69:77 im Pokal-Achtelfinale

Hurricanes ärgern Rekordmeister Wasserburg und schnuppern lange am Coup

Kaum zu glauben: Die für Wasserburg spielende Rotenburgerin Svenja Brunckhorst (r.) versteht nicht, dass ihr ein Foul an Lotta Stach angekreidet wird.
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Kaum zu glauben: Die für Wasserburg spielende Rotenburgerin Svenja Brunckhorst (r.) versteht nicht, dass ihr ein Foul an Lotta Stach angekreidet wird.

Scheeßel – Ja, am Ende kam es, wie es kommen musste: Die personell nicht in Top-Besetzung angetretenen Zweitliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes verabschiedeten sich am Mittwochabend aus dem DBBL-Pokal in eine mindestens fünfwöchige Corona-Pause. Und doch: Gegen den ungeschlagenen Tabellenzweiten des Oberhauses, den TSV 1880 Wasserburg, zeigte der Underdog in Scheeßel eine beeindruckende Leistung, hielt den deutschen Rekordmeister lange in Schach und unterlag letztlich nur mit 69:77 (30:38). „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Spiel zu coachen. Es war unfassbar gut von uns“, bemerkte Coach Christian Greve.

Harter Fight, lange auf Augenhöhe: Hannah Pakulat (l.) streitet mit Wasserburgs Nationalspielerin Leonie Fiebich – mit 21 Punkten beste Scorerin – um den Ball.

Die Wasserburgerinnen hatten die Reise – rund 800 Kilometer sind es vom Inn – erst am Spieltag angetreten. „Das ist eine sehr anstrengende Woche für uns“, hatte Gäste-Trainerin Sidney Parsons schon vorher auf drei Spiele in neun Tagen hingewiesen. Ob die Busfahrt ihrem Team noch in den Beinen steckte oder der Favorit den Zweitligisten unterschätzte? Vielleicht lag es auch am couragierten Auftritt der Hurricanes. Leidenschaft und Herz hatte Greve gefordert. „Und das hat jede einzelne ganz hart aufs Feld geschmissen“, betonte er. Hinzu kam der unkonventionelle Stil seiner Damen. „Die Art, wie wir spielen, ohne viel Setplay, ist nicht einfach zu verteidigen“, fand Greve.

Es war nicht zu überhören, dass Sidney Parsons alles andere als einverstanden mit dem Auftritt ihrer Damen war. Ihr Tonfall wurde zunehmend lauter, spätestens gegen Ende des dritten Viertels schien auch die Lebensdauer ihres Taktikbretts gegen null zu gehen – so heftig schlug es auf dem Boden auf. Zu diesem Zeitpunkt, es war die 28. Minute, hatte Ayla Faber gerade auf 51:55 verkürzt. Zu Beginn des vierten Durchgangs schnupperten die Hurricanes sogar noch stärker am Coup, als Maddie Simon das 57:60 erzielte. Bis dahin klebten die Gastgeberinnen wie eine Klette an den Camouflage-Trikots der Wasserburgerinnen, ehe sie sich in der Schlussphase doch noch ein wenig abschütteln ließen.

Und rechts vorbei: Leonie Rosemeyer (am Ball) setzt sich im Duell gegen Wasserburgs Margaret Mulligan durch und zieht zum Korb.

In der 18. Minute waren die Hurricanes nach einem Dreier von Leonie Rosemeyer sogar kurzzeitig mit vier Punkten in Führung gegangen – 30:26. „Genießen, so lange es geht!“, empfahl Manager und Vorstandsmitglied Utz Bührmann – und schien zu ahnen, dass das Team aus Oberbayern bis zur Pause noch auf 38:30 vorbeizog. Die gebürtige Rotenburgerin Svenja Brunckhorst gehörte dabei zu den auffälligsten Gäste-Spielerinnen, nicht nur, weil sie 34 Minuten auf dem Feld stand und 15 Punkte erzielte. Beste Scorerin war hingegen Nationalspielerin Leonie Fiebich mit 21 Punkten. Ein wenig stolz stellte Christian Greve aber auch fest: „Wir hatten nur fünf Rebounds weniger, haben mehr Ballverluste forciert und besser von der Dreierlinie getroffen – wir sind nicht untergegangen.“ Wohl wahr. Zudem punkteten gleich vier Spielerinnen zweistellig – Top-Scorerin war erneut Mirja Beckmann mit 15 Punkten (und sieben Rebounds), gefolgt von Simon (14), Rosemeyer (11) und Andrea Baden (10). Logisch, dass deren Coach da trotz der Niederlage hinterher von einem gelungenen Jahresabschluss sprach.

Von Matthias Freese

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