Hurricanes gelingt 79:56-Überraschungssieg gegen Saarlouis Royals – „ohne Dreier zu ballern“

Mallard und Harris regieren die Box

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Komm‘ in meine Arme: Ashley Harris (l.) schnappt sich den Ball und setzt sich gegen die Saarländerinnen Joana Meyer (r.) und Kayla Tetschlag durch.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Neugierig war Kierra Mallard schon. Also warf die US-Amerikanerin einen Blick auf den Statistikbogen. „Wie viele Rebounds habe ich?“, wollte die Centerin der Avides Hurricanes wissen. „Ahhh“, bemerkte sie, als sie sah, dass es „nur“ neun waren und sie ihr nächstes Double-Double verpasst hatte.

Die Verärgerung war freilich gespielt, zumal noch 20 Punkte und sechs geblockte Bälle zeigen, dass Mallard beim 79:56 (40:27)-Überraschungssieg gegen die TV Saarlouis Royals wieder die beste Akteurin auf dem Feld war. Ihr Aufsteiger rückte dadurch auf Platz drei der Basketball-Bundesliga vor.

Eine Szene war geradezu symbolhaft für den Auftritt der eigentlich favorisierten Gäste: In der 28. Minute suchte die enttäuschende Amerikanerin Stefanie Gilbreath den Hallenboden der Pestalozzihalle nach ihrer herausgefallenen Kontaktlinse ab. Während sie nach einiger Zeit fündig wurde, fehlte ihrem Team 40 Minuten lang der Durchblick vor rund 300 Zuschauern. Einzig den vier mitgereisten Trommlern gebührte für ihren Einsatz bis zum Schluss ein Lob.

„Wir haben nicht das gemacht, was wir wollten und haben total zurecht verloren“, bemerkte Royals-Coach René Spandauw. Christian Greve, Trainer der Hurricanes, war indes bester Laune: „Wir haben sehr, sehr, sehr viel von dem umgesetzt, was wir uns die Woche erarbeitet haben. Vor allem unsere Zonenverteidigung hat Saarlouis nicht gut getan.“ Das fand auch Laura Rahn: „Dadurch konnten die nicht spielen, was sie wollten.“

Kurios auch: Die Hurricanes kamen zu einem ungefährdeten Erfolg, obgleich ausgerechnet die Dreier, bisher die große Stärke des Teams, dieses Mal nicht reinfielen. „Wir können auch gewinnen, ohne Dreier zu ballern“, stellte Greve mit Genugtuung fest. 58 Prozent traf sein Team bei den Zweiern, die Gäste nur 28 Prozent. Und auch bei den Rebounds sprechen die Zahlen für sich: 44:31 für die Hurricanes!

Ihr bestes Spiel für den Klassenneuling zeigte ohne Frage die Amerikanerin Ashley Harris, obgleich sie nicht in der Starting Five stand. Vor allem ihre Stärke unterm Korb fiel auf, sodass ihr am Ende ein Double-Double mit 13 Punkten und zwölf Rebounds gelang. Nicht weit davon entfernt war auch Janae Young, die dritte Amerikanerin, mit 14 Punkten und acht Rebounds. Absolute Chefin in der Box war aber Kierra Mallard. „Sie weiß inzwischen, welche Qualitäten in der Summe in ihr stecken und holt sie nach und nach raus“, ist auch Greve begeistert. Erwähnenswert sind zudem die sechs Punkte von Eigengewächs Andrea Baden in elf Minuten Einsatzzeit. Und am Ende verhalf der Coach sogar noch Edda Schmidt und Cara Tadeus zu ihrer Erstliga-Premiere, ohne dass der Spielfluss darunter litt.

Dafür waren die Hurricanes an diesem Tag auch einfach zu stark. Eine 10:2-Führung legte den Grundstein. Im ersten Viertel gestatteten die Gastgeberinnen Saarlouis gerade einmal sieben Zähler. Kontinuierlich wurde der Vorsprung ausgebaut, zudem schwächten sich die „Königlichen“ selbst frühzeitig, als die Niederländerin Jamailah Adams in der 25. Minute ein technisches und gleichzeitig ihr fünftes Foul kassierte. Später sollte ihr auch noch Joana Meyer folgen. „Das war unsere schlechteste Saisonleistung“, reagierte René Spandauw dementsprechend angefressen – zumal sein Team Platz drei an die Hurricanes abtreten musste.

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