Hurricanes-Coach Holesovsky übt nach 68:78 in Nördlingen Kritik an der Teamverteidigung

„Sie waren nicht vorbereitet“

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Maggie Skuballa (am Ball) wurde hart bedrängt, hier von Hillary Sigmon – im letzten Viertel ließ die Hurricanes-Leistungsträgerin sich dann zu einem unsportlichen Foul hinreißen.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Er hatte in der Halbzeit mehr Aggressivität eingefordert – doch so hatte Tomas Holesovsky, Headcoach der Avides Hurricanes, das nicht gemeint. Als es an der Zeit war, die letzte Chance zur Aufholjagd zu nutzen, ließ sich Leistungsträgerin Maggie Skuballa zu einem unsportlichen Foul in der 34. Minute hinreißen. Die Folge: Carina Högg nutzte einen von zwei Freiwürfen zum 64:54 und ihre BG Donau-Ries blieb im Ballbesitz – es war die Vorentscheidung. Am Ende siegten die gastgebenden Nördlingerinnen im Duell der 1. Basketball-Bundesliga mit 78:68 (40:36).

„So etwas brauchen wir in diesem Moment nicht“, kommentierte Holesovsky die Aktion von Skuballa, die zuvor jedoch häufig hart angegangen wurde und selten den Pfiff erhalten hatte.

Obgleich die Hurricanes Mitte des dritten Viertels entscheidend ins Hintertreffen geraten waren, sah der Coach die Ursache der Niederlage vielmehr in Halbzeit eins. „Wir hatten Probleme mit der Verteidigung – das war das Hauptthema meiner Besprechung“, verriet er später. Und der Tscheche ergänzte: „Wir machen Alysha Womack heiß!“ Weil die Amerikanerin ungestört von der Dreierlinie versenken durfte, gerieten die Hurricanes unnötig in Rückstand. „Wir haben in der ersten Hälfte 40 Punkte kassiert, aber nur sechs Fouls. Und nachher stoppen wir Womack ein bisschen, lassen aber die anderen dafür laufen. Da war keine Teamverteidigung vorhanden“, kritisierte Holesovsky und stellte verärgert fest: „Ich glaube, die Mädels waren nicht vorbereitet.“

Einzige Ausnahme war an diesem bitteren Abend Centerin Kierra Mallard, die trotz Erkältung zur besten Hurricanes-Akteurin mit einem Double-Double (21 Punkte, 13 Rebounds) avancierte. Viel mehr erwartet der Coach indes von Neuzugang Korinne Campbell, die nur auf zwei Punkte kam. „Auch sie hat nicht richtig verteidigt. Außerdem sehen wir die Probleme immer bei den anderen. Niemand sagt: ‚Ich habe Fehler gemacht.‘“ Da gibt es also viel gutzumachen, wenn es heute (16 Uhr) beim ungeschlagenen BC Marburg weitergeht. Personell bleibt es eng, nur Youngster Birte Riebesell reist nach, sodass Holesovsky neun Spielerinnen zur Verfügung stehen. Viel mehr wird aber von der Einstellung abhängen.

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