67:44 – Stach und Young führen Spitzenreiter in starker erster Halbzeit / Pakulat nutzt ihre Chance

Hurricanes lassen „Wölfe“ heulen

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Hannah Pakulat (am Boden) gab keinen Ball verloren – hier sichert sie das Spielgerät gegen Theresa Simon ab. ·

Kreis-Rotenburg - Aus Wolfenbüttel berichtetMatthias FreeseWOLFENBÜTTEL · Pia Mankertz war gehandicapt, Schiene und Verband schützten ihren ausgekugelten kleinen Finger. Dennoch spendete die verletzte Kapitänin der Avides Hurricanes ausgiebig Applaus. Auch ohne die Nationalspielerin hatte der ungeschlagene Spitzenreiter der 2. Basketball-Bundesliga keine Mühe, um beim Wolfpack Wolfenbüttel seine Serie auszubauen und mit einem 67:44 (42:16) den siebten Sieg im siebten Spiel einzufahren. Besonders auffällig: Die Amerikanerin Janae Young mit einem Double-double, die in Halbzeit eins überragende Emma Stach sowie Hannah Pakulat.

Pakulat war vielleicht die größte Überraschung des Spiels. Schon allein, weil sie von Mankertz’ Ausfall profitierte und in die Starting Five rückte. „Aufgrund ihrer Defense-Leistung und ihrer Rebounds hatte sie ein bisschen die Nase gegenüber Andrea Baden oder Fee Zimmermann vorn. Und Hannah hat in der Verteidigung viel Druck auf Wolfenbüttels Aufbauspielerin Iwalani Rodrigues ausgeübt“, sah sich Coach Christian Greve bestätigt. Die 18-Jährige hatte am Ende zwar Foulprobleme, kam aber auf sieben Punkte und vor allem auf acht Rebounds – nur Janae Young (14) und Landsfrau Kierra Mallard (12) hatten mehr vorzuweisen.

Ohnehin war der Unterschied beim Einsammeln der Körbe – 50:26 für die Hurricanes – eklatant. Bei den Ballverlusten lag Wolfenbüttel dafür mit 26:18 (zur Halbzeit gar mit 16:3) vorne. „Das sind Welten, die uns da trennen“, wusste auch Hanna Ballhaus, Headcoach des jungen Wolfsrudels und vor einigen Jahren schon für die BG ’89 tätig. „Wir hatten uns aber auch keine Chancen ausgerechnet, denn die Hurricanes sind einfach auf jeder Position besser besetzt. Für uns geht es um den Klassenerhalt, und wir haben teilweise ja mit drei 14-jährigen Mädchen gespielt.“

Da auch die drei US-Girls im Team der Wolfenbüttelerinnen in der ersten Halbzeit schwach agierten, war den „Wölfen“ zur Pause zum Heulen zumute. „Bis zur 18. Minute war unsere Defense sensationell. Das war die perfekte Umsetzung von dem, was wir im Training gemacht haben“, fand Christian Greve angesichts der 40:11-Führung zu diesem Zeitpunkt. Vorne übernahm Emma Stach nicht nur den Ballvortrag von Pia Mankertz, sondern zog auch immer wieder so energisch zum Korb, dass die Gastgeberinnen nur staunend zuschauen konnten.

Im dritten Durchgang – eigentlich immer das Vorzeige-Viertel der Hurricanes – hatte der Liga-Primus allerdings spürbare Probleme mit der intensiven Zone-Defense, die Ballhaus ihrem Team nun verordnet hatte. „Seitdem unser Coach in der Kabine sagt, dass das dritte Viertel unser Viertel ist, läuft es nicht mehr. Das darf man nicht beschreien, das muss ich ihm nochmal erklären“, meinte Kata Takács frotzelnd. Die Folge war jedenfalls ein 9:0-Run des Wolfpacks, der von den Hurricanes erst nach 4:25 Minuten mit dem ersten Korb in diesem Viertel von Andrea Baden und einem anschließenden Dreier durch Constanze Wegner gestoppt wurde.

In Gefahr geriet der Erfolg ohnehin nicht mehr. Und so stimmten die 40 mitgereisten und lautstarken Hurricanes-Fans unter den 250 Zuschauern auch frühzeitig ihren Schlachtruf an: „Auswärtssieg, Auswärtssieg …“

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