Die Hurricanes – eine Zwischenbilanz

Noch in der Findungsphase

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Wohin führt der Weg der Hurricanes? Die Neuzugänge Maggie Skuballa (l.) und Angela Rodriguez sollen dazu beitragen, dass die Bilanz bis Jahresende positiv ist.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Der Job des Spielervermittlers genießt nicht den besten Ruf – er konkurriert in der Beliebtheitsskala wohl eher mit dem des Politikers. Oder des Journalisten.

Aktuell ist Tomas Holesovsky, Headcoach der Avides Hurricanes, auf einen dieser Agenten besonders schlecht zu sprechen. Der Grieche Thomas Prodromou vermittelte seinem Basketball-Erstligisten im Sommer Monique Smalls. Dann wurde der Vertrag aufgrund einer angeblichen Langzeitverletzung wieder aufgelöst – für die Hurricanes war das der Beginn einer personellen Rotation, die sich derzeit in vier Niederlagen nach sieben Spielen niederschlägt.

Was Holesovsky „ein bisschen traurig“ und gleichzeitig sauer macht: Smalls war offenbar doch nicht so schwer verletzt. Seit einer Woche spielt sie wieder für ihren Ex-Club, Zweitligist BG 74 Göttingen. „Sie war meine Lieblingsspielerin“, betont der Tscheche. Ein professioneller Leader, ein Scorer und Passgeber – eben das, was seinem Team momentan noch fehlt. „Warum Göttingen der erste Ansprechpartner war, nachdem klar war, dass sie doch nicht operiert werden muss, ist merkwürdig“, sagt auch Utz Bührmann, Vorstand Finanzen.

Nachdem auch noch Ersatz für die zweite Wunschspielerin Christa Baccas (Kreuzbandriss) gefunden werden musste, wurde das Einspielen der Mannschaft zum echten Problem. Vor allem, weil Holesovsky kaum alle Spielerinnen im Training hat. „Keltern hat sieben Ausländerinnen – die machen jeden Tag zwei Mal Training mit zwölf Mädels. Wir haben zwei Mal pro Woche alle zusammen – das ist der Unterschied“, verdeutlicht der Hurricanes-Coach. Und so steckt sein Team noch in der Findungsphase. „Drei Siege, vier Niederlagen – es ist alles im grünen Bereich, zumal wir gegen den Ersten, Zweiten und Dritten verloren haben“, sagt Bührmann und verweist auf die vergangene Saison – da lautete die Bilanz zur selben Zeit 4:3. Das Ende ist bekannt.

Auf den ersten Blick scheint der Kader mindestens so stark wie im Vorjahr zu sein. Centerin Kierra Mallard agiert bekannt zuverlässig unter den Brettern, kam schon auf vier Double-Double, ist im Liga-Ranking mit 109 Punkten viertbeste Scorerin und steht mit 67 Rebounds sogar an der Spitze. Auch Nationalspielerin Maggie Skuballa ist eine echte Verstärkung, wenngleich sie mit ihrer robusten Spielweise bei den Referees bisweilen aneckt. Beiden gelang es bisher als einzige, mehr als 20 Punkte in einem Spiel zu markieren. Solide präsentiert sich Pia Mankertz, Laura Rahn ist mehr als nur eine Rollenspielerin und Eigengewächs Hannah Pakulat mausert sich gerade zur festen Größe.

Die momentanen Sorgenkinder heißen Angela Rodriguez und mit Abstrichen Shay Selby. Die mexikanische Nationalspielerin hat sich im deutschen Oberhaus noch nicht wirklich akklimatisiert – Holesovsky kritisierte mehrfach ihr Defensivverhalten und brachte sie in Keltern keine 16 Minuten, in denen Rodriguez auch bei Dreiern ohne Erfolg blieb. Selby war erst zum Spiel beim Herner TC vor zwei Wochen dazugestoßen, doch mit drei Assists in drei Partien wurde sie ihrem Ruf als exzellente Passgeberin auch noch nicht gerecht. Bis 8. November spielt sie vertraglich fixiert auf Probe, wenngleich sie weiter mit ihr planen.

Bührmann schließt aus, dass die Hurricanes in Hektik verfallen und erneut auf dem Transfermarkt tätig werden. „Auf keinen Fall – da soll jetzt Ruhe in den Kader rein. Die Spielerinnen müssen sich jetzt finden.“ Gleichwohl weiß auch er, dass die Heimpartie am Samstag gegen den SV Halle richtungsweisend ist und es in den weiteren Spielen bis Jahresende gegen NB Oberhausen, den TV Saarlouis, die ChemCats Chemnitz und die Panthers Osnabrück darum geht, mit einer positiven Bilanz ins neue Jahr zu gehen. „Das muss das Ziel sein!“, betont der Schatzmeister.

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