„Hauptsache, das Bier schmeckt“

Hetzwege-Abbendorf II fairstes Team im Altkreis

So regelwidrig wie in dieser Szene geht es nicht immer zu: Der SV Germania Hetzwege-Abbendorf II ist in der 4. Kreisklasse Mitte ein Paradebeispiel für faires Verhalten. Das Team von Coach Markus Indorf hat bisher lediglich vier Gelbe Karten angesammelt. - Foto: Freese
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So regelwidrig wie in dieser Szene geht es nicht immer zu: Der SV Germania Hetzwege-Abbendorf II ist in der 4. Kreisklasse Mitte ein Paradebeispiel für faires Verhalten. Das Team von Coach Markus Indorf hat bisher lediglich vier Gelbe Karten angesammelt.

Rotenburg - Von Nicolas Tréboute. Siegen um jeden Preis? Das ist für den SV Germania Hetzwege-Abbendorf II keine Option. Zwar stehen die Fußballer aus der 4. Kreisklasse Mitte mit 16 Punkten als Tabellendritter kurz hinter einem Aufstiegsplatz, doch beeindruckender ist der Blick auf eine andere Wertung. Lediglich vier Gelbe Karten hat die Mannschaft von Trainer Markus Indorf in zehn Saisonspielen angesammelt und ist damit fairstes Team im Altkreis. Nur Ligakonkurrent MTV Wohnste (acht Spiele, zwei Gelbe Karten) steht in dieser Hinsicht noch besser da.

„Das Team hat einen einwandfreien Charakter, es gibt niemanden, der extrem ausrastet. Der Spaß am Fußball steht bei uns im Vordergrund“, erklärt Kurt Wahlers, Vorsitzender von Germania. Wahlers muss es wissen: Schließlich ist er in dieser Spielzeit bereits zweimal für die zusammengewürfelte Elf aufgelaufen – und blieb dabei ohne Verwarnung. „Früher bin ich ehrgeiziger gewesen, aber im Alter wird man ja etwas ruhiger“, meint der 60-Jährige.

Genau diese altersbedingte Gelassenheit scheint einer der Eckpfeiler dafür zu sein, dass der Fair-Play-Gedanke bei Hetzwege-Abbendorf II derart ausgeprägt ist. „Bei uns gibt es nur drei Spieler, die unter 30 Jahren sind. Wir sind – spitz formuliert – eine Altherrentruppe, die Wert darauf legt, über das Spielerische zu kommen. Unfaires Spiel wollen wir nicht haben“, macht Coach Indorf deutlich. Dabei scheut sich der Übungsleiter auch nicht davor, auf Qualität zu verzichten: „Wir hatten letztes Jahr noch einen Problemspieler, der ausgetickt ist, wenn es nicht lief. Den habe ich dann rausgenommen, auch wenn er fußballerisch sehr gut war.“

Allgemein ist auffällig, dass es in den unteren Spielklassen in dieser Saison nicht gerade rustikal zugeht. Auch der TuS Hemslingen-Söhlingen steht in der 2. Kreisklasse Süd mit sieben Verwarnungen auf Platz eins in der Fair-Play-Wertung. Die Begeisterung darüber hält sich bei Sascha Kregel aber in Grenzen. „Da hat bei uns wohl das eine oder andere Mal das taktische Foul gefehlt“, bemängelt der Ex-Trainer und jetzige Spieler des Tabellenzehnten.

Dazu wird zwei Ligen höher des Öfteren gegriffen. Die fairste Mannschaft der Kreisliga, der TV Stemmen (17 Gelbe Karten), würde in der 4. Kreisklasse nur zum Mittelfeld zählen. „Das ist aber logisch. Für diese Mannschaften geht es ja schon richtig um was. Da kommt dann die Grätsche vielleicht auch mal etwas höher angeflogen, als es eigentlich nötig wäre“, glaubt Indorf. Diese Meinung teilt auch Kregel, kritisiert aber gleichzeitig die Einstellung in den unteren Klassen. Er findet, dass etwas mehr Härte zum Spiel dazugehört, ohne dabei über das Ziel hinauszuschießen: „Früher herrschte in der 2. Kreisklasse noch eine andere Mentalität. Heute habe ich das Gefühl, dass viele Spieler es nicht schlimm finden, wenn sie nicht an den Ball kommen. Hauptsache, das Bier schmeckt nach dem Spiel.“

Dass es bei seiner Mannschaft auch nicht ganz so ehrgeizig zugeht, findet Germanias Übungsleiter nicht schlimm: „Die 4. Kreisklasse ist für uns genau richtig. Höher möchten wir gar nicht spielen. Aber wenn wir Erster in der Fair-Play-Wertung bleiben würden, wäre das schon toll“, verrät Indorf.

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