Nach dem Nordliga-Aufstieg spricht Zlatan Burina über das Team und die Pläne

„Ich brauche kein Extrabudget“

Geschafft! Sebastian Loss (l.) und Philipp Barautzki zählen zur Rotenburger Stammcrew, die den Aufstieg in die Nordliga perfekt gemacht hat. Fotos: Freese
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Geschafft! Sebastian Loss (l.) und Philipp Barautzki zählen zur Rotenburger Stammcrew, die den Aufstieg in die Nordliga perfekt gemacht hat.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Eine spontane Meisterparty gab es nicht. Es blieb beim Austausch der Glücksgefühle in den Sozialen Netzwerken. „Aber wir werden die Feier nachholen“, verspricht Zlatan Burina. Dem 60-jährigen Trainer des TC GW Rotenburg ist mit seiner Mannschaft der größte Erfolg der Vereinsgeschichte gelungen – Titelgewinn in der Oberliga, Aufstieg in die Nordliga, der vierthöchsten deutschen Klasse. Das stand am Sonntag fest, nachdem der Rivale DTV Hannover gepatzt hatte und nicht mehr an der spielfreien Wümme-Sechs vorbeiziehen konnte. Was sich mit dem Sprung ändert, haben wir mit dem Trainer besprochen.

Eines vorweg: Nimmt Ihr Verein das Aufstiegsrecht überhaupt wahr?

Doch, doch, auf jeden Fall. Wir können stolz sein, dass es so gelaufen ist. Ein phantastischer Erfolg für so einen kleinen Verein. Der Aufstieg in die Nordliga ist nicht so wie der Aufstieg von Union Berlin in die Fußball-Bundesliga, sondern eher so, als würden Rotenburgs Fußballer in die zweite Liga hochgehen. Wir haben das auch deshalb geschafft, weil wir diese Ruhe bei uns haben.

Ist die neue Liga denn finanziell zu wuppen?

Ich glaube ja, ich brauche da kein großes Extrabudget. Vielleicht muss man ein bisschen was tun, aber nicht zu viel und schon gar nicht auf dem Niveau vom Club zur Vahr oder dem Bremer TC von 1912 (Regionalliga und 2. Bundesliga, Anm. d. Red.).

Erfolgscoach: Auch für Zlatan Burina ist der Aufstieg der bisher größte Erfolg.

Bekommen Ihre Rotenburger Jungs – die sie alle schon in der Jugend trainiert haben – keine Aufwandsentschädigung?

Nein, bisher nicht. Und auch das, was wir für Aziz Kijametovic oder Danijal Muminovic ausgegeben haben, ist minimal. Der Flug und ein paar Euro.

In der höheren Liga benötigt Ihr Team sicher ein paar Neuzugänge, oder wie stehen Sie dazu?

Den Kader zu groß zu machen, ergibt keinen Sinn. Ich habe keine große Angst, weil wir eine solide Mannschaft haben. Wir müssen jetzt nicht alles durcheinanderwürfeln. Da muss man schon sensibel vorgehen. Wie wir es machen, weiß ich noch nicht, ich will erst zwei, drei Tage den Erfolg genießen. Ich überlege in Ruhe, welche Variante am besten ist.

Haben Ihre Spieler, die regelmäßig zum Einsatz gekommen sind, alle das Zeug für die Nordliga?

Ja, alle, auf jeden Fall. Ein Beispiel: Bei Hildesheim spielt Bastien Presuhn in der Nordliga vorne – er ist im deutschen Kader. Bei der Landesmeisterschaft hat Danijal gegen ihn gewonnen. Allerdings sind die Mannschaften in der Nordliga kompakter.

Ihr Sohn Tarik hat als einziger schon Regionalliga gespielt.

Tarik kann überall spielen. Ohne ihn an Position eins wäre der Aufstieg unmöglich gewesen. Ein einzelnes Match kann er gegen jeden Spieler gewinnen – und das sage ich nicht nur, weil er mein Sohn ist. Gott sei Dank bleibt er bei uns. Auch alle anderen haben mir zugesagt.

Statt Kijametovic hat diese Saison Muminovic gespielt. Wären beide gemeinsam eine Option?

Danijal würde gerne wiederkommen, Aziz ist auch immer ein Kandidat. Aber wenn ich ihn für die Position eins hole, kann Danijal leider nicht mehr für uns spielen.

Weil zwei Bosnier, also zwei Nicht-EU-Ausländer, nicht erlaubt sind?

Ja, genau. Ich habe am Sonntag aber auch schon eine Anfrage erhalten, ob ich noch einen Spieler brauche.

Mit Felix Samsel und Mauro Piras spielen zwei ehemalige Rotenburger noch eine Liga höher beim Club zur Vahr. Haben Sie sie schon angesprochen?

Nein, aber wir haben immer noch guten Kontakt. Für mich ist eine Rückkehr immer denkbar. Aber die Jungs haben auch ihre Pläne und Verträge. Die Regionalliga ist noch mal ein ganz anderes Niveau, da kriegen die Spieler auch Geld. Die besten bekommen bis zu 1 500 Euro.

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