Hurricanes mühen sich zum 72:70-Auftaktsieg gegen Osnabrück

Rahn bringt Impulse von der Bank

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Mit einer ungewöhnliche Wurftechnik erzielte Laura Rahn (rechts, gegen Osnabrücks Michelle Müller) ihre ersten Punkte aus dem Spiel heraus. Am Ende war der Hurricanes-Routinier mit 15 Zählern besonders effektiv.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Nein, sie machen noch nicht das, was er von ihnen will – das ließ sich allein schon an der Zeichensprache erkennen. Immer wieder fuchtelte Tomas Holesovsky wild mit den Armen herum und rief dazu seine Anweisungen aufs Feld.

Nach dem Ende öffnete der Coach kurz die linke Seite seiner Anzugsjacke, um zu signalisieren, dass sein Herz im Auftaktspiel der Basketball-Bundesliga im rasenden Takt geschlagen hatte. Es war ein Zittersieg, den die Avides Hurricanes da vor 380 Zuschauern in Scheeßel gegen die Panthers Osnabrück eingefahren hatten. Insbesondere Pia Mankertz und Laura Rahn hatten beim 72:70 (37:35)-Erfolg die Verantwortung übernommen.

Flasarova wird fast zur Spielverderberin

„Neuer Trainer, neue Spielerinnen – und dann das erste Spiel, das ist halt schwierig. Aber das wird schon noch“, kommentierte Mankertz den bis zum Ende umkämpften Sieg gegen den schwächer eingeschätzten Aufsteiger und einzigen Nord-Rivalen. „Wir müssen uns noch finden – und wir müssen lernen, in den entscheidenden Phasen unsere Gedanken zusammenzuhalten“, betonte auch Rahn, die mit ihrer Routine und hoher Effektivität eine tragende Säule war – 66 Prozent traf sie aus dem Spiel heraus, außerdem alle ihre sechs Freiwürfe. Und das, obgleich Rahn nicht zur Starting Five gehörte und Ruth Thänert den Vorzug erhalten hatte. „Laura war unsere sechste Spielerin, hat es aber toll gemacht“, lobte auch Holesovsky.

Für die 29-Jährige ist der Part als Impulsgeberin von der Bank durchaus okay: „Das stört mich nicht, wenn ich nicht zu ersten Fünf gehöre. Ich habe von Anfang an gesagt, dass meine Rolle eine etwas andere ist, weil ich jetzt im Job mehr gefordert bin. Es freut mich aber, wenn ich Energie reinbringen kann“, erklärte sie.

Die eine oder andere Leistungsträgerin hatte jedoch noch erkennbare Probleme im neuen Umfeld. Von Angela Rodriguez wünscht sich Holesovsky mehr Aggressivität in der Defense, von der kurzfristig nachverpflichteten Korinne Campbell mehr Ruhe und weniger Eigensinn. Sie schloss oft zu früh ab – und erzielte bei vier Versuchen keinen einzigen Korb. Centerin Kierra Mallard taute wiederum nur im zweiten Viertel auf und steuerte in der Schlussphase das wichtige 70:67 bei (40.). „In der ersten Halbzeit haben wir sie bei den Defense-Rebounds aber auch allein gelassen“, kritisierte Holesovsky. Eigengewächs Hannah Pakulat zeigte indes vorbildlichen Einsatz, obgleich sie frühzeitig mit drei Fouls belastet war.

Kader der Avides Hurricanes 2015/2016

Ein Viertel lang liefen die Hurricanes hinterher, dann lagen sie meist vorne – mit bis zu sechs Punkten. Nach wechselnden Führungen im dritten Durchgang schien Rodriguez’ Dreier zum 63:55 endgültig die Vorentscheidung gebracht zu haben (36.). Von wegen! Ein Vier-Punkt-Spiel durch Jasmine Thomas nach Foul von Maggie Skuballa (37.), ein Drei-Punkt-Spiel von Katelyn McDaniel nach Rahn-Foul und Freiwürfe von Melina Knopp nach Mankertz-Foul brachten Osnabrück plötzlich zur 67:66-Führung. Noch 1:49 Minuten standen auf der Uhr, die Partie drohte zu entgleiten. Und tat es doch nicht, weil plötzlich den Gästen die Hände zitterten. Thomas vergab beide Freiwürfe – Osnabrücks größtes Manko in diesem Spiel –, während Mankertz fünf Sekunden vor Ultimo nervenstark von der Linie zum 72:67 traf. Da halfen Katarina Flasarovas Punkte in der Schlusssekunde nicht mehr.

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