Hurricanes scheitern an eigener Wurfschwäche gegen Chemnitz – Klassenerhalt ist trotzdem perfekt

Wilde Ballerei mit Platzpatronen

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Das „Privatduell“ mit Amanda Davidson (l.) entschied Hannah Pakulat in der Defense für sich, ihre Hurricanes unterlagen den ChemCats Chemnitz allerdings mit 49:56.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Mehr Symbolcharakter hätte diese Szene aus der 36. Minute kaum haben können: Kierra Mallard krabbelte vorsichtig auf allen Vieren auf dem Hallenboden und suchte – unterstützt von ihren Mitspielerinnen – den Durchblick. Die verlorene Kontaktlinse fand die Centerin der Avides Hurricanes schnell wieder, den Schlüssel zum Erfolg nicht!

Und so endete ein schwacher Auftritt in der Basketball-Bundesliga gegen die ChemCats Chemnitz in der Rotenburger Pestalozzihalle mit einer 49:56 (31:29)-Pleite. Das einzig Positive: Der Klassenerhalt ist dennoch vorzeitig vollbracht.

Da die Kellerkinder Rhein-Main Baskets und TuS Bad Aibling ebenfalls verloren und die Hurricanes gegen diese den direkten Vergleich für sich entschieden hatten, ist der Verbleib im Oberhaus für das einzige norddeutsche Team gesichert. Allerdings musste Coach Christian Greve eingestehen: „Das war mit Abstand unsere schlechteste Saisonleistung, zumindest in der Offensive. Wir haben den Ball nicht gut bewegt.“

Von Beginn an lief es vor 260 Zuschauern unrund für den Tabellenfünften. Rolf Ludwig, Vorsitzender des Stammvereins TuS Rotenburg, nervte das so sehr, dass er zu Beginn des zweiten Viertels auf der Tribüne aufsprang, lautstark seine Meinung aufs Feld rief und eine Auszeit forderte. Dabei funktionierte die Defense noch ganz anständig, auch das früh eingewechselte Eigengewächs Hannah Pakulat fügte sich gut ein und meldete die Amerikanerin Amanda Davidson ziemlich ab. Allerdings ließen die Gastgeberinnen dafür Mary Ann Mihalyi viel zu viel Raum, den die 20-jährige Aufbauspielerin prompt zu fünf erfolgreichen Dreiern nutzte. „Sie hat das Spiel ihres Lebens gemacht und war so rotzfrech, dass sie alles reingemöbelt hat“, staunte auch Greve.

Die Partie schenkte sein Team aber ganz klar im Angriff weg. Vor allem im dritten Viertel, in dem den Hurricanes nur magere vier Punkte gelangen, Chemnitz hingegen 16. Die unterirdische Wurfquote erinnerte stark an den vorherigen Auftritt gegen Bad Aibling. Aus der Mitteldistanz fielen insgesamt nur zwei Würfe rein, stattdessen gab es etliche Airballs. Und obwohl nur drei von 28 (!) Dreierversuchen erfolgreich waren, verteidigte Greve die Würfe, die an eine wilde, aber harmlose Ballerei mit Platzpatronen erinnerten: „Warum sollen wir die offenen Würfe nicht nehmen? Es wäre das falsche Signal, das zu verbieten.“

Nach einer Erklärung für die schwache Ausbeute suchte auch Routinier Laura Rahn. „Vielleicht waren wir uns zu sicher“, vermutete sie, betonte aber: „Wir werfen im Training nicht weniger als früher.“ Zudem schien die aggressive Verteidigung der Chemnitzerinnen nicht zu behagen. „Sie haben gut und hart verteidigt, aber teilweise auch unsauber. Und wir haben uns dann zu sehr von den Schiedsrichtern beeinflussen lassen“, meinte Rahn.

Obendrein schwächten sich die Hurricanes selbst frühzeitig. Janae Young holte sich ihr drittes Foul bereits in der achten und ihr viertes in der 17. Minute ab. Erst im letzten Viertel kam sie zurück aufs Feld, brachte mit vier Punkten in Folge zum 39:47 kurz noch einmal die Hoffnung zurück (35.), erlaubte sich dann aber nach ihrem 46:54 ihr fünftes Foul (40.).

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