmt“, erinnert der angehende Informatikkaufmann an seine vergebene Großchance gegen Jahn Schneverdingen.

Gerne würde er auch in den letzten Saisonspielen offensiv auflaufen. Und er kennt seine Vorteile: „Ich bin als Stürmer eklig und nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen. Mir ist es auch egal, wenn mich einer kneift“, verweist Jannis Niestädt auf seine Arme: „Die sind nach dem Celle-Spiel komplett blau.“ Werbung in eigener Sache hat er mit dem Dreierpack ja genug betrieben. Und weitere Argumente liefert er auch: „Ich habe im letzten Jahr an Schnelligkeit gewonnen – das fasziniert mich selbst. Früher war der Antritt meine Schwäche, aber ich habe auch ein paar Kilo abgenommen und fühle mich jetzt viel fitter.“

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