Hurricanes geben Führung in Marburg fast noch aus der Hand, sind nach 69:65 aber wieder im Soll

Das große Händezittern

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Es war ein intensives Spiel, das beide Teams boten: Hier wird Hurricanes-Eigengewächs Hannah Pakulat (Mitte) von Svenja Greunke (l.) und Patricia Benet Edo bedrängt.

Marburg - Matthias Freese. Die James-Bond-Titelmelodie platzte keine anderthalb Minuten vor dem Ende laut dröhnend in die Auszeit hinein, die Anweisungen von Coach Tomas Holesovsky waren von seinen Erstliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes kaum noch zu verstehen. Und doch passte dieser musikalische Einspieler perfekt zu dem, was folgen sollte – eine hochdramatische Schlussphase.

Letztlich retteten die Gäste ihren Vorsprung gegen den bisher ungeschlagenen BC Marburg ins Ziel, feierten einen 69:65 (38:26)-Erfolg und liegen mit zwei Siegen aus drei Spielen im Soll.

„Es ist schön, mit einem guten Gefühl aus diesem Wochenende herauszugehen“, bemerkte Kapitänin Pia Mankertz rückblickend auch auf die 68:78-Niederlage bei der BG Donau-Ries zwei Tage zuvor. Wohlwissend, dass es gegen Marburg in der Schlussphase unnötig eng wurde. Nachdem das Bundesliga-Urgestein aufgrund eines starken dritten Viertels zwischenzeitlich schon die Führung mit 47:44 übernommen hatte, waren die Hurricanes im letzten Durchgang nach einem 11:0-Zwischenspurt mit einem Dreier von Maggie Skuballa und gleich zwei Distanztreffern von Mankertz schon wieder auf zehn Punkte davongezogen.

Doch ausgerechnet in der Schlussminute setzte das große Händezittern ein – Mankertz und Skuballa trafen keinen ihrer Freiwürfe, die ebenfalls sonst so sichere Laura Rahn lediglich einen. „Unglaublich, dass wir fünf von sechs Freiwürfen liegenlassen“, haderte auch Mankertz – „Kopfsache. Dabei haben die sich alle gut angefühlt. Aber lieber so und trotzdem gewinnen als andersherum.“ So war der eigentliche Favorit aus der Universitätsstadt 15 Sekunden vor Schluss durch Finja Schaake beim 65:68 wieder dran. Dann versagten auch ihm die Nerven.

Wie gut, dass die Hurricanes letztlich ein starkes erstes Viertel (20:7) hingelegt hatten, sogar mit 26:9 gegen die schlecht treffenden Gastgeberinnen geführt (13.) und ein Zwölf-Punkte-Polster mit in die Pause genommen hatten. Marburg musste zudem mit dem Handicap leben, dass die Amerikanerin Stephanie Lee beim Kampf um den Ball mit Kierra Mallard verletzt ausgeschieden war (16.). „Das hat uns geholfen. Ohne sie hatten sie keine starke Spielerin mehr unterm Korb“, wusste Tomas Holesovsky.

Der Hurricanes-Coach wirkte nach dem Spiel gefühlsmäßig hin- und hergerissen. „Ich glaube, Marburg hat uns zuerst ein bisschen unterschätzt. Aber wir waren auch besser als noch am Freitag und haben Teamgeist gezeigt“, stellte er fest, wunderte sich jedoch gleichzeitig: „Wir haben 20 unglaubliche Fehler gemacht, allein zwei technische Fouls kassiert – und trotzdem gewonnen.“ Und auch mit der eigenen Defense war er in einer intensiven und von beiden Verteidigungen beherrschten Partie nur bedingt zufrieden: „Mal hat sie genial funktioniert, dann haben wir den Gegner bei der nächsten Offense frei zum Wurf kommen lassen.“

Womöglich lag das aber auch am kleinen Kader, der zur Verfügung stand. Holesovsky agierte mit einer Siebener-Rotation (Youngster Birte Riebesell blieb komplett draußen), zudem hatten Skuballa und Mallard Foulprobleme – die so wichtige Amerikanerin schied denn auch nach der fünften persönlichen Strafe aus (36.). Dafür agierte ihre in der Kritik stehende Landsfrau Korinne Campbell dieses Mal effektiver als bisher und kam immerhin auf 13 Punkte.

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