Rotenburgs Judo-Ass Dimitri Peters will eine WM-Medaille / Bei der Familie die nötige Kraft getankt

„Ich sehe mich in der Favoritenrolle“

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Geschafft: Dimitri Peters besiegte bei den Olympischen Spielen Ramziddin Sayidov aus Usbekistan und holte damit Bronze. Nun will der Unterstedter bei der WM wieder angreifen. ·

Rotenburg - Von Mareike LudwigKnapp ein Jahr ist es her, seit Dimitri Peters seinen bisher größten sportlichen Erfolg feiern durfte. Das Judo-Ass des TuS Rotenburg gewann bei den Olympischen Sommerspielen in London die Bronzemedaille in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm. Eine Knieverletzung im April dieses Jahres machte einen Start bei den Europameisterschaften dann jedoch undenkbar. Rechtzeitig zu den Weltmeisterschaften im brasilianischen Rio de Janeiro meldet sich der 29-jährige Unter stedter zurück.

Herr Peters, hat sich seit dem 2. August 2012 etwas in Ihrem Leben verändert? Schließlich gehören Sie jetzt zu den Medaillengewinnern des größten und bedeutendsten Sportereignisses der Welt.

Dimitri Peters:Ja, auf jeden Fall. Seit London werde ich plötzlich auf der Straße erkannt und nach Autogrammen gefragt. Es ist ein schönes Gefühl, dass sich die Leute auch ein Jahr danach immer noch an mich erinnern können.

Haben Sie es denn mittlerweile realisiert, was Ihnen damals in London gelungen ist?

Peters:Es hat zwar etwas gedauert, doch nun weiß ich, dass mir die Medaille keiner mehr wegnehmen kann. Ich habe mich in der Geschichte des Sports verewigt. Wahnsinn, dass mein Traum wirklich in Erfüllung gegangen ist.

Schauen Sie sich auch heute noch manchmal Ihre Kämpfe von London an?

Peters:Ja klar. Immer, wenn ich mir die Bilder anschaue, kommt alles wieder hoch. Dabei habe ich auch immer noch eine Gänsehaut.

Fällt es Ihnen daher in diesem Jahr schwerer, sich für Wettkämpfe zu motivieren?

Peters:Nein, im Gegenteil. Ich habe mir neue Ziele gesteckt.

Und wie sehen diese aus?

Peters:Ich möchte auch unbedingt mal eine Medaille bei den Weltmeisterschaften gewinnen. Ich weiß, was es bedeutet, bei einem Großereignis auf dem Siegerpodest zu stehen. Das möchte ich möglichst noch einmal erleben.

Apropos WM. Ende August finden die Titelkämpfe in Rio de Janeiro statt. Können Sie nach Ihrer Knieverletzung wieder voll trainieren?

Peters:Durch meinen Meniskuseinriss musste ich im April erstmal einige Wochen pausieren und konnte daher leider auch nicht bei den Europameisterschaften in Ungarn starten. Jetzt bin ich aber zum Glück wieder vollkommen genesen und merke von meiner Knieverletzung gar nichts mehr. Mir fehlt nur noch etwas das Gefühl auf der Judomatte, da die Abläufe noch nicht wieder so flüssig sind. Im Training konzentriere ich mich daher momentan auch überwiegend auf die verschiedenen Techniken.

Wie kam es eigentlich zu der Verletzung?

Peters:Wir waren im Trainingslager in Japan. Dort habe ich mir während eines Bodenkampfes das Knie verdreht. Meine Kraft und Konzentration ließen langsam nach, da kann so etwas leider schnell passieren.

Fiel es Ihnen schwer, während der Verletzungspause nicht kämpfen zu können, sondern nur ein leichtes Programm zu absolvieren?

Peters:Ich habe mich nicht unterkriegen lassen und die Zeit mit meiner Familie verbracht. Auch meine Eltern und Geschwister habe ich in Unterstedt besucht. Dadurch habe ich wieder neue Motivation getankt und meine Akkus aufgeladen.

Also sind Sie für die WM bereit?

Peters:Am nächsten Wochenende habe ich noch einen wichtigen Wettkampf in Moskau. Bei dem Grand Slam sind alle Topathleten der Welt dabei. Für mich ist es daher die Generalprobe für Brasilien.

Freuen Sie sich auf Rio de Janeiro?

Peters:Für mich sind die Titelkämpfe schon etwas Besonderes, da 2016 auch die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro stattfinden. Daher ist es für mich schon mal ein Vorgeschmack.

Welches Ziel nehmen Sie mit nach Südamerika?

Peters:Natürlich will ich vorne mitkämpfen. Ich setze mir immer das Ziel, eine Medaille zu holen. Ich würde niemals zu einer WM fahren und sagen, dass ich einen Mittelfeldplatz erreichen will. Dafür verzichte ich nicht auf so viele Dinge.

Gehen Sie als Olympia-Dritter anders an einen Wettkampf heran?

Peters:Ich sehe mich schon in der Favoritenrolle, wodurch ich sehr unter Beobachtung stehe. Es ist nicht einfach, damit umzugehen. Ich versuche aber, mich nicht unter Druck zu setzen. Ich gehe auf die Matte, um Spaß zu haben.

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