Hurricanes eröffnen gegen das „Familienunternehmen“ Rhein-Main Baskets

Schwartz und Pakulat verpassen den Saisonstart

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Blickrichtung Chemnitz: Hurricanes-Guard Pia Mankertz peilt dort Sonntag gegen die Rhein-Main Baskets den ersten Sieg an.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Pia Mankertz weiß schon, wo sie sich besonders drauf freut: „Auf das Frühstück im 26. Stock“, sagt die Kapitänin der Avides Hurricanes und lacht.

Beim Season Opening in Chemnitz sind alle Erstliga-Basketballteams dieses Wochenende gemeinsam im Mercure Hotel untergebracht – und das punktet bei vielen mit dem Panorama-Restaurant, das einen herrlichen Blick über die Stadt ermöglicht. Natürlich gilt das Augenmerk von Mankertz und ihrem Aufsteiger aber vielmehr dem ersten Saisonspiel, der Partie gegen die Rhein-Main Baskets am Sonntag (11 Uhr, Richard-Hartmann-Halle).

Die Rhein-Main Baskets, ein Zusammenschluss aus TV Langen und TV Hofheim, starten inzwischen in ihre sechste Erstliga-Saison, zählen aber zur Kategorie „Hurricanes-Kragenweite“. Präsidentin ist Silke Dietrich, gleichzeitig Mutter der Leistungsträgerinnen Nelli und Pia Dietrich. Ohnehin ist der Play-off-Viertelfinalist der letzten Saison so etwas wie ein Familienbetrieb. Und einer, der jedes Jahr aufs Neue jeden Euro zwei Mal umdrehen muss.

Vom Etat der Hurricanes – er liegt bei 220000 Euro – kann Silke Dietrich nur träumen: „Das ist mindestens das Doppelte von dem, was wir haben. Es lachen ja immer alle, wenn ich das behaupte, aber wir sind die Mannschaft mit dem geringsten Etat. Wir haben nicht diese finanziellen Möglichkeiten, das Rhein-Main-Gebiet ist da gesättigt“, verweist sie auf die große sportliche Konkurrenz im Großraum Frankfurt. Selbst die Amerikanerinnen im Team sind nicht in einer eigenen Wohnung untergebracht, sondern bei Familien.

Es sind ohnehin nur zwei, die eine Stammplatzgarantie haben: Jazmine Redmon und Simone Deloach. „Mit mehr planen wir auch nicht“, verrät Dietrich. Die dritte im Kader, Alexandra Chili, ist vornehmlich für die in der zweiten Liga spielende Reserve eingeplant. Rhein-Main setzt stark auf eigene Talente – „das ist unser Profil“, erklärt die Präsidentin. Umso erfreuter ist sie, dass es derzeit keine Verletzten zu beklagen gibt. Im Gegensatz zur Vergangenheit. „Wenn mit Svenja Greunke eine A-Nationalspielerin für anderthalb Jahre ausfällt, will ich mal den sehen, der das kompensieren kann“, meint Dietrich. Sie gibt die Play-offs als erneutes Ziel an, bezeichnet die Liga aber auch als „Wundertüte. Es wurde viel hin- und hergewechselt, es gibt lauter neue Amerikanerinnen.“

In den Play-offs würden auch die Hurricanes gerne landen. Gegen Rhein-Main stehen Coach Christian Greve exakt elf Spielerinnen seines 15-köpfigen Kaders zur Verfügung. Am schwersten wiegt der Ausfall der letztjährigen Starting-Five-Kraft Hannah Pakulat, die schon nahezu die gesamte Vorbereitung aufgrund einer hartnäckigen Virusinfektion verpasst hat. Auch Clara Schwartz liegt auf Eis. Sie hatte sich beim Kugelstoßen den Bizeps und die Schulter lädiert – Verdacht auf Muskelfaserriss. Cara Tadeus und Beekje Janßen befinden sich auf Studienfahrt. Sie werden erst am Sonntag mit einer Fan-„Delegation“ nachreisen, allerdings nicht mitspielen.

„Wir wollen gewinnen und werden dafür alles an Leidenschaft aufs Feld werfen“, verspricht Greve, dessen Team heute Nachmittag Richtung Chemnitz aufbricht und bereits gestern das Abschlusstraining absolvierte. Die Einheit dauerte satte dreieinhalb Stunden, vor allem die Offense-Sets standen im Mittelpunkt. Aber auch in der Defense setzte Greve an, nachdem die Ganzfeldpresse („sie hat für mich einen hohen Stellenwert, wir werden aber variieren“) noch nicht so optimal funktionierte.

Zwei Tage Regenerationszeit haben die Hurricanes bis zu ihren Spiel – ganz bewusst verzichtete Greve darauf, sich in Chemnitz um eine Trainingshalle zu bemühen. „Wenn du nicht auf die Spielkörbe werfen kannst, bringt es dir auch nichts“, erklärt er.

Kader der Avides Hurricanes in Steckbriefen

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