Hurricanes gelingt Coup auf dem Transfermarkt

Nationalspielerin Skuballa sagt Ja

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Nationalspielerin Margret Skuballa hat sich in Frankreichs erster Liga durchgesetzt – in der nächsten Saison verstärkt die 27-jährige Hamburgerin nun die Avides Hurricanes in der Bundesliga.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Noch befinden sich die Avides Hurricanes mitten in den Play-offs. Und doch ist dem Basketball-Bundesligisten schon jetzt ein echter Coup auf dem Transfermarkt im Hinblick auf die nächste Saison gelungen: Nationalspielerin Margret Skuballa verstärkt das Team. Die 27-jährige gebürtige Hamburgerin kommt vom französischen Erstligisten Nantes Rezé Baskets und erklärte: „Ich freue mich sehr auf die Saison mit den Hurricanes!“

„Bombe!“, kommentierte auch Hurricanes-Coach Christian Greve die Verpflichtung. „Eine tolle Sache, sie ist eine aus der Region und hat ein richtig gutes Standing.“ Und auch Utz Bührmann, der den Deal als Vorstand Finanzen klar gemacht hat, ist überzeugt von der Flügelspielerin: „Sie wird uns definitiv weiterhelfen.“ Schon vor einem Jahr hatten die Hurricanes mit Skuballa verhandelt, damals aber den Kürzeren gezogen. Jetzt hat es geklappt und Bührmann verrät: „Da war unser Angebot doch nicht so schlecht. Wir sind uns aber auch einig, dass sie auf viel Geld verzichtet.“

Margret Skuballa musste, wie sie berichtet, vor einigen Wochen eine große Entscheidung treffen: „Entweder ich bleibe in Nantes und spiele weiter als reiner Profi oder ich gehe zurück nach Deutschland.“ Sie lehnte das Angebot des aktuellen Tabellenachten aus Westfrankreich ab. „Eines war klar für mich: Wenn ich zurück nach Deutschland gehe, dann gehe ich endlich zurück in meine Heimat und spiele bei den Hurricanes. Ich wollte immer schon in meiner Heimatstadt wohnen und gleichzeitig 1. Bundesliga spielen. Das ermöglichen mir die Hurricanes!“ Vor ihrem Jahr in Frankreich war sie schon bei der BG Dorsten im Oberhaus aktiv, vor allem aber das Gesicht des BC Marburg, für den sie von 2007 bis 2014 auflief.

Die Entscheidung, Frankreich zu verlassen, hat für Skuballa eher mit dem Leben neben dem Sport zu tun. Sie nimmt im Sommer in Hamburg ihr Studium der Psychologie wieder auf. Dass Laura Rahn und Pia Mankertz bei den Hurricanes spielen, „hat meine Entscheidung aber schon sehr bestärkt“, gesteht sie. Mit Rahn hatte sie zuletzt in Wedel vor zehn Jahren in einem Team gestanden. „Wir hatten tolle und schöne Jahre in der Jugend. Und auf das Zusammenspiel mit Pia freue ich mich auch sehr. Sie hat genau die Qualitäten, die einen guten Pointguard meiner Meinung nach ausmachen.“ Ein Wink auch, dass Rahn und Mankertz bleiben. Findet übrigens auch Utz Bührmann: „Da gehe ich jedenfalls ganz stark von aus.“

Noch steht für Skuballa aber die restliche Saison in Frankreich im Mittelpunkt. Mit „Les déferlantes“ (übersetzt: Die Brandungswellen) stehen noch zwei Spiele der regulären Saison aus. Beim jüngsten 78:71-Erfolg des aktuellen Tabellenachten gegen Angers erzielte sie zwölf Punkte, fünf Rebounds und stand 32 Minuten auf dem Feld. „Es ist bisher sehr gut für mich gelaufen“, findet der Forward selbst. „Ich genieße das Vertrauen meines Coaches (Emmanuel Coeurtet, Anm. d. Red.) und meiner Mitspielerinnen. Ich musste mich am Anfang erstmal an das Niveau und an die Härte auf dem Spielfeld gewöhnen. Ich denke, es ist kein Geheimnis, dass das Niveau in Frankreich ein ganz anderes ist. Wenn man einen Vergleich zu Deutschland aufstellen will: Die einzige Mannschaft, die in Frankreich mitspielen könnte, wäre Wasserburg! Es geht auf dem Spielfeld nochmal ganz anders zur Sache, das Spiel ist viel athletischer als in Deutschland. Aber Frankreich steht im Frauenbasketball ja auch an der Weltspitze, und die Breite an sehr, sehr guten Französinnen ist nicht mit der Auswahl an guten deutschen Basketballerinnen zu vergleichen“, erzählt Skuballa.

Mit ihrer Verpflichtung zeigen die Hurricanes, dass sie trotz der „Aufweichung“ der Deutschenregelung in der Bundesliga weiterhin auf einheimische Kräfte setzen. „Ich denke, wir können uns definitiv höhere Ziele stecken, als es das Team diese Saison getan hat“, glaubt die Neuverpflichtung, die zudem die Rückkehr von Bastian Wernthaler auf den Posten des Bundestrainers begrüßt: „Er ist die perfekte Besetzung. Ich würde mich auf eine Zusammenarbeit mit ihm freuen. Prinzipiell habe ich natürlich vor, weiterhin für Deutschland zu spielen, muss aber sehen, alle Termine mit der Nationalmannschaft unter einen Hut zu bekommen.“

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