„Ich komme wegen der Erfahrung“

Danijal Muminovic spricht über seine Gastspiele in Rotenburg und die Schule

Danijal Muminovic bereitet einen Netzangriff vor. Der 17-jährige Bosnier hat sich zu einem Erfolgsgaranten beim TC GW Rotenburg entwickelt. Foto: Freese
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Danijal Muminovic bereitet einen Netzangriff vor. Der 17-jährige Bosnier hat sich zu einem Erfolgsgaranten beim TC GW Rotenburg entwickelt.

Rotenburg – Laut wird Danijal Muminovic nie, wenn er auf dem Tennisplatz steht. Der 17-Jährige ist ohnehin ein eher ruhiger Vertreter – und außerdem hatte er in diesem Sommer bisher keinen Grund, sich auf der roten Asche aufzuregen.

Immerhin ist der Nachwuchsmann im Trikot der Tennis-Herren des TC Grün-Weiß Rotenburg vor dem abschließenden Spiel der Oberliga gegen den Bremer TV (Samstag, 13 Uhr) immer noch ungeschlagen im Einzel. Dabei ist es die erste Punktspielsaison überhaupt für den jungen Mann aus Tuzla. Muminovic führt damit eine Tradition der erfolgreichen Bosnier an der Wümme nach seinen Vorgängern Miran Pasic und Aziz Kijametovic fort. Rotenburgs Coach Zlatan Burina stammt aus Tuzla und nimmt die Gäste während ihres Aufenthalts in Deutschland bei sich zu Hause auf. Im Interview spricht Muminovic über seine Erfahrungen In Deutschland, die Saison und seine Ziele.

Sie haben eine 8:0-Einzelbilanz in dieser Saison. Sie scheinen sich auf deutschen Tennisplätzen wohlzufühlen?

Das stimmt, ich habe hier alles gewonnen. Die Plätze sind natürlich gleich, aber irgendwie ist es für mich ein etwas anderes Gefühl, hier zu spielen.

Wie bewerten Sie das allgemeine Niveau in Deutschland und die Qualität der Oberliga?

Erst einmal ist zu sagen, dass es in Bosnien gar kein Ligensystem gibt. Dort spielt man nur Turniere. Ich habe hier also meine ersten Ligaspiele mit einer Mannschaft bestritten. Ich finde das Niveau hier gut. Jedes Match bringt mir mehr Erfahrung und Selbstvertrauen.

Sie waren seit dem Saisonstart Anfang Mai immer wieder für mehrere Wochen am Stück in Deutschland, gehen aber eigentlich in Bosnien auf eine Medizin-Schule. Gibt es da denn keine Probleme für Sie?

Ich bin sehr gut in der Schule in Bosnien, deshalb kann ich öfter mal länger in Deutschland bleiben. Ich habe von meiner Schule auch schon einige Male frei bekommen für die Turniere, die ich spiele. Somit wissen die Lehrer auch alle, dass ich viel Tennis spiele. Aber meine Noten sind natürlich hilfreich, damit ich frei bekomme. (Muminovic hat sein Schuljahr mit einem Schnitt von 1,0 abgeschlossen, Anm. d. Red.)

In Deutschland wäre das wohl kaum möglich. Wo liegen Ihrer Meinung nach zwischen den Ländern die größten Unterschiede?

Die beiden Länder sind für mich ehrlich gesagt überhaupt nicht miteinander zu vergleichen. Es sind einfach zwei komplett verschiedene Kulturen und auch Traditionen.

Sie bekommen für Ihre Einsätze – ebenso wie alle Rotenburger Spieler – kein Geld. Wieso nehmen Sie die Strapazen dann immer wieder auf sich?

Ich komme wegen der Matches, der Erfahrung und natürlich wegen des Training. Es ist meiner Meinung nach immer gut, seine Trainingspartner ab und an zu wechseln, weil alle einen anderen Spielstil haben.

Sie führen die Tradition der starken Bosnier in Rotenburg fort. Kennen Sie eigentlich Ihren Vorgänger Aziz Kijametovic?

Ja, natürlich kenne ich ihn. Wir trainieren in Tuzla schließlich sogar im gleichen Tennisclub.

Kijametovic hat immer mit einem offensiven Spiel überzeugt. Wo liegen Ihre Stärken? Und wo haben Sie noch Potenzial?

Ich spiele auf jeden Fall am besten im Einzel. Ich glaube, meine Grundschläge sind alle gut, wobei ich die Vorhand etwas lieber spiele. Verbessern kann ich noch mein Doppel. Das liegt daran, dass ich es auch nicht so oft spiele.

Schielen Sie denn auf eine Profikarriere oder wie sieht Ihr Plan momentan aus?

Ich bin mir immer noch etwas unsicher, ob ich nach der Schule an eine Universität gehen soll oder lieber professionell Tennis spielen möchte. Bis dahin werde ich viel trainieren, versuchen mich zu verbessern und dann überlegen.

Und kommen Sie in der kommenden Saison wieder nach Rotenburg?

Ja, ich hoffe sehr, dass ich nächste Saison wiederkommen kann.

Können Sie nach dieser Spielzeit in Ihrer Heimat eigentlich mit bestem Deutsch bei Ihren Freunden angeben?

Ich hatte früher in der Grundschule Deutschunterricht. Somit sind mir einige Wörter im Gedächtnis geblieben. Auf dem Platz kann ich mich verständigen, daneben wird es aber schwer. Es ist also ausbaufähig, aber ich hoffe, es wird in den nächsten Jahren mit den Besuchen hier besser.

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