Hurricanes nach Overtime-Coup im Halbfinale gegen Wasserburg / Baden und Pakulat „helfen extrem“

Young und erfolgreich – 78:73

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Ashley Harris (am Ball, hier gegen Nördlingens Gergana Georgieva) erwischte im entscheidenden Spiel einen sehr guten Tag und war beim 78:73-Sieg am Ende effektivste Akteurin ihrer Mannschaft.

Aus Nördlingen berichtet Matthias Freese. Der Wahnsinn geht weiter! Die Bundesliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes haben gestern erneut Vereinsgeschichte geschrieben und erstmals überhaupt das Play-off-Halbfinale erreicht. In der entscheidenden Viertelfinal-Partie bei der BG Donau-Ries triumphierte der Aufsteiger nach der Overtime mit 78:73 (69:69/35:40). Zuvor hatten die Hurricanes am Samstag mit einem überlegenen 75:41-Sieg in Scheeßel ausgeglichen und das Entscheidungsmatch erzwungen.

„Das war richtig, richtig cool“, strahlte Eigengewächs Andrea Baden, die erneut in der Starting Five stand und diese Aufstellung rechtfertigte. „Ins Halbfinale zu kommen, das ist schon ein extra Anreiz gewesen.“ Gegner dort ist nun der in dieser Saison noch ungeschlagene TSV Wasserburg. Der amtierende deutsche Titelträger erwartet die Hurricanes am Samstag um 19 Uhr zum Hinspiel. Das Gute: Selbst wenn die Hurricanes gegen die Überflieger nicht bestehen, geht es in der Meisterschaft weiter – mit dem Spiel um Platz drei. Das zweite Halbfinale bestreiten der USC Freiburg und der TV Saarlouis.

„Wir können als Aufsteiger eine Medaille holen – das ist schon was“, stellte auch Kapitänin Pia Mankertz stolz fest. Und Utz Bührmann, Vorstand Finanzen, der ins bayerische Nördlingen mitgereist war, fragte strahlend: „Ist das geil?“ Logisch, dass er die Kosten für die anschließende Pizza-Lieferung direkt in die Halle gerne übernahm.

Was den rund 500 Zuschauern in der Hermann-Keßler-Halle im Rieser Sportpark geboten wurde, war aber auch an Dramatik und Intensität kaum zu überbieten. Die Hurricanes starteten fast so furios wie am Samstag, legten eine 8:0-Führung vor (2.), mussten dann aber einen 17:2-Run der Nördlingerinnen schlucken und gingen mit einem 35:40-Rückstand in die Kabine.

Avides Hurricanes ziehen ins Play-off-Halbfinale ein

Danach wurde es immer spannender. Allmählich fand auch Katarina Flasarova besser in die Partie und glich per Dreier – ohnehin gestern eine Stärke der Gäste – zum 46:46 aus (26.). Bis zur Führung dauerte es aber noch. Die gelang der erst in der Schlussphase zu gewohnter Form findenden Janae Young 1:22 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit – 67:65. Melissa Jeltema holte per Dreier die Führung zurück (40.), kassierte kurz darauf jedoch ihr fünftes Foul, was Young aber nur zum Ausgleich von der Freiwurflinie nutzte – Overtime!

Heimsieg gegen die BG Donau-Ries

Dass sich auch Nördlingens Guard Sidney Parsons hier rausfoulte, war letztlich entscheidend (42.). „Da wussten wir, das ist unsere Chance“, meinte Andrea Baden. „In der Verlängerung entscheiden Nuancen – und die Hurricanes sind nunmal tiefer besetzt“, wusste auch Patrick Bär, Trainer der gastgebenden Angels. Und Pendant Christian Greve betonte: „Ich habe schon zur Halbzeit geguckt, dass die Rotation stimmt. Andrea und Hannah Pakulat sind richtig im Modus drin und haben uns extrem geholfen. Ich konnte durchrotieren, ohne dass es einen Leistungsabfall gab.“ Im Gegenteil: Gerade die zweite Reihe sprang in die Bresche, da Leistungsträger wie Mankertz, Young oder Kierra Mallard dieses Mal über weite Strecken gut aus dem Spiel genommen wurden. Dafür gefiel aber auch Ashley Harris erneut mit 14 Punkten und sieben Rebounds. Sie war sogar effektivste Akteurin ihres Teams. „Wir hatten die stärkere Bank und mehr Möglichkeiten zu wechseln“, stellte auch Katarina Flasarova fest. In der Overtime baute Pakulat die Führung erst auf 75:71 aus (44.), Mallard und Young machten mit einem Freiwurferfolg zum 78:73 letztlich alles klar.

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