Vor dem Derby: Timo Kanigowski über seinen Wechsel nach Ottersberg

„Ich habe mir nichts vorzuwerfen“

Timo Kanigowski hat vier Jahre lang das Trikot des Rotenburger SV getragen – jetzt spielt er für den TSV Ottersberg in derselben Liga. Foto: Freese

Rotenburg/Ottersberg - Von Lea Oetjen. Knapp 90 Pflichtspiele hat Timo Kanigowski in vier Jahren im Trikot des Rotenburger SV absolviert. Im Sommer wollte sich der Verteidiger vom Fußballplatz distanzieren und eine Pause einlegen. So nahm der 29-Jährige seinen Pass mit und verließ den RSV – nach vielen Verletzungen und vor allem, „weil es zwischenmenschlich nicht mehr so gut geklappt hat“. Seit Montag ist klar, dass Kanigowski in Zukunft für den Landesliga-Rivalen TSV Ottersberg auflaufen wird. Über die Hintergründe seines Neustarts, seine Ambitionen und das Wiedersehen mit dem RSV am Samstag (14 Uhr) im Ahestadion haben wir mit ihm gesprochen.

Fünf Monate haben Sie es ohne Fußball ausgehalten. Hat das für eine richtige Pause gereicht?

Ich habe mir viel Zeit für mich genommen und diese echt genossen. Die Ruhe hat mir gutgetan.

Nun stehen Sie wieder auf dem Platz – nicht für den RSV, sondern für den TSV Ottersberg. Wieso?

Das hat sich vor gut zwei Monaten so ergeben. Mit Jan Fitschen (Trainer des TSV Ottersberg, Anm. der Red.) stehe ich sowieso im regelmäßigen Kontakt. Ich kenne ihn ja noch von unserer gemeinsamen Zeit beim RSV. Er ist in meinen Augen einer der besten Trainer, unter denen ich je Fußballspielen durfte, und einer der besten zwei bis drei der Liga. Er hat mich gelockt. Irgendwann habe ich einfach mal bei Ottersberg mittrainiert und war bei zwei Testspielen dabei.

War es für Sie nie eine Option, zum RSV zurückzukehren?

Ehrlich gesagt: nein. Ohne jetzt ins Detail zu gehen, kann ich nur sagen, dass es für mich beim RSV nie wieder so geworden wäre, wie es einmal war. Dafür sind – bestimmt von beiden Seiten – zu viele Fehler geschehen. Ich habe mich von der Mannschaft vernünftig verabschiedet, meinen Rückzug rechtzeitig angekündigt und habe mir nichts vorzuwerfen. Letztlich sind aber einfach Sachen vorgefallen, die eine weitere Zusammenarbeit schlicht nicht möglich gemacht haben. Für mich ist das Kapitel auch abgeschlossen. Ich habe mich in Rotenburg sehr wohlgefühlt und bin dankbar für das, was die Funktionäre für mich getan haben. Aber ihr Nachtreten war nicht nötig.

Wie meinen Sie das?

Bestes Beispiel ist meine Sperre, die sie mir aufgedrückt haben. Ich habe Wochen vor Saisonende mit Tim Ebersbach (RSV-Trainer, Anm. der Red.) gesprochen. Es wundert mich einfach, dass Stephane Sylla ohne Probleme eine Freigabe bekommt – und ich nicht. Das wäre nicht nötig gewesen, meiner Meinung nach.

Ist diese Sperre auch der Grund, weshalb Sie erst jetzt ins Spielgeschehen beim TSV Ottersberg eingreifen?

Ja, genau. Ich war bis gestern gesperrt. Es ist natürlich ein besonderer Zufall, dass ich das erste Spiel für meinen neuen Verein ausgerechnet gegen den alten erleben werde.

Sind Sie denn bereit für die Partie?

Auf jeden Fall. Ich bin fit. Das Spiel motiviert mich natürlich noch einmal mehr. Und ich denke auch, dass das Gefühl, für einen neuen Verein aufzulaufen, mir guttut. Die Mannschaft ist eine sehr sympathische Truppe – das hat letztlich auch den Ausschlag gegeben.

Sie meinen den Ausschlag für den Wechsel?

Ja, genau. Die ersten Gespräche mit dem TSV Ottersberg scheiterten nämlich an verschiedenen Dingen.

An welchen zum Beispiel?

Ich trainiere seit einigen Monaten jeden Dienstag mit der Traditionself von Werder Bremen – zum Beispiel mit Ailton und manchmal auch mit Tim Wiese. Das will und werde ich auch weitermachen. Mir macht es einfach zu viel Spaß, als dass ich damit jetzt aufhören könnte. Das habe ich auch klar so kommuniziert. Das war halt lange der Knackpunkt. Falls die Mannschaft zum Beispiel am Dienstag und Donnerstag trainiert, verpasse ich eine Einheit.

Aber die Gespräche haben letztlich doch ein versöhnliches Ende gefunden ...

Genau, der Vorstand und Jan Fitschen haben mir ein sehr gutes Gefühl gegeben. Letztlich hat sich sogar der Mannschaftsrat bei mir gemeldet. Das kannte ich so nicht. Es war ziemlich wichtig für mich. Die Wertschätzung des Teams war da.

Ihre neue Mannschaft muss ja aktuell eine schwierige Phase durchstehen. Wie wollen Sie da helfen?

Wie gesagt: Ich bin fit. Inzwischen bin ich 29 Jahre alt und durfte einiges an Erfahrung sammeln. Ich mache mir keinen Druck mehr. Klar ist jede Niederlage ein Dämpfer, aber es wird ja nie die letzte gewesen sein.

Mit welchem Ausgang rechnen Sie beim Wümme-Derby gegen den RSV?

Rotenburg ist klarer Favorit – vor allem wegen der Tabelle. Aber wir sind sportlich auch nicht zu unterschätzen. Das Spiel hat auf jeden Fall Potenzial, ein gutes Derby zu werden.

Sie kehren zurück an Ihre alte Wirkungsstätte. Auf was freuen Sie sich?

Ich freue mich vor allem, ehemalige Mitspieler wiederzutreffen. Unter anderem Marcello Muniz, Michel Müller und Tobias Kirschke haben mir viel Glück für meinen Weg in Ottersberg gewünscht. Das freut einen natürlich. Das wird super, sie wiederzusehen.

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