Im Interview

Hurricanes-Talent Anna Suckstorff: „Ich habe die Erwartungen erfüllt“

Mit Tempo vorbei: Anna Suckstorff (am Ball) lässt die erfahrene Düsseldorferin Tatiana Tenorio einfach stehen und zieht zum Korb.
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Mit Tempo vorbei: Anna Suckstorff (am Ball) lässt die erfahrene Düsseldorferin Tatiana Tenorio einfach stehen und zieht zum Korb.

Rotenburg – Den Sprung ins kalte Wasser hat Anna Suckstorff ziemlich abgeklärt absolviert. Die 18-jährige Jugendnationalspielerin debütierte für die Avides Hurricanes in der 2. Basketball-Bundesliga gegen die Capitol Bascats Düsseldorf (78:72) und stand nach dem Ausfall von Kapitänin Pia Mankertz als Guard gleich in der Starting Five. „Sie hat die Chance sehr gut für sich genutzt“, sagt Coach Christian Greve und ergänzt: „Es wird auch Leistungsschwankungen geben, aber sie darf Fehler machen und erhält keinen Druck.“ Wir haben bei Anna Suckstorff, die ein Erstspielrecht bei ihrem Heimatverein Rist Wedel besitzt, nachgefragt.

Wie haben Sie Ihr Debüt in der 2. Liga gefunden?

Ich bin mit meinem ersten Spiel in der 2. Bundesliga weitestgehend zufrieden. Ich denke, ich habe die Erwartungen, die das Team und auch der Coach an mich hatten, gut erfüllt und als einziger Guard den Ballvortrag sicher absolviert. Unglücklich lief es mit meinen Abschlüssen, weil ich mehrere Korbleger leider verlegt habe und auch die Würfe von außen nicht so gut getroffen habe. Das passiert aber mal und ich habe mich da auch nicht runterziehen lassen. Wichtig ist, dass wir gewonnen haben und als Team eine gute Leistung gezeigt haben.

Wie groß war die Nervosität und wie groß der Druck, auf der Position ran zu müssen, auf der sonst Pia Mankertz spielt?

Nervosität war natürlich auch dabei. Die hat sich aber nach den ersten Minuten auf dem Feld relativ schnell gelegt. Meine Teamkolleginnen haben mich gut unterstützt und mir somit auch den Druck genommen. Auch Christian Greve hat mir vor dem Spiel noch mal deutlich gemacht, dass ich einfach das machen soll, was ich kann, und dann klappt das schon.

Sie haben sich eine Knieblessur zugezogen. Wie schlimm ist es?

Gegen Ende des Spiels bin ich unglücklicherweise auf mein Knie gefallen. Ich war aber am Dienstag beim Arzt, der mir versichert hat, dass nichts kaputt ist. Mein Knie ist nur stark gereizt, wodurch es sich ein bisschen entzündet hat. Aber durch wöchentliche Physio-Termine und eine kurze Pause bin ich hoffentlich schnell wieder fit.

Wenn der Lockdown beendet ist, werden Sie sich dann hauptsächlich wieder auf Ihr Engagement beim SC Rist Wedel konzentrieren oder hat sich der Fokus verschoben?

Natürlich liegt der Fokus im Moment mehr auf Rotenburg, da wir mit Wedel als Team nicht trainieren dürfen und auch keine Spiele stattfinden. Ich nutze diese Zeit, um in Rotenburg jedes Spiel mitmachen zu können, um so schon mal erste Erfahrungen zu sammeln. Ich hoffe natürlich, wenn alles wieder so stattfindet wie zuvor, auf weitere Einsätze in der 2. Bundesliga.

Wie bekommen Sie den ganzen Aufwand überhaupt zusätzlich mit der Schule unter einen Hut?

Mein Tagesplan ist ziemlich voll. Ich stehe morgens um 5.30 Uhr auf und bin teilweise erst wieder um 22.30 Uhr zu Hause. Ich gehe in Hamburg auf die Elite-Schule des Sports am Alten Teichweg und habe jeden morgen Training. Das ist manchmal schon ziemlich anstrengend, aber ich habe über die Jahre gelernt, die Zeit effektiv zu nutzen. Ich fahre immer eine Stunde mit der Bahn zur Schule und nutze die Fahrt, um zu lernen oder auch zu schlafen, damit ich zu Hause noch ein bisschen entspannen kann und meistens noch etwas esse, bevor es los zum Training geht. Der Weg von Wedel nach Rotenburg ist natürlich auch nicht gerade kurz, aber durch die Unterstützung meiner Eltern und auch Leonie (Rosemeyer, Anm. d. Red.), die mich teilweise auch aus Hamburg mitnimmt, muss ich mir zum Glück um die Fahrt keine Gedanken machen.

Sie gehören auch noch zum deutschen U 18-Kader. Wie ist der Stand da aktuell?

Im Rahmen der U 18-Nationalmannschaft steht dieses Jahr nichts mehr an. Aufgrund von Corona wurde die EM leider abgesagt. Im Sommer hatten wir noch die Gelegenheit, einen Lehrgang zu absolvieren, bei dem viel Wert auf individuelles Training, also Wurf- und Ballhandling, aber auch auf Kraft- und Stabilisation gelegt wurde. Ich hoffe natürlich, dass ich nächstes Jahr wieder zu Lehrgängen eingeladen und die Chance haben werde, mich zu beweisen und meine Entwicklung zu präsentieren.

Von Matthias Freese

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