Mankertz und Nilles beißen die Wölfe

Hurricanes drehen Spiel und siegen nach Verlängerung mit 81:74

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Pia Mankertz (vorne) lief zu großer Form auf. Die Hurricanes-Kapitänin erzielte 27 Punkte – darunter vier Dreier. Hier setzt sie sich gegen Aneliya Draganova (r.) und Brianna Rollerson druch.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Mit der Raubtier-Taktik zum Erfolg – den Gegner in Sicherheit wiegen und im entscheidenden Moment zuschnappen! Anderthalb Minuten vor Ende der regulären Spielzeit wirkten die Avides Hurricanes bereits geschlagen und lagen mit acht Punkten in Rückstand. Doch dann bissen sie gegen das Wolfpack Wolfenbüttel zurück. 

Allen voran Pia Mankertz und Shaniqua Nilles verscheuchten den Tabellendritten der 2. Basketball-Bundesliga Nord. Mit ihrem Hunger auf Erfolg und erfolgreichen Dreiern führten sie die Hurricanes in die kaum noch für möglich gehaltene Overtime. Und in der packte sich der Tabellenfünfte gegen die sich auch selbst zerfleischenden Damen von der Oker mit 81:74 (68:68/34:32) den Heimsieg.

150 Zuschauer in Scheeßel erlebten eine Partie, die von Einsatz, Dramatik, Klasse und Ausgang an alte, erfolgreiche Zeiten erinnerte. „Es war einfach ein sehr intensives Spiel“, fand Hurricanes-Kapitänin Mankertz, die mit 27 Punkten (darunter vier Dreier) einen exzellenten Tag erwischt hatte. „Unsere Mannschaft wollte den Sieg einfach mehr“, zeigte sich auch Coach Mahir Solo beeindruckt. „Vor allem haben wir eine starke Defense gespielt, insbesondere in der ersten Hälfte und im vierten Viertel. Wir haben sehr gut gefightet und auch in den Phasen, in denen die Dinge nicht so gut für uns liefen, nicht den Kopf verloren. Wir sind mental stark geblieben.“

Draganova fliegt aus der Halle

Wolfenbüttels Trainer Frank Lagerpusch machte sich indes das Leben selbst schwer. Kurz vor Ende des vierten Viertels geriet er sich mit seiner 18-jährigen Aufbauspielerin Aneliya Draganova dermaßen in die Klamotten, dass der erfahrene Übungsleiter die Bulgarin aus der Halle schmiss. Blöd nur, dass er dadurch noch weniger Wechselmöglichkeiten hatte, da sich in der Schlussphase des hart geführten Spiels die Kanadierin Nakeshia Hyde, Theresa Simon und Leonie Rosemeyer mit jeweils fünf Fouls aus dem Spiel verabschiedet hatten. 

„Natürlich hat es uns geholfen, dass Wolfenbüttel Foulprobleme hatte. Das war am Ende dann sehr gut für uns“, fand auch Mankertz. Allerdings hatten die Hurricanes bei noch 96 zu spielenden Sekunden auch ihre Fighterin Hannah Pakulat aus diesem Grund verloren und kurz darauf durch Draganova zwei Freiwurfpunkte zum 58:66 kassiert. „Die Moral stimmt, sie kämpfen immer weiter“, stellte Vorstandsmitglied Utz Bührmann fest, da verkürzte Andrea Baden prompt auf 62:66.

Hurricanes mit besserem Nervenkostüm

Vor allem die letzten 21 Sekunden hatten es in sich: Mankertz per Dreier, Antonia Rennspieß mit nur einem Treffer für die Gäste von der Freiwurflinie und – zwölf Sekunden vor dem Ende aus dem Nichts – Nilles per Dreier zum 68:68! Plötzlich war die Halle ein Tollhaus. Nilles‘ Zug zum Korb zwei Sekunden vorm Ende wurde nicht als Foul geahndet – also Verlängerung. Und in der profitierten die Hurricanes von ihrem besseren Nervenkostüm und ihrem personellen Vorteil. Als Nilles mit vier Punkten auf 79:72 in der letzten Minute erhöhte, war das „Wolfsrudel“ endgültig vertrieben – Birte Riebesell schickte noch das 81:74 als letzten Gruß hinterher.

„Wir haben uns als Team auch von Fehlern nicht aus der Bahn bringen lassen, was in den letzten Spielen noch der Fall war“, resümierte Pia Mankertz nach dem ersten Saisonsieg gegen eines der Top-Vier-Teams.

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