Ein Hüftleiden zwingt Klaas Rathjen bereits mit 29 Jahren zum Karriereende

Wenn der Körper streikt

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Abgang mit einem weinenden Auge: Klaas Rathjen (l.) beendet seine Karriere als Spieler. Unser Bild zeigt ihn im Spiel gegen Werder Bremen (rechts Florian Hartherz) im Mai 2013.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Der Trip nach München sollte neue Hoffnung geben – doch stattdessen brachte er die ernüchternde und insgeheim wohl auch erwartete Bestätigung: Klaas Rathjen, langjähriger Oberliga-Fußballer des Rotenburger SV und zurzeit noch beim TV Jahn Schneverdingen in der Landesliga tätig, wird seine Karriere als Spieler beenden. Bereits am Samstag. Mit 29 Jahren. Diagnose: Hüftdysplasie, zu deutsch: eine Fehlstellung der Hüfte. Erblich bedingt.

Dr. Michael Dienst, ein Spezialist auf diesem Gebiet, bestätigte Rathjen, was er angesichts der zunehmenden Schmerzen ohnehin schon befürchtet hatte, und riet ihm dringend zum sofortigen Fußball-Stopp. „Also habe ich für mich die Entscheidung getroffen und gesagt: Okay, das war‘s. Dieser Schritt schmerzt schon sehr. Normalerweise hätte ich noch drei, vier gute Jahre vor mir. Aber ich möchte im täglichen Leben wieder beschwerdefrei sein“, sagt Rathjen. Und für ein künstliches Hüftgelenk „bin ich noch zu jung“. So bestreitet er Samstag in Schneverdingen gegen den Heeslinger SC sein allerletztes Spiel.

Was danach für den BWL-Studenten kommt, ist auch bereits klar. Bis Saisonende wird er Schneverdingens Coach Jesco Rohde als Co-Trainer zur Seite stehen. „Ich fühle mich dort rundum wohl. Mir wurde da immer eine hohe Wertschätzung entgegengebracht. Das Angebot von Jesco hat mir deshalb auch die Entscheidung erleichtert.“ Ab nächstem Sommer peilt Rathjen, der im Besitz der C-Lizenz ist und die B-Lizenz in Angriff nehmen will, ein eigenständiges Trainer-Engagement an. „Ich will im ambitionierten Bereich arbeiten“, sagt er.

Eine Rückkehr zum Rotenburger SV wird es allerdings wohl nicht geben. „Solange die handelnden Personen da noch sind, gibt es kein Zurück. Dafür ist zu viel vorgefallen“, betont Rathjen. Vor fast zwei Jahren war er nicht gerade im Guten vom RSV geschieden – Verein und der damalige Coach Benjamin Duray hatten kurzerhand auf seine Dienste verzichtet. Dennoch ist der Wümme-Club für den aus Westerholz stammenden und in Rotenburg lebenden Defensivspieler „ganz klar mein Heimatverein, mit dem ich mich am meisten identifiziere“. Hier debütierte er als gerade erst 18-Jähriger unter Andreas Becker in der Oberliga (damals noch als Libero), hier reifte er zum Führungsspieler, hier holte er unter Frank Stresing 2008 das Double. Und hier sprang er nach einem Abstecher zum TuS Heeslingen (und einem Kreuzbandriss) 2009 als Interimstrainer mit Jonas Toboll ein.

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