Hurricanes führen Wasserburg im Halbfinale eine Halbzeit lang vor, dann folgt der Einbruch – 71:100

Das Imperium schlägt zurück

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Klasse Auftritt in der ersten Halbzeit: Laura Rahn (am Ball) lässt Wasserburgs Tina Sten stehen und zieht zum Korb.

Scheeßel - Der Meister wankte eine Halbzeit lang, doch er fiel nicht: Die Basketballerinnen der Avides Hurricanes lagen dank einer überragenden Leistung bereits mit 17 Punkten vorne und führten den TSV Wasserburg im ersten Play-off-Halbfinalspiel in dessen Wohnzimmer wie kein anderes Team zuvor in dieser Erstliga-Saison vor. Doch dann bekam der Aufsteiger die „Rache“ der Unbesiegbaren zu spüren und unterlag am Ende noch deutlich mit 71:100 (51:39) in der Badria-Halle am Inn.

„100 Punkte zu kassieren – das ist nicht so schön. Bei mir persönlich überwiegt der Ärger, weil wir eigentlich ein bisschen zu früh die Köpfe hängenlassen haben“, wusste Coach Christian Greve um die verpasste Chance, dem amtierenden und designierten Meister die erste Saisonniederlage beizubringen. „Wir waren wohl zu sehr im Euphorie-Modus drin, anstatt eine Lösung zu finden. Da schließe ich mich ein.“

„Vielleicht hätten wir sie nicht so ärgern dürfen“

Gleich im ersten Viertel hatten seine Damen die Erfolgswelle erwischt – und waren nach Laura Rahns Korbleger mit 24:12 weggezogen. Damit nicht genug: Constanze Wegner baute die Führung per Dreier sogar auf 36:19 aus (13.). „Man muss aber auch sagen, dass Wasserburg in der ersten Halbzeit nicht volles Programm gespielt und uns unterschätzt hat“, merkte Kapitänin Pia Mankertz an. Wasserburgs Trainer Bastian Wernthaler räumte derweil ein: „In der ersten Halbzeit hatten wir große taktische Schwierigkeiten. Es hat überhaupt nicht so funktioniert wie geplant.“ Bei den Hurricanes fiel indes fast alles rein – von acht Dreierversuchen flutschten bis zur Pause sechs durch das Netz. Vor allem Rahn mit zwölf Punkten und Janae Young mit gleich 18 Zählern und sechs Assists waren bis dato kaum auszuschalten. Und quasi mit der Halbzeitsirene gelang Kierra Mallard der Schlusspunkt hinter eine grandiose Hälfte – 51:39.

„Vielleicht hätten wir Wasserburg nicht so doll ärgern dürfen“, stellte Christian Greve später fest. Denn mit dem Wiederbeginn änderten sich die Machtverhältnisse: Das Imperium schlug zurück und spielte wieder Basketball wie vom anderen Stern. „In der zweiten Hälfte lief ja gar nichts mehr bei uns“, gestand Pia Mankertz und meinte insbesondere die sechs Katastrophen-Minuten, in denen ihrem Team kein Punkt gelang und Wasserburg mit einem sagenhaften 24:0- Run auf 63:51 vorbeidüste. Wagner-Festspiele sahen die Zuschauer obendrein, denn Wasserburgs Flügelspielerin Stephanie Wagner gelangen in dieser Phase vier Dreier und ein Zweier (27.)! Erst Hannah Pakulat gelang nach 6:16 der erste Korb für die Hurricanes.

„Sie haben wir nicht gut verteidigt“, meinte Greve. „Aber diesem Druck mit dieser Qualität der Spielerinnen konnten wir auch nichts mehr entgegensetzen. Da wollten es einige von uns dann auch zu sehr forcieren – aber es hat alles nicht geklappt.“

So bleibt unterm Strich eine „furchtlose“ (O-Ton Greve) erste Hälfte mit überragenden Quoten, die nach der Pause aber nicht annähernd mehr erreicht wurden, weil die unangefochtene Nummer eins im deutschen Basketball ihr wahres Gesicht zeigte und in der zweiten Hälfte das Ergebnis mit 61:20 mehr als eindeutig gestaltete.

In der zweiten Partie am Freitag (19.30 Uhr) in der Rotenburger Pestalozzihalle haben die Hurricanes nun die Gelegenheit, auszugleichen und ein Entscheidungsspiel zu erzwingen. Doch dafür bedarf es wohl zwei bärenstarker Halbzeiten.

maf

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