Skuballa und Mallard denken an Wechsel / Tür für Baden offen

Hurricanes stehen vor dem großen Umbruch

Wer bleibt, wer geht? Bei den Avides Hurricanes dürfte es einen großen Personalwechsel geben. - Fotos: Menker, Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Saisonende für die Avides Hurricanes – nicht aber für Coach Tomas Holesovsky. Während seine Bundesliga-Basketballerinnen nach dem Play-off-Aus im Viertelfinale gegen den TV Saarlouis (56:64) erst mal abschalten können, steckt der Tscheche schon mitten in den Planungen für seine zweite Saison bei der Basketballgemeinschaft aus Scheeßel und Rotenburg – und die inzwischen fünfte, die der Club vom „Lande“ ab Ende September im Oberhaus bestreiten wird. Klar ist bereits jetzt: Es steht ein großer Umbruch bevor.

„Unser Ziel haben wir mit dem Erreichen der Play-offs erreicht, aber ich selbst bin nicht so zufrieden. Ich habe das Gefühl, wir müssen uns bei den Fans nach dieser Saison ein wenig entschuldigen“, sagt Holesovsky. Platz sieben ist es geworden – weniger als im Vorjahr, als es noch Bronze gab. Das hat seine Gründe, die vor allem in der Vorbereitung zu finden sind, als mit Monique Smalls erst eine Wunschspielerin verletzt absagte, um einige Wochen später wieder bei der BG 74 Göttingen aufzulaufen, und sich dann auch noch Christa Baccas das Kreuzband riss. Holesovsky musste seine Planungen über den Haufen werfen – ein holpriger Start war die Folge.

Und auch im Laufe der Saison gab es Rückschläge und Missverständnisse. „Im zwischenmenschlichen Bereich hatten wir ein schwieriges Jahr. Da ist immer auch ein Roulette-Spiel“, blickt Utz Bührmann, Vorstand Finanzen selbstkritisch zurück. Zudem musste er unnötigerweise gleich mehrfach die Kasse öffnen, weil die Hurricanes insgesamt vier Mal mit weniger als den eigentlich vorgeschrieben acht Spielerinnen aufliefen – macht 600 Euro an Strafgebühren!

Viele neue Erfahrungen sammelte auch Coach Holesovsky, der bisweilen seine Erwartungshaltung herunterschauben musste, wenn mal wieder nur eine kleine Gruppe am Training teilnahm oder das Team doch lieber erst am Spieltag zu den weiten Auswärtspartien anreiste. „Ich will künftig einiges anders machen – und die Mädels müssen es akzeptieren“, kündigt er Veränderungen an. Dazu gehört auch ein größerer Kader. „Ich möchte 15 Spielerinnen im 'Roster' haben“, sagt der 36-jährige frühere Aufbauspieler.

„Definitive Zusage“ von Kapitänin Mankertz

Durst auf eine neue Herausforderung? Maggie Skuballa steht offensichtlich vor einem Wechsel.

Aus dem bisherigen Kader, der zum Schluss ohnehin schon ziemlich ausgedünnt war, dürften nicht allzu viele Spielerinnen übrig bleiben. „Wir sind im Gespräch mit allen aktuellen und darüber hinaus auch mit einigen potenziellen neuen Spielerinnen beziehungsweise deren Agenten“, sagt Bührmann. Bisher kann er aber nur die „definitive Zusage von Pia Mankertz“ vermelden. Holesovsky plant neben der Kapitänin allerdings auch fest mit Hannah Pakulat, Laura Rahn und Birte Riebesell. Als sicher gilt, dass die Amerikanerinnen Shay Selby und Angela Rodriguez keinen neuen Vertrag bekommen. Andrea Baden wird sich hingegen aus beruflichen Gründen bis Jahresende im Ausland befinden. „Es ist wichtig, Spielerinnen wie sie zu haben, die alles geben – von daher ist für sie die Tür immer offen“, sagt ihr Trainer.

Zudem droht der Verlust der beiden besten Punktesammlerinnen der zurückliegenden Saison. Die amerikanische Centerin Kierra Mallard, seit drei Jahren bei den Hurricanes, hat laut Bührmann zwar „ein konkretes Vertragsangebot vom Verein bekommen“ und auch Nationalspielerin Maggie Skuballa „weiß, dass wir sie behalten wollen“ – doch die Zeichen stehen auf Abschied. Sie wollen sich offenbar in anspruchsvolleren Ligen als der deutschen beweisen. Holesovsky würde beide gerne behalten, zeigt aber auch durchaus Verständnis: „Sie haben eine super Saison gespielt. Und wenn man solche Statistiken hat, ist es der beste Zeitpunkt, um in eine bessere Liga zu wechseln.“

Doch wer kommt? Kurioserweise ist den Hurricanes auch Monique Smalls wieder angeboten worden. „Wir haben dankend abgelehnt“, verrät Bührmann. Andersherum verhielt es sich im Falle der ehemaligen Hurricanes-Kräfte Kata Takacs und Constanze Wegner. „Wir haben beide angerufen, sie wären auch für den Teamspirit tolle Leute, kommen aber nicht“, berichtet der Hurricanes-Manager. Takacs bleibt nach Auskunft von Bührmann beim Herner TC, „sie haben ihr ein tolles Angebot gemacht, da können wir nicht mithalten“. Wegner wird wohl mit den Panthers Osnabrück in die zweite Liga gehen.

Holesovsky plant derweil mit fünf (neuen) statt wie bisher mit vier Profis, die aber nicht mehr kosten sollen. „Wenn es klappt mit zwei Amerikanerinnen, zwei Europäerinnen und einer Deutschen“, sagt er. Ihm geht es darum, „mehr Spaß, mehr Teamgeist“ reinzubekommen. Die weiteren sechs Plätze will er dann mit jungen Kräften besetzen, die sich bis zum Sommer auch aus dem eigenen Nachwuchs empfehlen können. Das Motto des Trainers: „Kämpfen fürs Bundesliga-Trikot.“

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